Dienstag, 30. Oktober 2012

Serengeti-Park Hodenhagen

Das Familienleben der Kattas
hautnah
Safari unter norddeutschem
Himmel
In zwei Jahren feiert eine ungewöhnliche Idee ihr 40jähriges Jubiläum: Der Serengeti-Park in Hodenhagen wurde 1972 vom Herzog von Bedford und seinen amerikanischen Partnern als Mischung aus Safari- und Freizeitpark erdacht. Professor Bernhard Grzimek, Oscar-Preisträger ("Serengeti darf nicht sterben"), Frankfurter Zoo-Direktor und nicht zuletzt TV-Pionier mit "Ein Platz für Tiere", unterstützte das Projekt.
1974 feierte dann "Afrika in der Lüneburger Heide" unter der Leitung der Familie Sepe seine Eröffnung. Seitdem konnte der Park über 30 Millionen Besucher begrüßen und hat viele Veränderungen erfahren (seit 2004 hat er die unbegrenzte Genehmigung als Zoo nach EU-Richtlinien).

Eins ist jedoch immer gleich geblieben: Nirgends hat man in Deutschland sonst so einen direkten Kontakt zu wilden Tieren, die sich frei bewegen können.

Kein Wunder, dass wir mindestens einmal im Jahr dorthin müssen.

Schnell hat man einen Giraffenkopf
neben sich im Auto
Der Park teilt sich auf in
- Tierwelt (Safari-Teil mit Auto oder Serengeti-Bus)
Bei den Löwen und Tigern besser
Fenster schließen.
- Affenwelt
- Wasserwelt
- Freizeitwelt

Insgesamt leben über 1500 Tiere in 107 Arten auf ca. 110 Hektar.

Die letzten zwei Teile vernachlässigen wir in der Regel, da sich hier die Fahrgeschäfte und Shows befinden. Die Nutzung - auch der neuesten Attraktion "Aqua-Safari" - sind bereits im Eintritt enthalten.
Bitte nicht füttern!

Für das leibliche Wohl der Besucher steht von Wurstbude bis Restaurant für jeden etwas zur Auswahl. Die Fütterung der Tiere ist nur im Streichelbereich und bei den Elefanten erlaubt. Heiß begehrt sind z. B. Kohlrabi oder Steckrübe.

Öffnungszeiten (März - Ende Oktober/Anfang November)
Nebensaison: 10 - 17 Uhr
Hauptsaison: 9:30 - 18:30 Uhr
Die Dschungel-Safari-Tour ist im Eintritt inbegriffen.
Es wird gebeten, an Tagen mit hohen Besuchszahlen
nur einmal zu fahren.
Eintrittspreise:
Erwachsene 26,- €
Kinder (3–12 Jahre) 21,- €
Behinderte (ab 80%) 13,- €
(eingetr.Begleitperson auch 13,-€)
Busführung 5,- €
Diese Preise verstehen sich pro Eintrittstag
und beinhalten alle Attraktionen des Parks.

Hunde können mitgeführt werden, dürfen aber bestimmte Bereiche nicht betreten.

Gutscheine mit freiem Eintritt für den Fahrer eines PKWs gibt es unter anderem auf der Homepage des Serengeti-Parks zum Download.

Der Park ist nicht mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar. Die nächste Bahnstation ist ca. 3 Kilometer entfernt.
Die Anfahrt über die Autobahn A7 und A27 ist sehr gut ausgeschildert.

Seit 2007 können die Besucher auch in Safari-Lounges übernachten.

Die Breitmaulnashörner sind Mittelpunkt
verschiedener Forschungsprojekte
Die verschiedenen Forschungsprojekte im Park (u. a. die Verständigung der Elefanten und Breitmaulnashörner), sowie z. B. auch Tierpatenschaften, koordiniert seit 2011 die Serengeti-Park-Stiftung.

Mit aktuell 38 erfolgreichen Nachzuchten von Breitmaulnashörnern, ist Hodenhagen das Zentrum in Europa für diese bedrohte Tierart. 1996 gelang die weltweit erste erfolgreiche Auswilderung eines in Europa geborenen Jungtiers. Kai hat sich inzwischen gut im Etosha-Nationalpark Namibia eingelebt. (Mehr dazu...)

2006 kam nach 30 Jahren das erste afrikanische Elefantenbaby - ein Bulle namens Bou Bou - zur Welt. 2010 folgte seine Schwester Nelly, die sich auch bei der Fussball-EM als Orakel betätigte.

Der weiße Tiger Paul wurde von
Regina Hamza aufgezogen und
ist inzwischen Anführer eines
ganzen Rudels
Schlagzeilen lieferte in den letzten Jahren der Freiheitsdrang der Wallabys. Den kleinen Kängurus gelang bisher zweimal die Flucht, die jedes Mal für die Tiere glimpflich ablief.

Nicht zu bemessen ist die Leistung des Tierpfleger-Ehepaars Hamed und Regina Hamza. Wenn es um die Aufzucht von verwaisten oder verstoßenen Jungtieren geht, dann können sie keine liebevolleren Ersatz-Eltern finden. Und das betrifft nicht nur die "spektakulären" Aufzuchten von Tigern oder Löwen. (Auftritt in der NDR-Sendung "Mein Nachmittag")

Besuche: Juni 2012, Elen-Geburt, September 2012

Sonntag, 28. Oktober 2012

Tarson, Ryana und Zuri

Tarson
An ihm kommt der Besucher des Jaderparks nicht vorbei: Tarson. Mit inzwischen 12 Jahren ist er im besten Löwenalter.

Ryana
Sein Harem besteht aus Ryana (*2003) und Zuri (*2006).

Ryana ist seine Tochter mit Nakoma und daher kastriert, um Inzucht zu verhindern. Seit geraumer Zeit hat sie Hüftprobleme, was besonders nach Ruhezeiten beim Aufstehen auffällt.

Zuri kam 2007 aus Rostock in die Wesermarsch. Die Zusammenführung mit Tarson verlief problemlos. Spannend wurde es jedoch als es um Ryana ging. Die beiden Weibchen mussten zunächst die Rangfolge festlegen, was bei Löwen selten ohne Blessuren abgeht.

Ryana und Zuri haben sich
zusammengerauft
Die Situation wurde auch nicht einfacher als sich rausstellte, dass Zuri frühreif war. Wesentlich früher als erwartet wurde sie rollig und musste abwechselnd mit Tarson das Haus hüten. Das gefiel dem Pascha natürlich überhaupt nicht - was er auch lautstark zu Gehör brachte. Als bisherige Favoritin fürchtete Ryana instinktiv um ihre Stellung im Rudel.

Zuri mit ihren Kindern Liam und Mali
Irgendwann war auch das ausgestanden und der Park bekam die Zuchterlaubnis. Schon im November 2009 tapsten zwei Junglöwen über die Anlage: Liam und Mali.
Liam
Liam hat inzwischen im Tigerpark Dassow seine eigene Familie gegründet und Tarson damit zum "Großvater" gemacht.

Die größte Veränderung gab es dieses Jahr. Die bisherige Heimstatt - ein Raubtierhaus, gebaut 1963 für Jaguar, Leopard und Puma - musste grundsaniert werden. Daher zogen die drei Löwen für 2 Monate in einen Zirkuswagen, der vom Tierpark Dassow zur Verfügung gestellt wurde. In dieser Zeit sollten eigentlich nur Reparaturen durchgeführt werden. Es stellte sich jedoch heraus, dass ein kompletter Neubau erforderlich wurde. Etwas später als geplant zogen die Raubkatzen am 31.01.12 wieder zurück. (TV-Bericht)

Donnerstag, 25. Oktober 2012

Tips und Taps - die Hybrid-Bären

Tips und Taps beim Baden
Jahrelang musste sich der Zoo ihretwegen harsche Kritik gefallen lassen, heute sind sie die offiziellen Botschafter des Klimawandels und seiner Folgen: Tips und Taps.

Ihre Geburt 2004 war eine echte Überraschung. Bis dahin war man davon ausgegangen, dass trotz der nahen Verwandschaft von Eis- und Braunbären keine Verpaarung möglich sei. Doch Eisbär Elvis (heute ZOOM Gelsenkirchen) und Braunbär Susi (inzwischen verstorben) bewiesen das Gegenteil.

Aufgrund der veralteten Anlage (typisch 70er Jahre, viel Beton und wenig Beschäftigung) hagelte es daraufhin Kritik an der Haltung. Der Zoo stand zu seinen "Champagner"-Bären und behielt recht: "In freier Wildbahn sind ebenfalls, wenn auch selten, Mischlinge zwischen Eis- und Braunbären nachgewiesen. Normalerweise leben die beiden Bärenarten in unterschiedlichen, sich nicht überlappenden Lebensräumen. Doch Klimawandel und Erderwärmung führen zum Schmelzen des arktischen Eises. Das hat zur Folge, dass die Barrieren aus Eis verschwinden und Braunbären immer häufiger in die arktischen Gebiete ziehen - und mit Eisbären bereits vereinzelt Nachkommen gezeugt haben." (Quelle: Zoo Osnabrück)

Es wird keine Zuchtversuche mit Tips oder Taps geben. Aber ihnen sollte trotzdem ein lebenswertes Leben ermöglicht werden.
Die neue Bärenanlage im Kajanaland

Der Sprung ins kühle Nass
Im November 2010 war es soweit. Die Umgestaltung des gesamten Areals wurde in Angriff genommen. Im Juli 2011 feierte der Zoo die Eröffnung des Kajana-Lands, im Mittelpunkt die Bären- und Blaufuchs-Anlage.
Tips, bitte recht freundlich

Blaufuchs, die neuen Mitbewohner
Seitdem leben die Beiden auf einer Traum-Anlage mit Wasserfall, Badepool und viel Platz zum Klettern und Laufen. Für Beschäftigung sorgen die Mitbewohner: Blaufüchse, die unter sich bleiben, aber halt auch Ausflüge ins Nachbargehege machen können.

Viele Touristen, die den Zoo erstmals besuchen, fragen immer wieder, wieso die Eisbären so merkwürdig aussehen. Elvis und Susi haben ihre Arten-Merkmale an beide Kinder weitergegeben.

Die kleinere Tips ist fast weiß, hat relativ große puschelige Ohren und die Kopfform ihrer Mutter.
Mutter Susi, 2010

Taps noch auf der alten Anlage
Der größere Taps hat das dunklere Fell, ähnelt in der Kopfform eher seinem Vater Elvis, wobei seine Ohren auch größer sind.

Tips sitzt gerne mal auf einem Felsen in der Nähe des großen Panorama-Fensters oder planscht im Pool herum.

Taps ist dagegen der Dauerläufer. Er umkreist ständig das Areal und scheint fast zu kontrollieren, was auf dem Besucherparkplatz jenseits des Zauns passiert.

Mit der Einweihung der "Klimahöhle" im Herbst 2012 sollen die Besucher Gelegenheit erhalten sich  über den Klimawandel umfassend zu informieren. Damit haben die Beiden in der Stadt des "Westfälischen Friedens" die Nachfolge des Eisbären Knut angetreten.

Mittwoch, 24. Oktober 2012

Zoo Osnabrück


Der Eingang mit dem benachbarten Naturkunde-Museum

Zoo Osnabrück - Osnabrück, Germany Nach mehreren Anfragen, nun also zum artenreichsten Zoo in Niedersachsen: Osnabrück.

Auf 23,5 Hektar leben nach der letzten Zählung 2.921 Individuen in 328 Arten.

Regelmäßig überraschen die Verantwortlichen die Besucher mit neuen Ideen. Das neueste Ergebnis ist der Affentempel "Angkor Wat", dessen Kulisse eng an sein kambodschanisches Vorbild angelehnt wurde.

Angkor Wat
An manchen Stellen - z. B. der Greifvogelanlage - ahnt man noch den Ursprung als Heimattiergarten vor 75 Jahren. Seitdem ist jedoch viel gebaut und entwickelt worden. Neue Impulse sind durch den erst kürzlich ernannten neuen Zoodirektor, Prof. Dr. Michael Boer (ehemals Tierarzt im Serengeti-Park Hodenhagen) zu erwarten.

Derzeit teilt sich das Gelände in folgende Themenbereiche auf:
- das Tal der grauen Riesen: Elefanten, Breitmaulnashörner usw.
- Takamanda: afrikanische Tierwelt
- Unterirdischer Zoo: Mulle, Präriehunde, Ratten, Hamster
Einer der Hybridbären
- Südamerika-Haus
- Samburu: Savanne
- Aquarium
- Angkor Wat mit Affenhaus
- Kajanaland: Bären, Wisente, Vielfraße uvm.
- Wolfswald

Häufig locken uns auch Veranstaltungen wie Mittelalterfestival oder Dschungelnacht auf den Schölerberg.

Öffnungszeiten:
Im Sommer täglich: 8.00 bis 17:30 Uhr. Die Tierhäuser schließen um 18:15 Uhr.
Im Winter täglich: 9.00 bis 16:00 Uhr. Die Tierhäuser schließen um 16:45 Uhr.

Die Eintrittspreise sollen demnächst erhöht werden, sind aber im Verhältnis zur Größe moderat:
Tageskarte
Erwachsene  € 15,00
Kinder ( 3 - 14 Jahre ), Schüler, Studenten, Rentner, Arbeitslose (mit gültigem Ausweis / Bescheinigung), Schwerbehinderte mit Ausweis + Wehrpflichtige / Zivildienstleistende    € 10,00

Es gibt auch Jahreskarten und immer wieder Zeitungsbeilagen, mit großzügigen Rabatten auf Eintrittspreise oder Shopkäufe.

Kostenlose Parkplätze, bei Veranstaltungen auch Parkleitsystem. Es können auch die Plätze am Kreishaus genutzt werden.
Die Anfahrt empfiehlt sich über die A30.

Gute Anbindung an den ÖPNV, Haltestelle Kreishaus/Zoo.

Ein Tipp:
Der Zoo liegt auf dem Schölerberg und die Wege sind zum größten Teil nicht befestigt. Daher empfiehlt sich festes Schuhwerk.


In Planung: Angkor Wat II und III (Tiger-/Orang-Utan-Anlage, Fertigstellung 2015), Nordamerika

Dienstag, 23. Oktober 2012

Zootag in Bremerhaven

Wie viel Wasser braucht der Zoo? Was fressen Seebär, Eisbär & Co.? Wo kommt das neue Aquarium hin? Was macht der Zootierarzt?

Hunderte von Fragen, die einem in der einen oder anderen Form bestimmt schon einmal durch den Kopf gegangen sind. Am Sonntag konnten Interessierte beim Zootag im "Zoo am Meer" in Bremerhaven hinter die Kulissen blicken. Für Antworten stand die gesamte Mannschaft von Chefin Dr. Heike Kück bis zum Azubi bereit.

Schon kurz hinter dem Eingang waren die Jüngsten eingeladen in Wettbewerb mit der Geschicklichkeit der Schimpansen zu treten. Wie auch die Menschenaffen, mussten die Kinder Süßigkeiten mit Stöckchen durch Boxen buchsieren. Gar nicht so einfach, wie sie feststellen konnten. Wie schnell das bei den Affen geht, konnten sie dann nebenan durch das große Panoramafenster in der Zooschule beobachten. Dort war eine Auswahl der Lehrmittel aufgebaut, wie sie auch von Schulklassen verschiedener Altersstufen gebucht werden können.

Taggecko, Python und Jemen-Chamäleon blieben davon unbeeindruckt.

Wieder auf dem Rundgang informierte ein Stand über die Voraussetzungen, die ein Bewerber für eine Ausbildung als Tierpfleger erfüllen muss, u. a. sollte Haupt- oder Realschule mit guten Noten in Sprachen, Mathematik und Naturwissenschaften abgeschlossen worden sein.


An der Wegbiegung zwischen Eisbären und Seelöwen hing am Denkmal für die Klappmütze "Hansi" (der Bulle der seltenen Robbenart kam 1954 als Beifang in die Tiergrotten) ein Schild, das zur Führung hinter die Kulissen einlud. Dies nahmen wir gerne an - auch wenn gleichzeitig die Robbenfütterungen begannen. Doch die hatten wir ja auch schon öfters mitgemacht. Da waren Tierarzt, Eisbären-Bereich, Wasserfiltersysteme und Futterküche schon interessanter.

Samstag, 20. Oktober 2012

Mucaja und Kaduna - die Kämpferinnen

Kaduna und Mucaja
Für alle Besucher immer wieder ein Höhepunkt  auf dem Rundgang, sind die Geparden.

Ihre Geburt Ende 2008 in einer holländischen Zuchtanlage stand unter einem schlechten Stern. Ihre Mutter erkrankte und daher übernahm der Jaderpark die Aufzucht der insgesamt 6 kleinen Geparden: Duma, Jaris, Kaduna, Kaya, Mucaja und Tibati.

Im April kam es zum Unfall. Beim Spielen brach sich Mucaja - ausgerechnet die Zutraulichste des Wurfs - ihr Hinterbein mehrfach. Die Heilung verlief zufriedenstellend, es blieb aber ein deutliches Humpeln zurück. Daran kann man bis heute die Schwestern am Einfachsten unterscheiden.

Das Schicksal des Wurfs stand unter anderem im Mittelpunkt der Doku-Serie "Seehund, Puma & Co." (Das Erste). 

Spielstunde mit Dagmar Hein, im
Hintergrund Gaby Grond
Mit der Ankunft eines weiteren Wurfs Geparden verschwanden dann Mucaja und ihre Geschwister aus dem Fokus der Berichterstattung. Wenn ich mich recht erinnere, litten alle sechs Tiere unter schwachen Knochen aufgrund der Mangelernährung durch ihre kranke Mutter. Erst der Beinbruch brachte dies ans Licht. Doch trotz der aufopfernden Pflege durch Gabriele Grond und ihrer Kollegen - natürlich unter Anleitung des damaligen Chef des Parks, Dr. Dieter Minnemann - mussten sich Kaduna und Mucaja regelrecht ins Leben zurückkämpfen.

Schmusen mit Mama
Gerade deshalb sind die Beiden ihrer Pflegerin auch besonders ans Herz gewachsen. Sie kennt jede - aber auch wirklich jede - Gefühlsregung bei den Katzen. Am Mittwoch hatten sie ihren Fastentag, deshalb liegen sie am Donnerstag natürlich erstmal beleidigt in der Ecke. 

Dabei toben gerade jetzt leckere Snacks auf den benachbarten Anlagen. So ein kleiner Tapir oder das erst eine Woche alte Alpacca-Fohlen sind so richtig nach dem Geschmack der Raubkatzen. Wenn man nur da ran käme...

Einstellungsgespräch vor dem
Gepardenhaus - 

man muss jede Gelegenheit nutzen
Gaby muss mehrfach rufen, bis sich die Damen schmollend in Richtung Haus begeben. Dann wird aber schnurrend mit "Mama" geschmust. "Meist muss ich mich nur auf der Anlage auf einen Stein setzen und schon habe ich wenig später mindestens eine von ihnen auf dem Schoss." Wer schon einmal Bilder gesehen hat, die bei solchen Gelegenheiten entstanden sind, wird keine Zweifel haben. Leider lassen die vielen Aufgaben der Obertierpflegerin kurz vor ihrem Urlaub kaum Zeit zum Schmusen. 

Umso wertvoller die Zeit miteinander. Danke, Gaby, dass wir dabei sein durften.


Natürlich sollen auch die beiden Kater, die gegenüber dem Giraffenhaus residieren, nicht vergessen werden. Die haben die Schafe nebenan sogar fast auf Pfotenlänge und kommen nicht ran - gemein, oder?

Die Voraussetzungen für eine Fortsetzung der Zucht im Jaderpark sind somit also gegeben. 

Fragt sich nur, wann.

Weiß jemand, was aus dem Rest des Wurfs wurde?

Freitag, 19. Oktober 2012

Wahl ist beendet: Ich heiße Jabali

Gestatten: mein Name ist Jabali.

Das haben die Besucher der Facebookseite und der Homepage des Jaderparks, wo ich am 10.10.2012 geboren wurde, beschlossen.

Gestern war ich noch etwas schüchtern und habe mich im Stall in der Ecke unter der Web-Cam versteckt. Zur Feier des Tages durfte ich heute aber endlich auch das Gehege kennen lernen.

Meine Familie kenne ich ja schon, jetzt wird aber das erste Mal uns kein Zaun trennen.

Ich bin gespannt und wünsche euch einen tollen Start ins Wochenende!

Jabalis erster Ausgang - Video auf FB von Jaderpark

Donnerstag, 18. Oktober 2012

Peggy und Ferdinand - das Liebespaar


Donnerstag Mittag im Jaderpark: Seltsame Quietsch- und Klacklaute hallen über die Anlage. Wasserschwein und etwas kleines Geflecktes springen zur Seite. Die Quelle der Unruhe ist Peggy, das Flachlandtapir-Weibchen, dem Ferdinand, ihr "Mann", auf dem Fuße folgt. Ihre Pflegerin Gaby bezeichnet das Quietschen und Klacken als "Tapir-Walgesang". (Bei Pferden würde man von einer "Fohlenrosse" sprechen. Wie heißt das bei Tapiren? Muss ich doch demnächst mal fragen.)

Nando und Calimero
Tapire im Liebesrausch
Die Leidtragenden sind Nando (geb. 1.09.2012), der kleine Sohn, der irritiert entweder auf Abstand geht oder die Nähe zu seiner Mutter sucht, und Calimero, das Wasserschwein. Noch um eine weitere Ecke zieht die Karawane, dann hat Ferdinand die richtige Position und geht an die Produktion von Kind Nummer 7. (Original-Kommentar: " Jetzt wird es für die Männerwelt peinlich.") Wenn alles gut geht, kann das Ergebnis in rund 400 Tagen auf der Anlage herumtoben.

Es geht in die nächste Runde der fröhlichen Jagd. Das geht in der Regel ca. 2 Tage lang so, bis sich alles wieder beruhigt. Für die Zuschauer ist es nur wichtig, den Urin-Fontänen auszuweichen, die das Revier markieren oder die Paarungsbereitschaft anzeigen sollen.

Xinga verließ den Jaderberg erst
kurz vor Nandos Geburt
Dem regelmäßigen Besucher ist das kein so ungewohntes Bild. Die beiden Tapire sind sowieso ein außergewöhnliches Paar, denn normaler Weise muss das Männchen nach der Paarung abgetrennt werden. Nicht so im Jaderpark: Hier bleiben die Tiere zusammen und kümmern sich gemeinsam liebevoll um ihren Nachwuchs. Nur eben nicht, wenn Peggy in Hitze ist. Dann werden auch die Nächte sehr kurz. Entsprechend war Nando an diesem Tag etwas gegen den Strich gebürstet und nicht für Streicheleinheiten empfänglich.

Unser letztes Bild von Tamino
Dass wir inzwischen zu den regelmäßigen Besuchern gehören, liegt an diesem Pärchen. Erstmals hörten wir nämlich  im Oktober 2006 vom Jaderpark. Damals suchten Günther Jauch und "Stern-TV" einen Namen für ein Tapir-Baby. (Die Wahl der Zuschauer fiel auf "Tamino"/Bericht von Stern-TV) Dem Augenaufschlag des kleinen Kerlchen konnten wir einfach nicht widerstehen. Die Beschreibung "...bei Bremen..." weckte zusätzlich unsere Neugierde (in Bremen selbst gibt es keinen offiziellen Zoo) und so machten wir uns auf in die Wesermarsch.  


Peggy mit Nachwuchs 
bei einer Fütterrunde
Regelmäßig stehen wir seitdem bei den Flachlandtapiren und kraulen einen von den Beiden durch soweit die Finger reichen oder bis der Tapir vor Vergnügen eingeschlafen ist und umfällt. Diesen Gesichtsausdruck muss man live gesehen haben - einfach unbezahlbar. Für uns als Besucher ist das eine tolle Erfahrung, denn trotz Allem sind dies wilde Tiere, die sich da von uns verwöhnen lassen. Peggy wären manchmal ein paar Snacks lieber, aber - wie bei vielen Frauen - die schlanke Linie ...

Peggy und Ferdinand scheinen richtig auf den Geschmack gekommen zu sein, denn inzwischen hat Tamino schon 5 weitere Geschwister bekommen. Zuvor hatte es einigen Anlauf gebraucht bis es klappte. Leider verlassen die Jungtiere auch in der Natur immer spätestens nach einem Jahr ihre Mutter und machen so Platz für das Nächste.

Nando not amused

Schon vor seiner Geburt war klar, wo Nando später seine neue Heimat finden wird. Denn trotz einiger Meldungen über andere Tapirgeburten, ist die erfolgreiche Aufzucht nicht so selbstverständlich und es herrscht große Nachfrage weltweit. 

Wenn er nach seinem Vater kommt, dann wird sich eine weitere Generation über einen echten Gentleman freuen können.

Mittwoch, 17. Oktober 2012

Wir trauern um Bala

 Eben noch freuten wir uns an den schönen Bildern von den kleinen Sumatra-Tigern in Thüle, da meldet der Tierpark den Tod der kleinen Bala.
Nur etwas mehr als 2 Monate ist sie geworden. Eine Ursache liegt noch nicht vor.

Unser Mitgefühl an die Mitarbeiter des Tierparks und der kleinen Familie.

Die Meldung auf Facebook:

Wir trauern um Bala.

Schon seit einigen Tagen ging es der Kleinen nicht gut und Sie wurde tierärztlich betreut. Zwischenzeitlich sah es auch so aus, als befände sie sich auf dem Weg der Besserung. Seit gestern aber hatte sich Ihr Zustand wieder extrem verschlechtert und wir bangten die ganze Nacht um sie. Leider hat unsere kleine Bala diesen Kampf verloren.
Das gesamte Team ist tief traurig über diesen Verlust.
An alle die sich Sorgen machen: Dem kleinen Tigermännchen Basu geht es gut. Ihm beim Spielen zuzusehen tröstet uns alle ein wenig.

Fotoalbum

Tier- und Freizeitpark Thüle

 "Schatz, hast du schon einmal was von dem Park gehört?" Vor Jahren produzierte der Flyer des Tierparks nur fragende Blicke. Heute fahren wir immer wieder gerne dorthin, denn mit viel Liebe und Mut bauen die Verantwortlichen ihren Park in einen großzügigen und tiergerechten Zoo um.

Unserer Vorliebe für die kleineren Tiere kommt er sehr entgegen. Bei den Krallenaffen haben wir hier einige Arten sogar erstmals zu Gesicht bekommen. Wenn es möglich ist, dann werden auch "Anregungen" von besonderer Seite angenommen: Weil die Vari-Kinder regelmäßig ausbüchsen und im Park herumtoben (sie kommen immer zurück ins Gehege), wurde zunächst eine frei begehbare Anlage für die Kattas geschaffen. Ein Teil davon wartet aber schon mind. 2 Jahre auf die Vollendung und den Einzug der Varis.

Anfahrt
Über die Bundesstraße 72, Abfahrt Mittelsten Thüle, zwischen Cloppenburg und Friesoythe. Kostenlose Parkplätze
Mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist der Tierpark wegen seiner Lage nur eingeschränkt erreichbar.

Eintrittspreise
Besucher ab 14 Jahre 15,00 €
Kinder von 3 - 13 Jahren* 13,00 €
Behinderte ab 80% 11,00 €
Behinderte Kinder ab 80% 9,00 €
* Das Alter der Kinder ist auf Verlangen des Parkpersonals nachzuweisen

Öffnungszeiten:
März *
jeden Samstag und Sonnntag 9:00-18:00 Uhr
24. März - 04. November
täglich 9:00-18:00 Uhr
 
* (Witterungsbedingte Änderungen vorbehalten)

Die Trennung von Zoo- und Freizeitpark-Bereichen ist angenehm unaufgeregt und auch bei großem Besucherandrang findet sich immer wieder eine Oase der Ruhe. Besonders der große Erweiterungsbereich eignet sich für Ruhepausen und eine (mitgebrachte) Brotzeit.

Das Restaurant am Eingang kann mit einem Stempel auf der Hand (erhältlich an der Kasse)  zwischendurch besucht werden.

Das Gehege der Nasenbären gehört zu den neueren Bereichen