Donnerstag, 18. Oktober 2012

Peggy und Ferdinand - das Liebespaar


Donnerstag Mittag im Jaderpark: Seltsame Quietsch- und Klacklaute hallen über die Anlage. Wasserschwein und etwas kleines Geflecktes springen zur Seite. Die Quelle der Unruhe ist Peggy, das Flachlandtapir-Weibchen, dem Ferdinand, ihr "Mann", auf dem Fuße folgt. Ihre Pflegerin Gaby bezeichnet das Quietschen und Klacken als "Tapir-Walgesang". (Bei Pferden würde man von einer "Fohlenrosse" sprechen. Wie heißt das bei Tapiren? Muss ich doch demnächst mal fragen.)

Nando und Calimero
Tapire im Liebesrausch
Die Leidtragenden sind Nando (geb. 1.09.2012), der kleine Sohn, der irritiert entweder auf Abstand geht oder die Nähe zu seiner Mutter sucht, und Calimero, das Wasserschwein. Noch um eine weitere Ecke zieht die Karawane, dann hat Ferdinand die richtige Position und geht an die Produktion von Kind Nummer 7. (Original-Kommentar: " Jetzt wird es für die Männerwelt peinlich.") Wenn alles gut geht, kann das Ergebnis in rund 400 Tagen auf der Anlage herumtoben.

Es geht in die nächste Runde der fröhlichen Jagd. Das geht in der Regel ca. 2 Tage lang so, bis sich alles wieder beruhigt. Für die Zuschauer ist es nur wichtig, den Urin-Fontänen auszuweichen, die das Revier markieren oder die Paarungsbereitschaft anzeigen sollen.

Xinga verließ den Jaderberg erst
kurz vor Nandos Geburt
Dem regelmäßigen Besucher ist das kein so ungewohntes Bild. Die beiden Tapire sind sowieso ein außergewöhnliches Paar, denn normaler Weise muss das Männchen nach der Paarung abgetrennt werden. Nicht so im Jaderpark: Hier bleiben die Tiere zusammen und kümmern sich gemeinsam liebevoll um ihren Nachwuchs. Nur eben nicht, wenn Peggy in Hitze ist. Dann werden auch die Nächte sehr kurz. Entsprechend war Nando an diesem Tag etwas gegen den Strich gebürstet und nicht für Streicheleinheiten empfänglich.

Unser letztes Bild von Tamino
Dass wir inzwischen zu den regelmäßigen Besuchern gehören, liegt an diesem Pärchen. Erstmals hörten wir nämlich  im Oktober 2006 vom Jaderpark. Damals suchten Günther Jauch und "Stern-TV" einen Namen für ein Tapir-Baby. (Die Wahl der Zuschauer fiel auf "Tamino"/Bericht von Stern-TV) Dem Augenaufschlag des kleinen Kerlchen konnten wir einfach nicht widerstehen. Die Beschreibung "...bei Bremen..." weckte zusätzlich unsere Neugierde (in Bremen selbst gibt es keinen offiziellen Zoo) und so machten wir uns auf in die Wesermarsch.  


Peggy mit Nachwuchs 
bei einer Fütterrunde
Regelmäßig stehen wir seitdem bei den Flachlandtapiren und kraulen einen von den Beiden durch soweit die Finger reichen oder bis der Tapir vor Vergnügen eingeschlafen ist und umfällt. Diesen Gesichtsausdruck muss man live gesehen haben - einfach unbezahlbar. Für uns als Besucher ist das eine tolle Erfahrung, denn trotz Allem sind dies wilde Tiere, die sich da von uns verwöhnen lassen. Peggy wären manchmal ein paar Snacks lieber, aber - wie bei vielen Frauen - die schlanke Linie ...

Peggy und Ferdinand scheinen richtig auf den Geschmack gekommen zu sein, denn inzwischen hat Tamino schon 5 weitere Geschwister bekommen. Zuvor hatte es einigen Anlauf gebraucht bis es klappte. Leider verlassen die Jungtiere auch in der Natur immer spätestens nach einem Jahr ihre Mutter und machen so Platz für das Nächste.

Nando not amused

Schon vor seiner Geburt war klar, wo Nando später seine neue Heimat finden wird. Denn trotz einiger Meldungen über andere Tapirgeburten, ist die erfolgreiche Aufzucht nicht so selbstverständlich und es herrscht große Nachfrage weltweit. 

Wenn er nach seinem Vater kommt, dann wird sich eine weitere Generation über einen echten Gentleman freuen können.

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