Donnerstag, 25. Oktober 2012

Tips und Taps - die Hybrid-Bären

Tips und Taps beim Baden
Jahrelang musste sich der Zoo ihretwegen harsche Kritik gefallen lassen, heute sind sie die offiziellen Botschafter des Klimawandels und seiner Folgen: Tips und Taps.

Ihre Geburt 2004 war eine echte Überraschung. Bis dahin war man davon ausgegangen, dass trotz der nahen Verwandschaft von Eis- und Braunbären keine Verpaarung möglich sei. Doch Eisbär Elvis (heute ZOOM Gelsenkirchen) und Braunbär Susi (inzwischen verstorben) bewiesen das Gegenteil.

Aufgrund der veralteten Anlage (typisch 70er Jahre, viel Beton und wenig Beschäftigung) hagelte es daraufhin Kritik an der Haltung. Der Zoo stand zu seinen "Champagner"-Bären und behielt recht: "In freier Wildbahn sind ebenfalls, wenn auch selten, Mischlinge zwischen Eis- und Braunbären nachgewiesen. Normalerweise leben die beiden Bärenarten in unterschiedlichen, sich nicht überlappenden Lebensräumen. Doch Klimawandel und Erderwärmung führen zum Schmelzen des arktischen Eises. Das hat zur Folge, dass die Barrieren aus Eis verschwinden und Braunbären immer häufiger in die arktischen Gebiete ziehen - und mit Eisbären bereits vereinzelt Nachkommen gezeugt haben." (Quelle: Zoo Osnabrück)

Es wird keine Zuchtversuche mit Tips oder Taps geben. Aber ihnen sollte trotzdem ein lebenswertes Leben ermöglicht werden.
Die neue Bärenanlage im Kajanaland

Der Sprung ins kühle Nass
Im November 2010 war es soweit. Die Umgestaltung des gesamten Areals wurde in Angriff genommen. Im Juli 2011 feierte der Zoo die Eröffnung des Kajana-Lands, im Mittelpunkt die Bären- und Blaufuchs-Anlage.
Tips, bitte recht freundlich

Blaufuchs, die neuen Mitbewohner
Seitdem leben die Beiden auf einer Traum-Anlage mit Wasserfall, Badepool und viel Platz zum Klettern und Laufen. Für Beschäftigung sorgen die Mitbewohner: Blaufüchse, die unter sich bleiben, aber halt auch Ausflüge ins Nachbargehege machen können.

Viele Touristen, die den Zoo erstmals besuchen, fragen immer wieder, wieso die Eisbären so merkwürdig aussehen. Elvis und Susi haben ihre Arten-Merkmale an beide Kinder weitergegeben.

Die kleinere Tips ist fast weiß, hat relativ große puschelige Ohren und die Kopfform ihrer Mutter.
Mutter Susi, 2010

Taps noch auf der alten Anlage
Der größere Taps hat das dunklere Fell, ähnelt in der Kopfform eher seinem Vater Elvis, wobei seine Ohren auch größer sind.

Tips sitzt gerne mal auf einem Felsen in der Nähe des großen Panorama-Fensters oder planscht im Pool herum.

Taps ist dagegen der Dauerläufer. Er umkreist ständig das Areal und scheint fast zu kontrollieren, was auf dem Besucherparkplatz jenseits des Zauns passiert.

Mit der Einweihung der "Klimahöhle" im Herbst 2012 sollen die Besucher Gelegenheit erhalten sich  über den Klimawandel umfassend zu informieren. Damit haben die Beiden in der Stadt des "Westfälischen Friedens" die Nachfolge des Eisbären Knut angetreten.

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