Sonntag, 4. November 2012

Serengeti-Park: Tierwelt - Teil 1

Die Giraffen lieben Snacks
zwischendurch
In anderen Zoos eine Sensation:
Streifengnus mit Nachwuchs
Gleich nach dem Kassenbereich heißt es sich zu entscheiden: Weiterfahrt mit dem Serengeti-Bus (5 EUR/Person) oder im eigenen PKW. Wir nutzten bisher immer Letzteres - einfach mehr Freiheit zu entscheiden, wann man weiterfährt. Nachteil: Die Fahrer sind nun mal die besten "Fremdenführer". Und so ein Bild vom Breitmaulnashorn, das einfach so durch die Tür hereinschaut, ist schon verführerisch... Vielleicht beim nächsten Mal.

Weitläufig und abwechslungsreich
Nach den letzten Vorbereitungen (Fenster putzen nicht vergessen) beginnt die Tierwelt, die in weitere Bereiche aufgeteilt ist (Stand November 2012):

- Afrika-Savanne mit schwarz-weißen Varis, Ellipsen-Wasserböcken, Elen- und Rappenantilopen, Giraffen, Flamingos, Gnus, Oryx-Antilopen und Siamangs.

Der Startpunkt ist die Insel der Varis. Die schwarz-weißen Lemuren sind manchmal schwer zu entdecken, besonders mittags.



Elipsen-Wasserbock
Daran schließt sich allerdings ein Areal an, wo man weniger schüchtern ist. Seien es die Elen- oder Rappenantilopen oder die Giraffen - wer das Fenster offen hat, hat schnell mal die eine oder andere Nase oder gleich den gesamten Kopf im Wagen. Man glaubt nicht, wie groß so ein Giraffen-Schädel wirklich ist - und wie lang und feucht die blaue Zunge, wenn sie genüsslich über die Scheibe leckt.

Wenn man Glück hat, erlebt man den
Beginn eines neuen Lebens hautnah
Die gelungene Mischung der Tierarten bietet wunderbare Möglichkeiten, die Interaktion zwischen ihnen zu beobachten. Diesen Sommer hatten wir sogar das Glück die Geburt einer kleinen Elen-Antilope mitzuerleben. Nie werde ich den Anblick vergessen, als die Mutter noch eifrig beim Trockenlecken war und sich eine Giraffe herunterbeugte, um den Neuankömmling zu beschnüffeln.

- Zululand: Säbelantilopen, kleine Kudus, Impalas, Nyalas, Mrs. Greys Wasserböcke, Kronenkraniche und Geparden

In diesem Bereich hat sich über die letzten Jahre am Meisten verändert. Bei unserem ersten Besuch grasten hier Rentiere. Heute sind es verschiedene Gazellen- und Antilopen-Arten - alles nur durch einen Maschendrahtzaun getrennt von einem ihrer natürlichen Feinde: Geparden.
Die Katzen nehmen es scheinbar mit stoischer Ruhe hin.

- Europas größter Streichelzoo: Damwild, Mufflons, Ziegen, Schafe, Enten und Gänse, Zwergesel, Mini-Ponys, Seehunde und Dybowskihirsche

Der See der Seehunde
Die "Belagerung" des Futterkiosks
Damhirsch am Seehundteich
Hier ist die erste Gelegenheit aus zu steigen und sich die Beine zu vertreten. Die vierbeinigen "Wegelagerer" (Ziegen, Ponys, Damhirsche uvm.) sind nicht weit. In der Ferienzeit kann es aber auch vorkommen, dass die Tiere schon so vollgefuttert sind, dass sie uns links liegen lassen.

Was aber wirklich selten vorkommt.

Neben den Pellets sind Karotten, Steckrübe, Kohlrabi usw. heiß begehrt. Verständlich: Auch Tiere mögen Abwechslung.

Die vierbeinigen Wegelagerer in Aktion
Ein privater Tipp: Große Erfolge feiern wir derzeit regelmäßig mit Chinchilla-Pellets ohne Zusatzstoffe. Diese sind größer als die im Zoo erhältlichen und man kann sie sehr gut einzeln verfüttern. Die Knubbel sind hart und bestehen nur aus getrocknetem Gras und Kräutern - absolut zuckerfrei und kalorienarm.

Wenn ich jedoch Leute sehe, die tatsächlich Spaghetti, Chips u. ä. verfüttern, dreht sich mir der Magen um. So eine Gedankenlosigkeit - auch noch vor kleinen Kindern, die das natürlich nachmachen - macht mich selbst im Nachhinein noch wütend.

An einem Felsenbrunnen besteht auch die Möglichkeit, die vollgeschlabberten Hände zu waschen. An den Tischmanieren müssen die Tierchen noch arbeiten...

Vorsicht beim Wiedereinsteigen, dass nicht noch irgendeine Nase sich zu weit vorwagt.

- Angola-Land: Pferdeantilopen, Damagazellen, Addaxantilopen, Sitatunga und Litschi-Moorantilopen
Die Addax beeindrucken mit ihren
langen Hörnern und der auffälligen
Gesichtszeichnung

Nachwuchs ist hier keine Seltenheit
In diesem Abschnitt kommen nun echte Raritäten. Die Addax-Antilopen sind in ihrer Heimat fast ausgestorben. Dank EEP und großzügigen Sponsoren konnten schon die ersten Nachzuchten (z. B. aus Hannover) wieder ausgewildert werden.

Sitatunga-Bock
Dama-Gazelle
Die eleganten Damagazellen mit dem auffälligen Kehlfleck gehören ebenfalls zu den Arten auf der roten Liste. Wie die Addax sind sie an das Leben in den Sub-Wüsten des nördlichen Afrikas angepasst. Das Leben in Hodenhagen scheint ihnen aber auch zu gefallen.
Litschi-Moorantilope

Pferdeantilopen beim
Kräftemessen
Eher in die afrikanische Savanne gehören dagegen die Pferdeantilopen, während die Litschi-Moorantilopen (auch Letschwe genannt) tatsächlich im Okavango-Becken Angolas leben.



- Prärien Amerikas: Bisons und Wapiti-Hirsche


Ein Hauch vom Wilden Westen umweht diesen Bereich. Mit seiner Wasserkaskade, die von beiden Tierarten besonders an heißen Sommertagen gerne aufgesucht wird, heißt es hier vorsichtig fahren. Oder will man sich mit einem Bison-Bullen anlegen, der Durst hat? Lieber Vorfahrt geben und diesen Anblick genießen.

- Tundren Russlands: Amurleoparden, Dybowskihirsche, Luchse, Hirschziegen-Antilopen, Alpakas
Eine erste Sichtung
Wo ist ein Friseur, wenn man
ihn braucht?
Mit heftigem Ruckeln (wegen der Schleuse) geht es zurück nach Eurasien. Die Tundra bietet als Überraschung zunächst Lamas, die  - soweit ich mich erinnere - eigentlich nach Südamerika an die Hänge der Anden gehören. Aber hier nimmt man es nicht so eng damit.

Hirschziegen-Antilopen-Bock
Sonst wären auch die neuesten "Untermieter" fehl am Platze: Luchse. Wie ihre gefleckten Nachbarn - die Amur-Leoparden - versperrt Maschendrahtzaun die Sicht auf die schönen Katzen. Der Park beteiligt sich an der Wiederauswilderung der Luchse im Harz.

Die Amur-Leoparden in
ihrer neuen Anlage
Der ganz besondere Stolz des Parks sind die Amur-Leoparden. Im Jahr 2007 wurde der Bestand in freier Wildbahn auf nur noch 25-30 Tiere geschätzt. Weltweit leben in Zoos noch ca. 170 Tiere - in Hodenhagen sind es derzeit 3 Katzen und 3 Kater, die auch regelmäßig Jungtiere haben. Darunter das Patentier von Udo Lindenberg - der pechschwarze Paul.

Leider muss wegen der Kletter- und Sprungfähigkeiten der Raubkatzen ein Zelt aus Maschendraht die Gehege überdecken. Gut für die Sicherheit, schade für die Fotografen...

- Amazonien (Südamerika): Flachlandtapire, Klammeraffen-Anlage, Nandus, Guanakos, Zebus, Wasserschweine

Die Capybaras hatten dieses Jahr
erstmals Nachwuchs
Die Klammeraffen halten nach
Eindringlingen auf ihrer Insel
Ausschau
Hier öffnet sich die Landschaft wieder weit und gibt den Blick auf eine südamerikanisch besetzte Weidefläche frei. Zebus in Südamerika? Siehe oben. Dafür habe ich bisher nirgendwo eine so große Menge an Nandus in jedem Alter gesehen.
Diego und Fernando

Den Mittelpunkt bildet die Insel der Klammeraffen. Das Paar ist schon älter, verteidigt sein Rentner-Domizil aber immer wieder vehement gegen Eindringlinge (Video des Serengeti-Parks auf YouTube).

Die beiden Tapir-Männchen stört das jedoch scheinbar nicht. Einer davon - Diego - ist übrigens sowas wie ein "alter Bekannter" von uns aus Osnabrück. Fernando kam aus Gdansk. 

- Dschungelland Asien: Axishirsche, Pater David-Hirsch, Yaks, Gibbon-Insel, Hirschziegen- und Nilgau-Antilopen

Nilgau-Antilope
Wieder ein Sprung über den großen Teich - wir sind in Asien. Für mich die erste Begegnung mit Nilgau-Antilopen. Diese großen eleganten "Sockenträger" lagern gerne im Schatten der großen Bäume und machen es den Fotografen schwer zum "Schuss" zu kommen.

Davidhirsche schauen auch gerne
mal zum Fenster rein
Zutraulicher sind da schon die "Dreckspatzen" Pater-David-Hirsche. Diese Art galt bereits als ausgestorben bis sie der Namensgeber im kaiserlichen Gehege in Peking wiederfand. Seitdem werden sie weltweit nachgezüchtet. Hier in Hodenhagen suhlen sie sich gerne im Teich und sehen hinterher auch entsprechend aus. Gleichzeitig sind sie sehr neugierig und schauen gerne mal im Wageninneren nach dem Rechten. Wer das nicht will: Fenster zu!
Sika-Hirsche verstecken ihren
Nachwuchs gerne direkt
am Zaun 

Die Sikas und Yaks üben da mehr Zurückhaltung. Da die Hirsche sogenannte "Ableger" sind - ihr Nachwuchs versteckt sich anfangs im Unterholz - lohnt sich bei jeder Durchfahrt eine genaue Inspektion des Zauns. Irgendwo steht meist eine Ricke und säugt ihr Kalb.

 

Anschließend ist das Schließen der Fenster lebensnotwendig.
Mehr davon im 2. Teil...

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen