Donnerstag, 22. November 2012

Serengeti-Park/Affenwelt: Die Freigehege

Je nachdem, wo man den Parkplatz gefunden hat (unser Favorit derzeit: direkt bei den Safari-Lounges, weil gleich noch Toilette in Reichweite), geht es in den verschiedenen "Welten" jetzt zu Fuß weiter.

Wo bleibt mein Drink?
Gleich neben dem Treffpunkt der Serengeti-Busse (Parkplan zum Download) geht es überdacht direkt auf den Platz vor dem Souvenir-Shop und dem historischen Kinderkarussell.
Mutter und Kind wohlauf
Rechts ist auch schon der erste Eingang zu den begehbaren Affengehegen. Und gleich unsere besonderen Lieblinge:


Die Kattas

Die Lemuren mit dem Ringelschwanz haben kaum Scheu vor den Besuchern und springen zwischen den Beinen herum. Das Anfassen ist allerdings nicht gestattet und sorgt nur dafür, dass sie sich in die hinteren Bereiche verziehen. Sind sie besonders gut drauf, dann hat man gerne plötzlich einen Affen auf der Schulter. Solche Bilder sind unvergesslich.

Für mich ist es immer wieder erstaunlich, wie leise sich die Tiere bewegen. Höchstens ein leises "Tap Tap" ist zu hören - egal, ob sie am Boden laufen oder durch die Luft von einem Ast zum anderen springen. Die Lautäußerungen sind normaler Weise hohe spitze Töne.

Der Weg durch das Gehege ist eine Sackgasse, weshalb sich hier meist der Besucherstrom staut. Keiner kann sich so richtig von dem Anblick der passionierten Sonnenanbeter losreißen. Sind auch noch Jungtiere dabei - und das ist ungefähr ab Ende April/Anfang Mai regelmäßig der Fall - dauert es noch länger. Vor Jahren kamen wir im genau richtigen Moment ins Gehege.

Ein echter Glücksfall:
Eine Geburt bei den Kattas.
Die Fütterung war gerade vorbei und wir hatten uns deswegen schon etwas geärgert. Die Gruppe saß im "Kuschel-Modus" in der Sonne. Nur zwei Affen hingen am Maschendrahtzaun. Ein Lichtreflex richtete unsere Aufmerksamkeit auf sie. Unter der Schwanzwurzel des höher sitzenden Tieres hing eine mit Flüssigkeit gefüllte Blase. Kurz danach zog sie irgendwas wie einen kleinen, schwarzen, verästelten Zweig nach oben. In unserer Überraschung wurde uns jetzt erst klar: Wir hatten eine Geburt miterlebt. Wie wir später erfuhren, war es eine Erstgeburt und die Mutter wohl selbst von dem Ganzen überrascht. Ein Lob an die Besucher: Jeder hielt Abstand, verursachte keinen Lärm und jemand dachte auch daran, einen Pfleger zu alarmieren. Ihr könnt euch wohl vorstellen, wohin uns unser Weg an diesem Tag immer wieder hinführte...

Neugierig muss alles erforscht werden
An ruhigen Tagen, wenn wir die Einzigen im Gehege sind, setzen wir uns auf die Abgrenzung und warten einfach ab, was passiert. Selten dauert es lange, da kommt schon der oder die Erste an und beschnüffelt uns. Streckt man die Hand hin, wird diese eingehend untersucht. Merke: So kuschelig warm das Fell ist, so eiskalt sind die Fingerchen. Aber auch reichlich dreckig. Die Jeans sind öfters übersät mit kleinen staubigen Pfotenabdrücken.

In dieser friedlichen Idylle vergisst man glatt, wie bedroht die Art in ihrer Heimat ist. Madagaskar gehört zu den ärmsten Ländern der Erde. Die Tierwelt ist endemisch, d. h. es gibt sie nur hier. Durch die wachsenden Bevölkerungszahlen wird die Natur immer mehr zurückgedrängt. Wie die Orang Utans auf Sumatra und Borneo verlieren die Lemuren, Chamäleons und teilweise noch nicht erforschte Arten ihren Lebensraum an Palmöl-Plantagen. Also Augen auf beim nächsten Einkauf, wo das Zeug überall drin ist!

Die Kattas bewohnen Halbwüsten und kommen sogar mit den Stacheln der Madagaskar-Palmen zurecht. Die auffälligen Schwänze helfen der Gruppe zusammen zu bleiben, aber auch als Warnsignal gegnerischen Verbänden gegenüber. Mit dem durchgeknallten "King Julien" aus der Film-Reihe "Madagaskar" haben die Lemuren nichts gemein.




Wer stört?
Nach dem Verlassen halten wir uns auf dem Weg wieder rechts und kommen zu den

Hulman-Languren, aka Hanuman


Was geht ab hier?
Die schlanken Affen werden in ihrer Heimat als Begleiter des Gottes Hanuman verehrt. Sie sind noch nicht lange in diesem Gehege. Zuvor lebten hier die Guerézas.

Das große, hohe Gehege bietet Platz zum Klettern, Rennen, Springen und auch einfach dasitzen und die Besucher beobachten - für die Affen.

"Du kommst hier nicht rein"
Vor Betreten der Schleuse wird davor gewarnt, Rucksäcke, Taschen und ähnliches mit hinein zu nehmen. Es empfiehlt sich, dies auch zu beachten. Bei einem unserer letzten Besuche hatte ich es vergessen, was dazu führte, dass sich umgehend lange Finger an meinem Rucksack zu schaffen machten. Wäre beinahe verdammt schiefgegangen, denn diese Art ist relativ groß - entsprechend beeindruckend ist auch das Gebiss!

"Ich habe doch überhaupt nichts gemacht"
Wie schon bei den Kattas, faszinieren mich die großen schweren Affen (bis zu 78 cm Körpergröße, bis zu 23 kg schwer) mit ihrer Geräuschlosigkeit. Deshalb hatte ich die Beiden, die sich an meinem Reißverschluss versuchten, auch nicht kommen hören. Es reichte aber schon das hektische Herumdrehen, dass der Rückzug angetreten wurde. "Ich habe doch überhaupt nichts gemacht" schien der Blick des Einen sagen zu wollen.

Die friedlichen Pflanzenfresser sind zumeist aber wesentlich zurückhaltender. Auch hier gilt: Je ruhiger man selbst sich verhält, desto neugieriger sind die Affen.

Und wie bei allen Gehegen der Affenwelt gilt: Hunde bitte draußen lassen.

Abermals nach dem Rausgehen rechts auf dem Weg halten. Hier kommt das nächste begehbare Freigehege:

Die Berberaffen


Die Kleinen sehen immer sooo
harmlos aus
Achtung, Überfall!
Diese Affenart ist sogar in Europa heimisch - auf dem berühmten Felsen von Gibraltar. Hier wie dort haben sie sich einen schlechten Ruf als legendäre Taschendiebe "erarbeitet". Nichts ist vor ihnen sicher: Taschen, Rucksäcke, sogar Sonnenbrillen - von Tüten mit Süßigkeiten will ich gar nicht erst anfangen. Deshalb: Wirklich alles, was nicht gebraucht wird, im Auto lassen.

Soweit der Nachwuchs nicht im Spiel ist, sind die Primaten sehr zutraulich und lassen sich durch die Besucher nicht stören. So kann man eine schöne Zeit beim Beobachten von Grooming, Spielen oder Futtersuche verbringen.


In früheren Zeit bestand hier ein Durchgang zum nächsten Freigehege - zu den

Totenkopfäffchen

Mein Anderer als Ausguck
Und hier ist immer was los. "Herr Nilsson" aus den Pippi-Langstrumpf-Filmen tobt hier herum. Die Besucher werden auch gerne mal als Brücke zur anderen Seite des Wegs missbraucht. Einer ruhig hingestreckten Hand können sie selten widerstehen.

Das ist übrigens nicht so romantisch wie bei Inger Nilsson: Die Damen und ihr Männchen (hier herrscht das Matriarchat) duschen gerne mit Eigenurin und haben eine entsprechende "Duftnote".

Nichts ist vor den neugierigen Südamerikanern sicher. So ergibt es sich immer wieder, dass die eine oder andere Aufnahme entsteht, die noch jahrelang für ein Grinsen sorgt. Das ist die große Stärke des Serengeti-Parks: Hier kommen beide Seiten auf ihre Kosten: Die Menschen UND die Tiere!



Im nächsten Abschnitt kommen dann die weiteren Gehege bis zum Affentunnel.


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