Montag, 19. November 2012

Tierpark Hagenbeck Hamburg

Eines der weltberühmten Panoramen

"Geh'n wir mal zu Hagenbeck..." Schon einmal gehört? In Hamburg gehört es schon seit über 100 Jahren zum Standard-Repertoire. Bekannt sollte zumindest das Walross "Antje" sein, das jahrzehntelang das Maskottchen des NDR war. Hagenbeck gehört zu Hamburg wie der Jungfernstieg und der HSV (der übrigens in Stellingen sein Stadion hat).

© Hagenbeck
Das alte Eingangstor
Nach dem Umzug vom Spielbudenplatz auf St. Pauli in das Dorf Stellingen im Jahr 1907 entwickelte sich der Tierpark mit seinen inzwischen weltberühmten Panoramen zum Vorbild für alle nachfolgenden Einrichtungen dieser Art. Gitterlose, barrierefreie Gehege ermöglichten es den Besuchern einen völlig neuen Zugang zu den Lebenwesen, die hier ausgestellt wurden, zu finden.

Denn zu dieser Zeit, in der Reisen in fremde Länder nur den "Super-Reichen" und Wissenschaftlern vorbehalten waren, boten "Völkerschauen" die einzige Gelegenheit sich über fremde Länder und Sitten zu informieren. Bedenken wegen "Menschenwürde" und anderen Grundsätzen des heutigen Rechts hatte man nicht. Noch heute zeugt das alte Eingangstor am Bärengehege von diesen Anfängen.

Die Löwenschlucht ist ein typisches Beispiel für die Idee des Gründers Carl Hagenbeck: Ohne Gitter und mit der Illusion eines natürlichen Lebensraums.



Die Weltkriege überstand der Zoo mit großen Verlusten und Zerstörungen. Die Erben des Gründers bauten alles wieder auf. Die Bemühungen wurden gekrönt, als die Panoramen unter Denkmalschutz gestellt wurden - was heutzutage auch zu heftigen Problemen führt (siehe Eispanorama).

Pagode des neuen
Haupteingangs
Seit 1984 werden regelmäßig im Sommer die "Dschungelnächte" abgehalten. Neben Musik, Tanz und Akrobatik haben die Besucher auch Gelegenheit die Tiere bei Nacht in ihren Warmhäusern zu beobachten.

Die Panorama-Scheibe des
Haifisch-Beckens
Im Jubiläums-Jahr 2007 wurde am neuen Haupteingang an der Koppelstraße (gleich beim U-Bahnhof "Tierpark Hagenbeck") das Tropenaquarium eröffnet. Es soll dem Familienunternehmen den Bestand auch bei Schlechtwetterperioden sichern. Wie auch im Park wird auf eine möglichst authentische Lebenswelt der über 300 Arten geachtet - und wer Glück hat, hat auch mal einen Katta auf der Schulter.
Blick in die Tropenhalle
Der einzige Groß-Zoo Deutschlands in Privathand finanziert sich durch die Eintrittsgelder und muss ohne regelmäßige staatliche Zuschüsse auskommen. In den letzten Jahren wurde mit der Stadt Hamburg eine Art "Ausfallversicherung" abgeschlossen.

Große finanzielle Unterstützung von seiten des Stadtstaats erhielt das Unternehmen auch beim Neubau des Eispanoramas. Dieses war nach 100 Jahren so marode und viel zu eng, dass nur der Abriss blieb. Dem stand allerdings der Denkmalschutz entgegen. So einigte man sich auf eine Komplett-Sanierung mit Übernahme des Grundkonzepts.

Während des Umbaus 2009-2012 lebten einige Tiere (z. B. die Eisbärin Viktoria) in anderen Zoos oder wurden provisorisch in anderen Gehegen untergebracht. Die Pinguine lernten so die Roten Kängurus kennen. Das 20-Mio.-Euro-Projekt wurde im Sommer 2012 eingeweiht und bildet nur einen weiteren Schritt zu einem zeitgemäßen Zoo.

Als nächste Etappe wurde im Herbst ein Asien-Panorama in Angriff genommen. Dort sollen ab Frühjahr 2013 Onager und Streifen-Hyänen vergesellschaftet werden.

Öffnungszeiten

Preise

YouTube-Kanal

Auf keinen Fall verpassen, wenn man etwas über die einzelnen Tiere erfahren will: Fütterungszeiten.

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