Samstag, 19. Januar 2013

Tierpark Ismer - 2. Teil: Akbar und Amudaja

Akbar
Es war einmal ein kleiner Amurtiger, der von seiner Mutter nicht angenommen wurde. Er fand in Almuth Ismer eine Ersatzmutter und erhielt den Namen "Akbar". Zwischen den Beiden entstand eine außergewöhnliche Beziehung. In Jugendjahren spazierten die Beiden durch den Park und auch im Erwachsenenalter lässt sich der Kater immer noch gerne von "Mama" den Kopf kraulen.

Was wie ein Märchen klingt, ist Realität. (Zeitungsbericht aus 2011). Über 30 Tiger kamen seit Beginn der Zucht bereits in Ströhen zur Welt. Und aus der Waise ist inzwischen ein stattlicher Kater mit über 300 kg Gewicht geworden. Aber auch seine Nachkommen sorgten schon für Schlagzeilen.


Im Gegensatz zur landläufigen Meinung, dass Handaufzuchten zu sehr auf den Menschen geprägt sind, um selbst Nachwuchs zu bekommen, ist er inzwischen mehrfach Vater geworden. Und diese Rolle erfüllt er vorbildlich, wie wir selbst schon mehrfach beobachten konnten.
Amudaja mit Nachwuchs

Seine Lebensgefährtin Amudaja (geb. 16. Juli 2002) kam 2007 aus dem Tierpark Berlin nach Ströhen und verdrehte Akbar schnell den Kopf. Naturgemäß stellte sich bald der Nachwuchs ein - 2009 leider einmal zu schnell. Erst im Oktober 2008 hatte Amudaja ihre Tochter Motte geboren. Am 15. Mai 2009 kam Taiga zur Welt. Ihre Schwester war aber noch auf die Milch ihrer Mutter angewiesen. Daher entschied sich die Tigerin - wie es die Natur vorgibt - für die ältere Tochter und verstieß ihre Jüngste. Glück im Unglück: Das Drama weckte die Aufmerksamkeit von "Monster", dem Dackelrüden von Almuth Ismer, der sich liebevoll der Kleinen annahm. Er schleckte ihr hingebungsvoll den Bauch ab und regte damit die Darmtätigkeit an.

Wenige Tage später kam es zu einer weiteren Tragödie: Monster lief unbeobachtet über die Straße und wurde vom Postboten überfahren. Abermals stand das Leben des Tigerbabys auf der Kippe - wenn da nicht Bessy, die Tochter von "Monster", gewesen wäre. Sie übernahm wie selbstverständlich das Erbe und half unermüdlich bei der Aufzucht.

Diese ungewöhnliche Geschichte erregte in den Medien große Aufmerksamkeit (Frankfurter Rundschau, BILD, Die Welt). So bekam Taiga auch einen Tiger als Taufpaten: Der Fussball-Profi Stefan Effenberg, der sich einstmals einen Tiger ins Haar frisierte, stellte sich spontan zur Verfügung und verliebte sich auf den ersten Blick in das Tigermädchen.

Leider konnte Taiga nicht in Ströhen bleiben, da kein weiteres Tiger-Gehege eingerichtet werden konnte.

Auch im letzten Jahr konnten wir uns über süßen Nachwuchs freuen: Boateng, Shiva und Cheyenne.



In Ströhen kann man direkt in die Mutterstube schauen. So lernten wir die Drei schon im Mai kennen.



Im August spielten sie schon unter Aufsicht von Akbar und Amudaja auf der Freianlage.

Wir freuen uns auf ein Wiedersehen.

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