Samstag, 2. Februar 2013

Tierpark Ismer - Teil 5: Der jüngere Teil

Nach der Überquerung der Straße geht ein breiter Weg zunächst zu einem Häuschen mit Souvenirs, Eis und ähnlichem auf der einen, und dem Ausflugsrestaurant auf der anderen Seite (noch nicht von uns besucht). Zumeist wird man sehr höflich um das Vorzeigen der Eintrittskarte gebeten und kann gleich weiter zum Spielplatz und dem Streichelgehege.

Dieser Abschnitt des Tierparks ist (mit echtem Rundweg) wunderschön in den Wald eingefügt. Entsprechend sind auch seine Bewohner ausgewählt.

Gleich neben den Ziegen liegt die erste Voliere mit zwei Wellenuhus auch nördliche Flecken-Uhus genannt. Die kleineren afrikanischen Verwandten des heimischen Uhus verstecken sich gerne. Das feine Maschengitter der Voliere und die Lage unter den Bäumen vereinfacht nicht gerade das Fotografieren. Vielleicht liegt darin der Grund, dass die meisten Besucher daran unbeachtet vorübergehen. Dabei sind diese Vögel in Deutschland nur noch in 4 weiteren Parks (u. a. Tierpark Berlin) zu sehen.

Der nächste Anlaufpunkt ist eine große Weide. Dort grast eine Herde von Pferden, die wir ansonsten bisher nur im Zoo von Neumünster sehen konnten: Wald-Tarpane.
Leider ist diese Pferderasse im 19. Jahrhundert ausgestorben. Es existieren auch keine sicheren Erkenntnisse über das Erscheinungsbild dieser europäischen Wildpferde. Ausgehend vom Tierpark Hellabrunn in München wird vielerorts eine Rückzuchtung versucht. In Ströhen zeigt sich auf dem graubraunen hellen Fell ein dunkler Strich auf der Rückenlinie - der sogenannte Aalstrich. Wenn man sich die Beine ganz genau anschaut, so sind leichte Streifenzeichnungen zu erkennen. Die Rasse ist robust und benötigt nur einen weiten Auslauf und einen Unterstand für Regentage. Als Wildpferde bleiben sie das ganze Jahr draußen.

Gesellschaft leisten ihnen wahre "Teddybären" unter den Rindern: Schottische Hochlandrinder. Die rotbraunen Tiere gehören zur ältesten registrierten Haustierrasse. Die relativ kleinen Rinder liefern für heutige Hochleistungsbetriebe weder genügend Fleisch noch ausreichend Milch. Als Landschaftspfleger werden sie aber immer wertvoller, da sie auch mit kargen Böden zurecht kommen.

Auf der anderen Seite des Wegs ist Glück gefragt. Dieses Gehege beherbergt Dybowski-Hirsche und Sarus-Kraniche.

Allerdings haben die Bewohner nicht immer Lust sich zu zeigen.
Habichtskauz
Die nächsten Volieren machen es dem Besucher auch nicht leichter: Verschiedene Eulen und Luchse gehören zu den Dämmerungsaktiven und sind daher tagsüber eher schwer zu entdecken. Daher planen wir hier immer eine zweite Runde zum Abschluss des Tages ein. Bisher hat es sich immer für uns gelohnt.

Noch ein bisschen weiter kommen wir an die Voliere der Schnee-Eulen. Das Paar sitzt meistens an der Rückwand auf einem Ast.


Vorsicht zickig! Saruskranich
Auf der anderen Seite des Wegs erstreckt sich weiterhin das Gehege für Dybowski- und Sika-Hirsche. Zwischendurch lässt sich auch der Saruskranich blicken. Dem sollte man aber in der Brutsaison nicht zu nahe kommen. Der Schnabel ist ziemlich lang.



Fast schon am Waldrand kommen wir zu den europäischen Mufflons und den Soay-Schafen. Die beiden Herden haben reichlich Nachwuchs, genießen die Abgeschiedenheit.



Klein, kleiner, am kleinsten:
Die Zwerg-Shetties
Klein, wie Hunde, aber eindeutig Pferd. Auf einer großen Weide wird der Besucher von den kleinsten Pferden überhaupt begrüßt: Den Zwerg-Shetlandponys.

Der Größenunterschied von Araber zu den Ponys ist wirklich erstaunlich und zeigt die Anpassungsfähigkeit der verschiedenen Arten.

Sehr idyllisch präsentiert sich auch die Anlage für ein weiteres Hirsch-Rudel und Saruskraniche.

Es folgen Volieren mit Tauben, Fasanen und Ähnlichem. Leider war es bei unseren Besuchen dort immer schon recht schattig, weshalb das Fotografieren etwas erschwert wurde.


Saker-Falke
Wunderschön ins Bild gesetzt präsentieren sich die Saker- oder Würgfalken. Diese Bewohner der Steppen und Waldsteppen Osteuropas und Zentralasiens haben ein großzügig gestaltetes Gehege und reagieren auf den Besucher ohne Stress oder Hektik.


Vorbei an weiteren Volieren kommen wir zu den Waschbären, die es aber fertig gebracht haben, jedes Mal im oder auf ihrem Haus zu schlafen.

Die Anlage für die Zwergkaninchen markiert dann schon die Rückkehr zu Restaurant, Streichelgehege und Spielplatz.

Für diese Runde planen wir immer ca. 1 Stunde ein.

Als allgemeines Fazit kann ich einen Besuch in Ströhen nur empfehlen. Die Lage ist paradiesisch und der Tierpark zieht seinen Vorteil daraus. Der reiche Kindersegen spricht für sich. Auch für regnerische Tage hat der Besucher die Möglichkeit sich in den Ställen an den Arabern zu erfreuen. Die vielen Veranstaltungen rund um das Gestüt, Fotoseminare und Mittelaltermarkt bilden zudem noch einen weiteren Pluspunkt.

Was ich besonders schön finde, ist, dass auch zahlreiche Wildtiere, wie Störche und Kaninchen im Park eine Zuflucht gefunden haben. Wo sieht man schon so nah einen Storch über eine Wiese stolzieren?
Wir freuen uns schon auf den nächsten Besuch.


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