Donnerstag, 21. Februar 2013

Zoo am Meer: Rundgang Teil 3 - Seehunde und Seebären

Wer da?
Gleich neben den Seelöwen planscht die nächste Robbenart - die Seehunde. Dem norddeutschen Küstenbewohner sind sie ja ein vertrauter Anblick. Doch es ist immer ein Unterschied, ob man vom Ausflugsschiff die Robbenbänke besucht oder die Tiere aus unmittelbarer Nähe beobachten kann.

Wo bleibt der Fisch?
Wie bei den Seelöwen gilt auch hier: Die kommentierten Fütterungen sind sehr informativ und man lernt sehr viel über die einzelnen Persönlichkeiten. So ist zum Beispiel Vize, der jüngste Bulle, kein Freund von hektischen Bewegungen. Nur mit sehr viel Training und Geduld springt er jetzt aus dem Wasser an sein Target.

Da die Seehunde das ganze Jahr über auf der Anlage bleiben, hat sich im Laufe der Zeit herausgestellt, dass ein Nachtstall für sie überflüssig ist. Dieser Umstand ermöglicht jetzt unter anderem den Bau des neuen Nordsee-Aquariums.

Die muntere Truppe zieht es nur äußerst selten auf das feste Land. Wie auch ihre wilden Artgenossen bevorzugen sie den Aufenthalt im Wasser. Daher wird ein Stockwerk tiefer bei den Panoramafenstern erst klar, wie elegant sie eigentlich sind. Über Wasser sieht der Besucher meistens nur die Köpfe, die ihre Bahnen durch das Becken ziehen.


Damit geht es jetzt erst einmal weiter zu den südafrikanischen Zwerg-Seebären. Eine völlig irreführende Bezeichnung, denn sie kommen auch in Australien vor und sind die größte Art unter den südlichen Seebären.
Ein echter Macho: Becks

Svana und Hexe beim Dösen
Hier in Bremerhaven ist Becks der Chef im Ring. Wie Sailor bei den Seelöwen hat er ein kleines Harem zu verteidigen. Der Bulle ist 13 Jahre alt und noch nicht ausgewachsen. Er ist ungefähr doppelt so groß wie seine Weibchen. Trotzdem steht er jedes Frühjahr seinen Mann und macht in der Brunft allen ausgiebig den Hof.

Die beiden ältesten Damen sind Svana und Hexe, beide bereits über 20 Jahre alt. Die meiste Zeit liegen die beiden Seniorinnen auf den Steinen und lassen sich die Sonne auf das Fell brennen - wenn denn die Sonne scheint. Wer genau hinschaut, dem wird auffallen, dass beide blind bzw. sehbehindert sind. Bei Robben fällt dies weniger ins Gewicht, da sie sich im Wasser mehr mit ihren Barthaaren, den sogenannten Vibrissen, orientieren. Bisher scheinen sie ihren Lebensabend zu genießen.

Seebären gehören zu den
Ohrenrobben
Jünger und entsprechend verspielter sind da Poca (* 2007 in Belgien/ Bericht zur Taufe) und Shani (*2010 in Rostock/ Bericht Kreiszeitung). Temperamentvoll ziehen sie ihre Bahnen im Wasser und verbreiten ihren ganz besonderen Charme erst im unteren Stockwerk. Auf ihnen ruht die Hoffnung des Zoos auf baldigen Nachwuchs.

Becks ist jedenfalls bereit und mit der nächsten Brunft könnte es zumindest mit Poca zur Paarung kommen. Shani ist noch etwas zu jung dafür. Seebären werden mit ca. 3 Jahren erst geschlechtsreif. Nach einer Tragzeit von ca. 12 Monaten könnte der erste kleine Seebär seit 2002 (Jungbulle Jens-Uwe) über die Anlage toben. Drücken wir die Daumen.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen