Donnerstag, 21. März 2013

Saisonauftakt im Tierpark Ismer, Ströhen


Der Wetterbericht war zwar alles Andere als einladend, trotzdem wollten wir die Eröffnung der neuen Zwergotteranlage im Tierpark Ismer nicht verpassen. Leider ließ uns der Navi mal wieder an der richtigen Stelle im Stich und wir kamen etwas zu spät an. An der Kasse (im Büro) hörten wir jedoch erstaunt, dass wir an diesem Tag die ersten Gäste waren. Ein ganzer Tierpark ganz für uns - da hat sich das frühe Aufstehen (6 Uhr rasselte der Wecker) doch gelohnt.

Und auch der Anblick der Stuten mit Fohlen bei Fuß, die auf die vordere Weide gelassen wurden, hatte einiges für sich. Das kann man nicht beschreiben, das muss man gesehen haben.

Die Kattas blieben lieber im Warmen. Eine Überraschung bot sich aber bei den Totenkopfaffen. In ihrem alten Gehege zwitscherten Sittiche, dafür toben sie jetzt auf der anderen Seite des Wegs im umgebauten ehemaligen Haus der Grünen Meerkatzen, die ganz verschwunden sind. Die Ausstattung ist sehr gut gelungen und endlich haben die Äffchen reichlich Platz zum Toben. Ein Manko: Die Besucher sind durch eine Hecke abgegrenzt. Aber im Hinblick auf die Unvernunft und Gedankenlosigkeit einiger "Tierfreunde" ist dies wohl notwendig geworden.
An der Ecke des Gebäudes fanden wir den Anlass des Besuchs: die neue Anlage der Zwerg- a. k. a. Kurzkrallenotter. Die beiden Otter zogen bereits im Oktober vom Luisenpark in Mannheim nach Wagenfeld. Die Anlage ist großzügig, abwechslungsreich und wird wohl noch etwas zuwachsen, sobald der Frühling wirklich mal einzieht. Sie zeugt jedenfalls von sehr viel liebevoller Sorgfalt der Planer. Noch scheint der Wasserbereich nicht genutzt zu werden, denn die Oberfläche war größtenteils gefroren.

Auf unserer ersten Runde blieben die Bewohner noch im Haus. Bei der zweiten schossen sie aber munter auf uns zu und hielten nach weiteren Besuchern Ausschau.

Gegenüber hielt nur ein Erdmännchen Wache. Der Rest der Truppe und die Fuchsmangusten blieben lieber zumeist im Haus unter der Wärmelampe.

Auf der nächsten Station vermissten wir die Geparden-Männchen. In ihrem Gehege sind jetzt jeweils ein Paar Hühnergänse und Weißnacken-Kraniche. Apropos Wasservögel: Die neuen Madagaskar-Enten haben wir nicht entdeckt. Die etwas unscheinbaren Vögel sind uns bereits aus Durrell auf Jersey bekannt.

Bei den Zebras und einigen anderen Tierarten lohnt sich bald ein weiterer Besuch. Pralle und tiefhängende Bäuche sind für uns ein Indiz für baldigen Kindersegen im Park.

Der ist bei den Pumas schon am 19. Januar eingetroffen. Die Kleinen werden liebevoll von ihrer Mutter versorgt. Diese beobachtete uns sehr genau und achtete darauf, dass wir nicht zu nahe kamen. Wir hätten den Beiden stundenlang zuschauen können. Ein weiterer Puma in der Freianlage fand die mangelnde Aufmerksamkeit für sich aber nicht so toll und maunzte lautstark. Leider kein Hinweis auf den Verbleib des Nachwuchses vom letzten Jahr.



Ähnliches bei den Tigern, wo Akbar und Amudaja alleine durch ihr Gehege streiften. Kein Hinweis auf Boateng, Cheyenne und Shiva.

Vorbei an den immer hungrigen Zwergeseln kamen wir zur nächsten Neuerung. Die Nyalas sind anscheinend abgegeben worden. Stattdessen sind hier die Sitatungas, Kronenkraniche und Litschi-Wasserböcke eingezogen. Letztere sind noch etwas schüchtern und blieben größtenteils auf der Erweiterungsfläche, die früher die Lamas und die Emus bewohnten. Dafür waren die Sitatungas sehr neugierig und standen gerne Modell.

Neben den Banteng wohnen jetzt die Pater David Hirsche, a. k. a. Milus. Sie hielten ebenfalls auf Abstand. Mein Anderer wird jetzt sagen "Besser so". Er hat im Serengeti-Park schon einmal eine etwas aufdringliche Schnauze abwehren müssen.

Wie schon der morgendliche Aufgalopp auf der Weide vermuten ließ, sind im Stall jeden Tag neue Vierbeiner zu begrüßen. Teilweise waren die Fohlen am Dienstag nur wenige Stunden alt, wie wir durch den Kontrollgang von Dr. Nils Ismer mitbekommen haben.



Augenscheinlich hatten die Verantwortlichen völlig vergessen, dass sich an diesem Tag doch ein paar Besucher eingefunden hatten. Sonst wäre wohl nicht zu erklären, wo wir plötzlich überall hinein kamen - ohne Absperrung oder Hinweisschild kamen wir sogar ins Elefantenhaus. Aus der Nähe sind Makombe und Sambesi wirklich riesig. Abends war der Zugang jedoch mit einer Kette abgesperrt. Der Besuch im Haus ist zwar ausdrücklich erlaubt, doch nur außerhalb der Reichweite der Rüssel.

Ebenso war wohl nicht geplant, dass wir dem Winterquartier des Zirkus May einen Besuch abstatten konnten. In einer riesigen Halle an der Show-Scheune waren unter anderem Zebras, Trampeltiere und Gänse untergebracht. Alle machten einen entspannten, gepflegten Eindruck - kein Wunder bei der Unterbringung.

Am Ende der Halle konnten wir dann auch noch einen Blick auf das hauseigene Turniergelände werfen. Am Ende waren wir extrem überrascht, wie groß der Besitz ist. Da ist noch genügend Platz für Weiden und andere Erweiterungen.

Vergessen möchte ich auch nicht das Tierpark-Restaurant auf der Seite des neuen Teils. Mangels Alternativen legten wir hier unsere Mittagspause ein. Der Gastraum ist eindeutig für größere Gruppen ausgelegt. Von den Fenstern kann man auf die vordere Weide schauen, wo an diesem Tag die jungen Hengste sich austobten. Die Bedienung entschuldigte sich für die kleine Karte, da man sich aufgrund der Witterung auf wenig Besuch eingestellt hatte. Neben den üblichen Gerichten (Bockwurst, Currywurst, Burger usw.) war die Spezialität des Tages Rinderroulade mit Rotkohl und Petersilienkartoffeln. Wir entschieden uns beide dafür - gute Wahl. Wir bekamen alles in Schüsseln serviert und hätten bei Bedarf wohl sogar noch Nachschlag bekommen. Die Kellnerin war sehr nett und freute sich an unserem Appetit. Es schmeckte "wie bei Muttern"! Die Rouladen waren wirklich hausgemacht und butterzart. Empfehlenswert!


Anschließend machten wir unsere Runde im zweiten Teil. Hier gab es dieses Jahr (noch) keine Neuerungen. Erfreulich jedoch, dass die Mufflons bereits drei Lämmer haben.

Weniger empfehlenswert ist leider der neue Zoo-Plan. Bei einer genauen Betrachtung vermissten wir ganze Bereiche - unter anderem sogar die neuesten der Otter und Erdmännchen.

Nach ca. 7 Stunden waren wir dann genügend durchgefroren und traten die Heimfahrt an. Das komplette Foto-Album findet ihr auf Facebook.

1 Kommentar:

  1. Huhu :)
    Einen schönen Blog hast du . ! Bin gleich mal deine Leserin geworden.Würde mich freuen wenn du mal bei mir vorbei schauen würdest =)

    Alles Liebe
    Jenny<3

    http://jemasija8.blogspot.de/

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