Dienstag, 2. April 2013

Besuch im Zoo Dortmund am 21. März 2013 - Teil 1

Lieber Petrus, irgendwie hast du noch nichts vom Frühlingsanfang mitbekommen. Wie anders sollen wir verstehen, dass wir am 21. März teilweise knöcheltief im Schnee standen? Trotzdem hat sich unsere zweitägige Exkursion absolut gelohnt.

Dank einer leeren Autobahn A1 waren wir erstaunlich schnell an unserem ersten Ziel im Zoo Dortmund (Anfahrtswege sind sehr gut ausgeschildert). Der präsentierte sich tief verschneit als wahres Wintermärchen.

Wir hatten uns Beide nicht im Voraus informiert und waren sehr erfreut über die Preise: 7,50 EUR/Erwachsener ist wahrlich günstig. Ebenfalls eine gute Investition in Höhe von 1 EUR ist das Zoobuch. Gegründet 1953, ist der Zoo inzwischen eines der beliebtesten Ausflugsziele in Nordrhein-Westfalen. Der Schwerpunkt des Tierbestands (etwa 1500 Tiere in 230 Arten) ist Südamerika.

Nach einer ersten grundlegenden Orientierung machten wir uns auf ins erste Warmhaus - dem Amazonas-Tropenhaus. Sofort beschlugen die Objektive unserer Kameras und auch der Heißluftfön am Eingang konnte nichts daran ändern.

Noch ein paar Infos zum Haus. Es ist knapp 10 Jahre alt und hat in seinem Inneren noch Teile seines Vorgängerbaus, einem Imbiss. Im Erdgeschoss findet der Besucher kleine Aquarien und Terrarien mit der Tierwelt des Amazonas.
Gecko an einer Türangel
Blick auf die 1. Etage
Auf der nächsten Etage kommen die Reptilien zum Zuge. Die Gehege für die Waldschildkröten, die olivgrüne Sandrennnatter und die Keilkopf-Glattstirnkaimane versprühen leider - trotz der eifrigen Bemühungen der Tierpfleger, die auch gerade für die Kaimane neu einrichteten - den Charme eines alten Baby-Schwimmbeckens. Die dichte Begrünung des Hauses kann nicht alles überdecken.

Schön dagegen, das viele Bewohner des Hauses sich frei bewegen können. Dazu gehörte auch ein Leguan, der es sich auf dem Netz über den Arrau-Schildkröten gemütlich gemacht hatte. Einen hochgewachsenen Mann mit zu haben, kann sich wirklich bezahlt machen.

Der 2. Stock machte dann Einiges wett. Neben diversen Schaukästen mit Schlangen und Kröten, leben hier auch in sehr viel natürlicheren Gehegen Kaiserschnurrbarttamarine und Zwergseidenäffchen, die ja im Urwald zu den Bewohnern der Baumgipfeln gehören.

Die Kamera hatte gerade wieder ein klares Objektiv, da ging es schon raus in die Kälte - und beschlug prompt erneut. Ich kann nur die Mitnahme einer kleinen Ritsch-Ratsch-Kamera empfehlen. Deren kleine Linse ist wesentlich robuster in so einem Fall, wie z. B. unsere Nikon.

Mehr bekamen wir von den
Feuerfüchsen nicht zu sehen
Das System der Wege hat sich uns nicht ganz erschlossen. Immer wieder mussten wir den Zoo-Plan konsultieren. Unser nächstes Ziel fühlen sich augenscheinlich besonders wohl bei diesem Wetter. Die roten Pandas schliefen jedenfalls gemütlich hoch oben in einem Baum und ließen sich von uns dabei nicht stören.

Nächste Station: Das Giraffenhaus. Deutschlandweit ist Dortmund der einzige Zoo, der sich auf die Zucht von Angola-Giraffen spezialisiert hat. Wir hatten Pech, denn die Tiere standen im kaum einsehbaren Vorgehege (wenige Tage später kam auch Nachwuchs zur Welt). So blieb mehr Zeit sich mit den anderen Bewohnern zu beschäftigen.


Die Erdmännchen haben auch die Möglichkeit das Haus zu verlassen. Ihr Außengehege wird derzeit erweitert. Durch einen gläsernen Tunnel unter dem Besucherweg sollen sie in Zukunft zwischen den Teilen hin- und herwechseln.

Draußen herrschte die verständliche Zurückhaltung. Einige für uns interessante Tierarten - wie die Afrikanischen Wild- und die Löffelhunde - ließen sich überhaupt nicht blicken. Auf der Afrika-Savanne drängte sich alles an den Unterständen. Die Servale verschliefen den Tag einfach. Diese kleineren Warmhäuser und ihre daneben liegenden Außenaanlagen sind sehr schön gestaltet und machen einen kuscheligen Eindruck.

Natala, die Älteste (*1969)
Jasira und Shakira
Eindruck machte auch das Nashornhaus. Die Bewohner hatten sich gerade draußen die Beine vertreten und freuten sich sichtlich an der trockenen Wärme. Die Aufteilung durch Betonpfähle ist eine gute Variante. So können die drei Kühe und ihr Bulle (Amari, geb. 11.06.2005) auch drinnen noch Kontakt halten und bei dem derzeitigen Wetter auch den Innenraum durchstreifen. Die beiden Jüngsten - Jasira und Shakira (beide *1.10.2005) sind sogar fast unzertrennlich, wie sich später noch herausstellen sollte.

Das war alles, was wir von
Sandra zu sehen bekamen
Hm - was die wohl filmen wollten?
Wieder ein kurzer Weg durch den einsetzenden Schneefall, dann waren wir auch schon im Tamandua-Haus. Es gehört zu den kleineren Häusern, beherbergt aber echte Juwelen für jeden Zoo: Große und kleine Ameisenbären, "freihangelnde" Faultiere und verschiedene Arten von Gürteltieren. Schon beim Reinkommen war klar: Ameisenbär-Baby gucken war nicht. Das Gehege der Ameisenbärin Sandra war leider mit einem schwarzen Tuch verhängt. In einem Loch steckte eine Filmkamera und die zwei Kameraleute warteten auf "ihren" großen Moment. Die Dame verschlief den Tag und damit bekamen wir auch ihr Baby nicht zu sehen.

Wesentlich mehr Bewegung gab es über unseren Köpfen. Wer hätte gedacht, dass sich ein Zwei-Finger-Faultier so schnell bewegen kann? Über geschickt platzierte Äste hangelte sich ein Exemplar (vermutlich Florian) rund um den Besucherbereich. Im Zoo Osnabrück hatten wir bisher ja wenig Glück. Da versteckte sich das Faultier gerne in irgendwelchen Ecken. Florian bei seinem Spaziergang zu beobachten, hat schon das gewisse Etwas - vor allem ohne störende Gitter oder Glasscheiben.

Dem scheint es zu schmecken
 Noch ein Grund mehr, zu einer anderen Jahreszeit noch einmal vorbei zu schauen, sind die Gürteltiere. Alle waren noch im Winterquartier und damit für uns nicht zu sehen.

Bei den Tamanduas war einer der kleinen Nasen intensiv mit der Wand beschäftigt. Vor Vergnügen lief der Sabber die Ziegel herunter. Bei näherem Hinsehen erkannten wir kleine Löcher, die anscheinend dem "Behavior Enrichment" dienen - erfolgreich, wie sich zeigt.

Wir kamen noch einmal im Haus vorbei. Leider ergab sich keine Änderung an der grundsätzlichen Situation.

Wie es weiterging, erfahrt ihr dann im 2. Teil....

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