Freitag, 12. April 2013

Besuch im Zoo Dortmund am 21. März 2013 - Teil 2

Nach dem Tamandua-Haus wendeten wir unsere Schritte Richtung Raubtier-Haus. Inzwischen hatte leichtes Tauwetter eingesetzt. Statt Schneefall wichen wir daher den dicken, von den Zweigen fallenden Wassertropfen aus.

Übrigens wurde der Zoo in diesem Jahr bereits einen Tag wegen Glatteis geschlossen. Aufgrund der Steigungen wäre die Sicherheit der Besucher sonst nicht zu gewährleisten gewesen. Auch bei "normaler" Witterung sind diese Höhenunterschiede für Untrainierte - wie mich - eine Herausforderung. Da muss nicht unbedingt auch der Hosenboden was davon abbekommen.

Lolek und Bolek
Im Gegensatz zu den bisherigen Tierhäusern vermittelt das Raubtierhaus noch den "Charme" der 70er Jahre. Dunkle Holzbänke und ein paar Pflanzen im Besucherbereich sind vergebliche Versuche gegen Beton, Glas und Fliesen anzukommen. Der Bereich für die Tiere gekachelt und ohne zumindest den Boden mit z. B. Rindenmulch zu bedecken. Hier ist der Allwetterzoo in Münster inzwischen weiter, der in den letzten Monaten für ihre Löwen eine Wohlfühloase geschaffen hat.


Die Katzen hatten anscheinend die gleichen Gedanken, wie die Menschen - wann hört der Winter endlich auf und beginnt der Frühling? Auftritt Lolek und Bolek, Moreni und Lukas, Sita und Kara. Rechts das Löwen-Quartett, links die Malaiischen Tiger - wobei eine der beiden Damen lieber draußen im Vorgehege ihre Runden drehte.

Bei den Löwen war der Vater Lukas abgetrennt. Das gefiel ihm überhaupt nicht. Sein Interesse galt offensichtlich Moreni, die auch häufiger zu ihm ans Gitter ging. Die beiden Söhne entdeckten irgendwann einen Ball für sich. Bei unserer Abschlussrunde tobten sie sich auf dem Außengehege aus.

Neben dem Tigerbereich befindet sich die Futterküche. Ein Pfleger war dort gerade im angeregten Gespräch mit einem Besucher. Es ging um die Möglichkeit für die beiden Malaiischen Tigerinnen ein Männchen zu bekommen. Nach dem Tod der alten Tigerin im letzten Jahr ist ein Platz frei geworden. Und gerade die Nachzucht dieser Unterart, von denen in Freiheit nur noch ca. 250 Exemplare existieren, wäre wichtig. Wie wir aus der Unterhaltung schließen konnten, soll aber erst einmal das Haus - insbesondere das wirklich kleine Vorgehege - umgebaut werden, da es nicht mehr den heutigen Anforderungen entspricht. Die Tigerinnen sind mit 7 Jahren noch relativ jung. Es ist also eine vernünftige Entscheidung zu warten.

Wie eine solche Neugestaltung aussehen kann, hatten wir ja bereits bei den kleineren Raubkatzen im Zoo gesehen. Wunderschön ist z. B. die Aufteilung bei den Jaguaren. Das Einzige, was stört, sind die dicken Gitterstäbe. Die Anlage für die so extrem seltenen Amurleoparden lässt ebenfalls keine Wünsche offen - bis auf die Tatsache, dass sich bei unserem Besuch der Schnee so auf die Zäune gelegt hatte, dass die Sicht sehr behindert war.

Die Nebelparder verschliefen den Tag
Überhaupt Raubkatzen - hier sind viele Arten zu sehen, von denen ich vorher überhaupt keine Ahnung hatte. Amurkatze, Margay und Oncilla sind echte Highlights, die vom "normalen" Zoo-Besucher vielleicht weniger stark beachtet werden. Einen wichtigen Beitrag zu ihrem Erhalt leistet der Zoo auf jeden Fall. Für unsere Kameras waren Beleuchtung und Wetterlage leider nicht geeignet. Sonst wären wir wohl sehr lange an den Außengehegen verblieben. Dieser Bereich ist nämlich nicht wie früher als großes Haus zusammengefasst, sondern bildet ein einzigartiges "Dorf" aus kleinen Gehege-Einheiten - wunderschön und zum Bummeln einladend.

Einfach wiederkommen,
wenn er wach ist
Rubio
Schon von weitem waren sie nicht zu überhören. Die Rufe der Seelöwen und -bären dröhnte über den Zoo. Und hier verschlief gerade einer der Stars unsere Visite - Rubio, der verwaiste Albino-Seebär.

Die kommentierte Fütterung fiel leider an diesem Tag aus. Den Rest der Truppe schien es jedoch nicht zu stören. Seelöwen und -bären spielten fröhlich in ihrem gemeinsamen Badeteich.


Von ihrem Geschrei wurde sogar der Brillenbär geweckt. An den Schneebällen meines Anderen zeigte er allerdings so gar kein Interesse.




Und damit steuerten wir das nächste Haus an - das Regenwaldhaus Rumah hutan.

1 Kommentar:

  1. Toller Bericht ;) Danke dafür.

    Bei den Malaysischen Tigern ist aber eher so das kein unverwandtes Männchen zur Verfügung steht. Daher wird es generell schwer einen Kater zu bekommen ;)

    LG Andi

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