Mittwoch, 17. Juli 2013

Tier- und Freizeitpark Thüle: Rundgang, Teil 4

Nach der Rodung
Das Gehege der Humboldt-Pinguine
und Dampfschiff-Enten
Irgendwie kommen wir immer
rechtzeitig zur Mauser
Die Dampfschiff-Ente beäugt die
Nachbarn noch etwas misstrauisch
Wir kommen jetzt in einen Bereich, der sozusagen eine Nahtstelle zum Freizeitpark in Thüle bildet. Hier wurde über den Winter fleißig abgeholzt und gerodet. Die Anlage der Pinguine war immer nur sehr schwer einsehbar. Nun gibt es hier freien Blick auf das komplette Gehege bis zum Warmhaus. Die Humboldt-Pinguine haben Gesellschaft von Dampfschiff-Enten bekommen. Wir kennen diese Kombination bereits aus Bremerhaven. Hier wie da kommt so mehr Bewegung in die Truppe.

Zum Vergleich noch ein paar Impressionen aus der Vergangenheit.


Nach diesem erfreulichen Anblick wenden wir uns frohen Mutes zunächst einem Nebenweg zu. Hier sind zwei Gehege. Zuerst kommen die Pinselohrschweine, danach die Alpaccas und Maras. Auf der anderen Seite konnte man bis dieses Jahr einen ebenerdigen Einblick auf die Anlage der Berberaffen werfen. Heute ist dort eine Absperrung. Das alles klingt jetzt vielleicht unspektakulär, ist aber eine friedliche Oase, obwohl ein paar Meter weiter die Bobcartbahn rattert.

Da eines der Neuweltkamele mit der Hand aufgezogen werden musste, ist das Füttern verboten. Die Kleine verwechselt Finger gerne mit der Milchflasche und der Saugreflex ist so stark, dass es zu Verletzungen kommen könnte.



Die Treetowers
Waschbärennachwuchs 2010
Es geht wieder zurück zu den Pinguinen und vorbei an den Treetowers. Was immer dieses merkwürdige Gebilde soll, es ersetzt das Waschbärengehege und überbaut die Uraltanlagen von Stachelschweinen und Aras. Um die Waschbären ist es schade, aber ansonsten eine echte visuelle Verbesserung.

Hier ist in der Hauptsaison meistens sehr viel Geschrei, weil wir uns in Sichtweite des Freizeitparks befinden. Unser Ziel ist ein Holzsteg, der zu einem Kernbereich der Umgestaltung führt. Die Berberaffen gehören zu den ersten Erinnerungen, die ich mit Thüle verbinde. Ich hatte, wie schon zuvor erzählt, einen Flyer in die Hand bekommen und las etwas von einer neu eröffneten Anlage - diese hier.

 

Die Besucher bewegen sich auf einem breiten Holzsteg, der auf einer Plattform endet. So werden die Primaten in ihrem Verhalten nicht beeinflusst. Holztürme dienen als Schlafhöhlen oder Aussichtspunkt für die Affen. Zusätzlich gibt es einen flachen Teich (diese Art ist keineswegs wasserscheu) und einen Steinhügel. Hier ist immer Aktion, wenn die Jüngeren sich gegenseitig jagen oder die Älteren ihre Rangordnung klären. Gegenseitiges Grooming an heißen Tagen wechselt sich mit der Sorge um den Nachwuchs und die Produktion desselbigen ab. Für Fotografen ist der Winkel allerdings etwas ungünstig, und wegen fehlendem Sonnendach das Verweilen auch an echten Sommertagen nicht allzu lange zu empfehlen.

Zurück zu den Treetowers und am Schilfgürtel - mit Plastikkranich - entlang zu den Kragenbären. Hier wohnen zwei ältere Herrschaften, von denen einer komplett und der andere halbblind ist. Man merkt ihnen an, dass sie noch Zeiten erlebt haben, die nach heutigen Maßstäben nicht tiergerecht waren. Sie zeigen Anzeichen von Stereotypie und können mit den Beschäftigungsangeboten nicht viel anfangen. Der Kletterturm aus Stäben und alten Autoreifen wird jedoch gern erstiegen. Kragenbären mögen faszinierende Tiere sein - hier kommen sie jedenfalls nicht zur Geltung. Das Ganze hinterlässt bei mir immer einen etwas schalen Geschmack.



Basu 2013
Malik
Basu und Bala 2012
Basu hat Star-Appeal
Ein paar Schritte weiter leben die inoffiziellen Könige des Parks: Die Tiger. Ob es sich, wie im Zooplan angegeben, wirklich um Sumatra-Tiger handelt, ist strittig. Die Zootierliste ordnet sie den sogenannten "Zoo-Mixen" zu. Schön sind sie allemal. Malik und Pari bilden ein hübsches Paar, das auch regelmäßig für Nachwuchs sorgt.

Zur Zeit wohnt der knapp einjährige Basu noch bei ihnen. Doch bald wird wohl der Tag der Trennung kommen. Ich gebe zu, der Kleine hat mein Herz erobert. Deshalb auch die Wahl als Logo für diesen Blog. Seine Schwester Bala war leider noch sehr jung vermutlich an einem Gendefekt verstorben.

Pari ist für den Besucher aufgrund ihres Humpelns zu identifizieren. Über die Ursache klärt ein Aushang am Gehege auf.

Pari
Infotafel
Basu 2013 - immer bereit
zu Abenteuern
Das Gehege selbst ist relativ groß und mit Plateau und Swimmingpool auch den Bedürfnissen seiner Bewohner angepasst. Schade ist, dass es keinen eigenen Mutter-Kind-Bereich gibt, damit Malik auch Freilauf hat, wenn Pari Nachwuchs führt. Derzeit muss er dann im engen Vorgehege warten, bis die anderen Beiden reingeholt werden. So können wir Besucher ihn dann auch nur durch mehrere Schichten Gitter bewundern.

Es lohnt sich auf jeden Fall öfters vorbei zu schlendern. Es ergibt sich immer ein schönes Motiv.

Gleich um die Ecke von den Großkatzen ist ein Gehege, das wohl in nächster Zeit verändert wird bzw. verwaist sein wird. Kein Schild weist mehr auf den/die Bewohner hin: Stinktiere. Bei unserem Besuch im Juni schlief noch eins in einer Ecke. Im Zooplan wird es aber bereits als "frei" bezeichnet. Wir sind gespannt, was hier geplant ist. Für mich waren die Skunks jedenfalls immer einen Besuch wert.





Dieser Abschnitt endet nun mit der weitläufigen Anlage der Trampeltiere. Hier kam dieses Jahr der kleine Dschinges mitten am Tag vor den Augen der Besucher zur Welt. Er ist sich seiner Star-Rolle schon sehr bewusst und seine Mutter hat kaum eine ruhige Minute.



Auch ohne Futter sind die Kamele zutraulich und neugierig. So eine Schnauze ist erstaunlich samtig.

Für den nächsten Abschnitt tauchen wir wieder unter die Bäume und lassen den Lärm des Freizeitparks hinter uns. Die Gibbon-Insel und der Bereich um die Präriehund-Anlage verdient allerdings einen eigenen Bericht.

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