Sonntag, 7. Juli 2013

Tierpark Ludwigslust, Osterholz-Scharmbeck



Seitdem ich diesen Blog angefangen habe, kommen häufiger meine Kollegen auf mich zu und fragen, ob ich da oder dort schon gewesen sei. Bei dem Tierpark Ludwigslust musste ich bisher passen. Nachdem der Besuch der Fragerin schon etwas länger her war, nahmen mein Anderer und ich diesen heißen Sonntag als passende Gelegenheit doch mal vorbei zu schauen. (Wir hatten vor Jahren schon einmal auf dem Parkplatz gestanden und den Eingang nicht gefunden.) Mit dreißig Minuten ist die Anfahrt für uns wirklich kurz.


Diesmal wusste ich, wo es reingeht. Erst durch den Biergarten und dann steht man auch schon vor dem Kassenhäuschen. Es gibt keine Jahreskarten, der Eintritt ist aber mit 6 EUR/Erwachsene und 3,50 EUR/Kind moderat. Hunde müssen draußen bleiben. Die Besucher können ohne Probleme zwischen Tiergarten und Restaurant hin und her wechseln. Es gibt noch nicht einmal einen Stempel auf der Hand.


Der Park ist zwischen dem Beginn der niedersächsischen Osterferien und bis 31. Oktober täglich geöffnet. Einlass ist von 9:30 bis 18 Uhr.

Gleich nach dem Eingang trifft man auf die Wappentiere von Ludwigslust, den Flamingos. Wir hatten das Vergnügen einem der Vögel beim Baden zu beobachten. Da wollte man fast selbst mit rein hüpfen. Weiter auf dem Rundweg...




Was dann folgt, war auf den ersten Blick ein Grund für meine schlimmsten Befürchtungen. Die Käfige für die Aras sind verrostet und bis auf wenige Sitzhölzer völlig leer. Nichts zur Beschäftigung der intelligenten Vögel. Diese scheinen aber recht zufrieden zu sein.



 

Eine Überraschung ist der Molukken-Kakadu, den wir hier das erste Mal begegnet sind. Der ärgerte seinen Käfignachbarn: Fraß er doch direkt am Gitter eine Karotte und ließ den Gelbhauben-Kakadu in die Röhre schauen.

Vorbei an den Meerschweinchen und Zwergkaninchen, geht es zu den Eulen. Diese Käfige sind augenscheinlich überarbeitet und entsprechen mehr meinen Vorstellungen von moderner Haltung.




Die Anlage der Stachelschweine barg ein süßes Geheimnis: ein Jungtier. Wer kann so einem Anblick schon widerstehen?



Dem freilaufenden Truthahn war diese Missachtung seiner Persönlichkeit natürlich überhaupt nicht genehm. Wild flatternd machte er auf sich aufmerksam und lenkte unseren Blick damit natürlich auch auf die Freianlagen für verschiedene Enten und Gänse.



Bei der heutigen Hitze waren die durch hohe Bäume beschatteten Wege eine echte Wohltat - leider viel Birke dabei, was den Heuschnupfen meines Anderen stark förderte. Aber er hielt durch. Dezente Schilder weisen den Besucher auf Seitenwege hin. Dort verstecken sich z. B. "Lachender Hans" (Jägerliest) und Wildkatze.



Besonders stolz sind die Tierpark-Besitzer auf die Beteiligung an der Wiederauswilderung von Luchsen im Harz. Wir bekamen heute den alten Kater (Merkmal: ein verkrüppeltes Ohr) vor die Linse, der es sich auch sehr fotogen auf einem Baumstamm bequem gemacht hatte. Nummer zwei hat sich hinter hohem Gras versteckt und war nicht dazu zu bewegen, in die Kamera zu schauen.



Mit einem Blick auf den alten - leerstehenden - Bärenkäfig geht es um die Ecke zu den Berberaffen. Nach Erzählungen stand hier früher ein Käfig auf Stelzen, bei dem die Jungtiere immer wieder ausbüxen konnten. Hier steht jetzt ein großzügiges Gehege (ohne Durchschlupf mit Elektrozaun), das sehr viel Abwechslung und Platz zum Toben bietet. Lieblingsplatz scheinen zur Zeit die Bäume zu sein, die eigentlich auch durch Elektrozaun geschützt sind.



Unsere Aufmerksamkeit wurde jedoch von den Nachbarn gegenüber abgelenkt: Steppenadler, Bartkauz und Uhu. Letzterer nahm gerade ein erfrischendes Sandbad.



Beim Fotografieren und Betrachten mussten wir auch genau aufpassen, wohin wir traten. Die zahlreichen Pfauen können im Park frei herum laufen und hatten sich an diesem Tag genau diese Stelle für ein Clubtreffen ausgesucht.



Damwild und Zwergesel und -ponys gehören zu den Klassikern jedes Tierparks. Deshalb gehören sie natürlich auch hierher. Die Tiere sind zutraulich und verfressen.



Vorbei an weiteren Vogelanlagen (Jungfern-Kranich, Kronenkranich, Enten und Schwäne) blicken uns plötzlich sehr urige Vögel an: Emus haben den Schatten der Büsche genutzt und beobachten uns sehr eingehend. Sie leben gemeinsam mit Rotnacken-Wallabys (Bennet-Kängurus) auf einer großen Weide. Dank der Hitze lagen die Hüpfer meistens in ihren Sandkuhlen. Auf der zweiten Runde gab es dann doch etwas mehr Bewegung.


Über mangelnde Betriebsamkeit ist gegenüber nicht die Rede. Dort ist das Streichelgehege. Kinder können - wenn sie sich trauen - über den Zaun klettern. "Vorsicht! Wir können auch stoßen." ist aber eine unmissverständliche Warnung, die die Eltern davon zurückschrecken lässt. Bei unserem Besuch blieben beide Seiten in ihrem Bereich. Die Ziegen bekamen auch so genügend ab. Die Lamas und Alpaccas hatten sich auf ihrer Anlage weit nach hinten verzogen.



Zu den jüngsten Neuerungen gehört nach dem Flyer des Tierparks die Watvogelanlage. Hier begegnen wir manchem "alten Bekannten", darunter dem Austernfischer, den ich an meiner Arbeitsstelle als "Untermieter" öfters beobachten - und hören - kann.



Und damit nähern wir uns wieder dem Eingang. Weitere Eulenvolieren auf der einen und ein kleiner Teich mit Enten, Trauerschwänen und Gänsen auf der anderen Seite endet der Rundgang an einem Käfig mit Hühnern.



Wir nutzen die Gelegenheit für eine kleine Stärkung. Die Preise für Currywurst mit Pommes (4,80 EUR) und Eisbecher (4 EUR) sind überraschend niedrig. Die Portionen sind reichlich.



Fazit: Ein familienfreundlicher kleiner Tiergarten, der sich auf sein Publikum gut eingestellt hat. Die neuen Gehege sind liebevoll und nach modernen Erkenntnissen eingerichtet. Es bleibt allerdings noch etwas im Eingangsbereich zu tun. Es wird jedenfalls nicht unser letzter Besuch hier bleiben. Jetzt, wo ich endlich weiß, wo es reingeht...

Das komplette Album, wie immer, auf Facebook.

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