Dienstag, 27. August 2013

Klugschiss zwischendurch: Der Rothals-Kasuar

In Bremen gibt es im Radio jeden Tag den "Klugschiss des Tages". Darin werden amüsante oder bizarre Begebenheiten auf witzige Weise vorgestellt. Und seit dem Besuch im Weltvogelpark Walsrode geistert mir diese Geschichte im Kopf herum. Deshalb also mal ein "Klugschiss" von mir über einen meiner Lieblingsvögel.



Vogel oder Dinosaurier?

Vor Jahren bei unserem ersten Besuch in Walsrode, stand ich gerade bei den Greifvögeln als ein Schrei ertönte, der mir das Blut erstarren ließ. Unwillkürlich schaute ich mich nach dem T-Rex aus "Jurassic Park" um. Doch die Quelle war ein großer Vogel mit schwarzen Federn und scheinbar in einen Farbtopf gefallenen Hals und Kopf. Es war der Rothalskasuar, dem irgend etwas gerade überhaupt nicht in den Kram passte. Dieses Gänsehaut-Gefühl hat sich bei mir eingeprägt.


Wer nach Laufvögeln gefragt wird, nennt normaler Weise Strauß, Nandu und Emu. Manche kommen zusätzlich noch auf Kiwis. Doch wer kennt den Kasuar?
Unter meinen Bekannten ist er jedenfalls ein Unbekannter und in Deutschland findet man ihn ja auch nur in Walsrode. Dort gilt er als der gefährlichste Bewohner. Das verdankt er seinen Füßen. Die Innere seiner drei Krallen pro Fuß kann sehr scharfe 10 cm lang werden. Zusammen mit seiner extremen Sprungkraft, kann er in die Ecke gedrängt so auch für den Menschen lebensgefährlich werden. Wieder das Bild aus "Jurassic Park": Wie war das mit dieser Kralle des Velociraptors? Und sind Vögel nicht sowieso die direkten Nachkommen der Saurier? Bei einem Blick auf diese Füße lässt man alle Zweifel fahren.

Das Wort "Kasuar" stammt aus dem Malaiischen (kesuari). Die flugunfähigen Laufvögel (Höchstgeschwindigkeit ca. 50 km/h) werden noch einmal unterteilt in die Einlappenkasuare (auch Rothals- oder Goldhalskasuar), die Helmkasuare (der zweitgrößte Vogel Australiens) und die Bennettkasuare (die kleinste Art). In Walsrode lebt die erste Art. Sie ist in Papua-Neuguinea und Indonesien zu finden. Durch die Zerstörung seines Lebensraums kommt es dort leider immer öfter zum Aufeinandertreffen mit dem Menschen.

Daher gilt die Art als gefährdet. Genaue Bestandszahlen liegen jedoch nicht vor.

Wie auch andere Laufvögel fressen Kasuare alles, was ihnen vor den Schnabel kommt. Das können Pilze und Früchte sein, aber auch Insekten, Kleinsäuger und -vögel und Eier.

Walsrode ist ein wichtiger Forschungsstandort, denn hier gelang 1982 weltweit die erste Nachzucht eines Kasuars.

Die Schwierigkeit besteht im richtigen Zeitpunkt


Hahn und Henne gehen sich normaler Weise aus dem Weg bzw. sind unverträglich auf Dauer. Deshalb müssen die Tierpfleger genau aufpassen, wann die Beiden (das Weibchen ist etwas größer als das Männchen) Interesse aneinander haben. Im Erfolgsfall bleiben sie dann einige Wochen zusammen und 3 bis 8 hellgrün bis hellblaue Eier werden gelegt. Den Rest übernimmt der Hahn. Die Brutzeit beträgt ca. 2 Monate. Die Küken sind braungestreift und können sofort mitlaufen. Ich hoffe, wir können irgendwann mal diese braunen Federknäule sehen.

Was es mit dem Helm auf sich hat, ist noch nicht raus - wie so vieles, was diese Vogelart betrifft.


Interessante Doku:

Kasuare - Australiens schräge Vögel

Die Unterart Helmkasuare gibt es lt. Zootierliste auch in

Aachen (Tierpark) 
Berlin (Zoologischer Garten) 
Detmold-Heiligenkirchen (Vogelpark) 
Frankfurt (Zoo) 
Marlow (Vogelpark) 
Ortenburg-Irgenöd (Vogelpark) 
Timmendorfer Strand (Vogelpark Niendorf) 

(Quellen: Weltvogelpark Walsrodehttp://de.wikipedia.org/wiki/Einlappenkasuar)

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1 Kommentar:

  1. Hallo,
    das war ja jetzt total interessant und ich bin natürlich an weiterem "Klugschiss"! interessiert. Im Walsroder Vogelpark meine ich den Kasuar schonmal gesehen zu haben; bin aber nach deinen Fotos grad nicht so sicher. Ist aber auch schon eine Zeit her, dass wir da waren.
    Ich werd deinen Blog verfolgen; ist total schön hier!

    Liebe Grüße, Melody

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