Mittwoch, 21. August 2013

Tier- und Freizeitpark Thüle: Rundgang, Teil 5

Der Weg führt uns nun wieder unter dichtes Blätterwerk alter Bäume. An heißen Tagen eine echte Wohltat. Rechter Hand tummeln sich Weißstörche und Jungfernkraniche auf einer großen Wiese an einem kleinen Teich. Im Frühjahr tanzen hier die Kraniche zur Balz. Den Rest des Jahres bestimmen mehr die Störche mit ihrem typischen Klappern die Szene. Und mit viel Glück liegt eine Feder mal auch außerhalb der Umzäunung.

Linker Hand schwingen sich die Weißhandgibbons elegant von Seil zu Seil, spielen mit ihrem Nachwuchs oder lassen ihren Gesang über den Park schallen. Der Tierpark beteiligt sich dabei sehr erfolgreich am Europäischen Erhaltungszuchtprogramm (EEP).

So friedlich geht es nicht immer zu. Vor einigen Jahren wollte einer der Primaten die Welt erkunden. Es dauerte mehrere Tage, bis es gelang den Ausreißer wieder zurück auf die Insel zu bringen (Zeitungsbericht 2009)
Seitdem ist der Wassergraben um die Insel vertieft und der Schilf-Gürtel ausgedünnt worden. Ob der Ausbrecher wirklich in die Freiheit geschwommen ist, konnte aber nie bewiesen werden. Es ist eher zu vermuten, dass eines der Schwingseile zu nahe an einen Ast gekommen ist.



Und damit führt der Weg zu einem meiner Lieblingsorte im Park: Dem Bereich der Präriehund-Anlage. Dieses Gehege entstand erst vor wenigen Jahren und bietet dem Besucher die Gelegenheit mit den kleinen Tierchen auf Augenhöhe zu gehen. Ein langer überdachter Gang führt mitten ins Herz der Kolonie. Leider sind die Glasscheiben inzwischen sehr verdreckt und zerkratzt. Daher fällt das Fotografieren schwer. Trotzdem macht es Spaß, den amerikanischen Erdhörnchen beim Futtern, Schmusen und Spielen zuzuschauen.

Anekdote am Rande: Meinem Anderen ist hier vor Jahren ein echter Klassiker passiert. Er hatte damals noch seine "alte" Spiegelreflexkamera mit Film im Einsatz. Eifrig stellte sein Tele scharf und knipste fleißig das Treiben, scheuchte mich rum ("geh mal aus dem Bild...") - nur um hinterher festzustellen, dass der Film nicht richtig eingelegt war. Sowas kann man der Generation "Digital" doch überhaupt mehr erklären...



Im Umfeld haben sich einige unserer Lieblingstierarten versammelt: Zwergotter, Erdmännchen, Servale, Schopfkarakara und Sperbergeier.

An die Gibboninsel schließt sich zunächst das Gehege der Zwergotter an. Dieses ist zwar sehr abwechslungsreich mit Land- und Wasserteil, aber durch das dichte Blätterdach auch sehr dunkel. Die Otter kommen aber meistens sowieso erst am späten Nachmittag raus. Das Pärchen ist sehr zutraulich und erkundet gerne, wer denn da so vor ihrer Umzäunung steht. Die Beiden bieten tolle Motive - das Fotografieren ist dank der Lichtverhältnisse aber nicht gerade einfach. Und so vergessen wir hier regelmäßig die Zeit und sind dadurch meistens die letzten Besucher, die den Zoo verlassen.



Ihre Nachbarn im Uhrzeigersinn haben daran aber auch ihren Anteil: Die Erdmännchen.

Ein richtiger Felsen bestimmt das Außengehege und bildet den typischen Aussichtspunkt für den Wächter. Der Rest der Truppe wuselt im Sand. Wie auch in anderen Zoos, kann man ihnen stundenlang zusehen und -hören. Bei Regen oder wenn es kühler ist, verbringen sie den Tag lieber im Warmhaus. Dies ist zum Glück durch ein großes Fenster gut einsehbar, bietet den Tieren aber auch die Möglichkeit, sich komplett zurückziehen.



Ob die kleinen Scharrer wissen, wer ihre Nachbarn zur Linken sind? Hier ist nämlich eine weite Flugvoliere für die Geier, in der schon mancher Nachwuchs groß geworden ist. Bis auf das eine oder andere hübsche Motiv lässt sich allerdings über die Vögel relativ wenig erzählen.



Damit den Weg zu den Tapiren ignorierend (was manchmal auch nicht passiert), geht es hinüber zu den Schopfkarakaren. Diese südamerikanischen Geierfalken begeistern mich jedesmal mit ihrer Farbenpracht. Die Voliere ermöglicht es zusätzlich ihnen ebenfalls auf Augenhöhe zu begegnen. Trotzdem würde ich ihnen mehr Platz zum Fliegen gönnen - es muss ja nicht gleich die Vergesellschaftung mit Andenkondoren sein, wie es in Dortmund der Fall ist. Wobei in der Natur die Karakaras übrigens ebenfalls in der Nähe der Kondore zu finden sind.



Das Ende der Runde bildet die Anlage für die Servale. Diese kleinen Raubkatzen machen sich gerne rar. Nicht immer gelingt es sie bei unseren Runden zu erwischen, schon gar nicht zu zweit. Ich bewundere immer wieder die Eleganz, mit der sie sich bewegen oder einfach dasitzen. Damit kommen sie den Geparden sehr nahe. Ihr Jagdverhalten ist originell: Da sie in der Steppe beheimatet sind und dort Mäuse und Ähnliches jagen, springen sie mit allen Vieren gleichzeitig nach vorne. Wer das einmal beobachtet hat, wird verstehen, warum sie diese langen Beine haben, die jedem Model gut zu Gesicht stehen würden.

Damit haben wir die Präriehunde einmal umrundet und stehen wieder auf dem Hauptweg. Fortsetzung folgt...

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