Sonntag, 25. August 2013

Tier- und Freizeitpark Thüle: Rundgang, Teil 6

Auf der Schlussetappe durch den Tier- und Freizeitpark wird es jetzt wieder sehr "federlastig". Wir kommen zur Freiflugvoliere. Dort leben rote Sichler, heilige Ibisse, Kuh- und Seidenreiher. Ich muss zugeben, dass wir hier nicht immer unbedingt reingehen. Dafür ist die direkte Nachbarschaft einfach zu interessant.

Trotzdem ist die Anlage einen Blick wert. Man sollte aber darauf gefassst sein, dass man sehr genau zwischen die Blätter schauen muss.



Gleich gegenüber gab es im letzten Jahr reichlich Kindersegen. Innerhalb von wenigen Wochen purzelten gleich zwei Böhmzebrafohlen auf die Welt. Paula und Pete wurden von ihren Müttern sorgsam bewacht. Diesem Familienglück konnte man einfach nicht widerstehen. Inzwischen haben die Beiden Thüle verlassen und in diesem Jahr herrschte relative Ruhe in der kleinen Herde.

Was aber erfahrungsgemäß nicht lange so bleiben wird.


Dafür haben die Blessböcke in diesem Jahr wieder Nachwuchs. Der kam - natürlich - kurz nach unserem bisher letzten Besuch auf die Welt. Die Bilder werden möglichst noch nachgereicht. Die Antilopen sind jedoch allgemein sehr scheu. Sie nutzen gerne das große Gehege, um sich in eine ruhige Ecken zu verziehen.


Damit sind wir wieder am Affenhaus angekommen und biegen rechts ab. Auf der großen Weide leben zwei "Urviecher" - westliche Zwergflusspferde. Meistens liegen sie tagsüber in irgendeiner Ecke und verschlafen den Tag. In der Natur ist diese Art, im Gegensatz zu ihren großen Verwandten, einzelgängerisch und kommt nur zur Paarung zusammen. Hier leben Männchen und Weibchen in friedlicher Harmonie. Was ich diesen amphibisch lebenden Tieren wünschen würde, ist ein größeres Planschbecken. Das wird aber größere Investitionen erfordern, da Flusspferde bekanntlich ihren Pool auch als Toilette benutzen und die Filteranlagen sehr viel leisten müssen.



Wenn sie besonders gut gelaunt sind, dann sind die Beiden sehr kontaktfreudig. Mein Anderer kann berichten, dass sich die Haut wie ein alter trockener Gummireifen anfühlt. Aber man sollte das Anfassen lieber lassen - die Eckzähne sind verflixt scharf und die Tierchen schneller als man es ihnen zutraut.

Senegal-Kiebitz
Ein weiterer Seitenwechsel und wir stehen vor einem hölzernen Durchgang. Dieser führt in die Wattvogel- bzw. Limikolen-Anlage (Vögel der Feuchtwiesen, Ufer- und Strandzonen). Die Vögel fühlen sich dort so sicher, dass sie gemütlich auf dem Weg stehen und etwas verblüfft schauen, wer sie da besucht. So barrierefrei ist es natürlich die ideale Ausgangsposition für Fotosessions. Und auch der von meinen Kollegen als "Alarm-Sirenen-Nachbar" bezeichnete Austernfischer marschiert im Stechschritt über den Kies. Sein Nachwuchs trippelt eifrig hinterher. Der Rundweg um den kleinen Teich führt größenteils über einen Bohlenweg, der den alten Moorwegen in der Umgebung angepasst ist. Das Ganze ist mit einem feinen Netz überspannt, das kaum auffällt.



In diesem kleinen Paradies kann man wirklich viel entdecken (neben den bereits genannten): Europäischer Triel, große Brachvögel, Kampfläufer, Kiebitz, Säbelschnäbler und Schwarznacken-Stelzenläufer.

Folgt man danach dem Weg weiter, kommt man wieder zu den Microschweinen und Kattas. Wir gehen jedoch jetzt wieder am Affenhaus vorbei. An seiner Seite sind inzwischen die kleinen Gehege für Krallenaffen verschwunden. Daher ist die Aufmerksamkeit voll auf das letzte Gehege dieses Rundgangs gerichtet. Hier sind im vorigen Jahr Emus eingezogen. Die großen Laufvögel sind noch etwas unsicher und als Besucher muss man sich vor den Schnäbeln in Acht nehmen. Mit ihnen zusammen wohnen die Zwergeselstuten mit ihren Fohlen - ein letztes Mal Kuschelalarm.

 

Wir machen nach einer solchen Runde meistens erstmal Rast im Restaurant. Die Preise sind zivil und die Portionen reichlich. Je nach Saison ist die Speisekarte mal mehr, mal weniger abwechslungsreich. Satt wird man aber auf jeden Fall.In der Hauptsaison stehen im Freizeitparkbereich weitere Kioske bereit. Unter anderem sind dort die Fischbrötchen zu empfehlen.

Fazit:

Der Park bietet für jeden etwas. Die angenehme Trennung zwischen Freizeit- und Tierpark sorgt für Rückzugsmöglichkeiten und stille Ecken selbst an Tagen mit Besucheransturm. Einige Gehege warten noch auf ihre Erneuerung. Dagegen steht aber ein traumhafter Erweiterungsbereich, der innovative Anlagen mit Vergesellschaftungen, Begegnungsmöglichkeiten und barrierefreie Beobachtungen bietet. Es ist spannend, was der neuen Geschäftsleitung hier alles einfallen wird. Die vielen selten gezeigten Tierarten sind ein weiteres dickes Plus. Also hinfahren, Zeit einplanen und auf Entdeckungsreise gehen.

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