Donnerstag, 8. August 2013

Wildpark "Schwarze Berge" - Mittelaltermarkt mit Rundgang, Teil 3

Laufenten wohnen auch
im neuen Falknerhaus
Die Flugshow der "Eventfalknerei" von Thomas Wamser hat schon Tradition im Wildpark "Schwarze Berge". Die verschiedenen Greifvögel kommen allerdings auch in anderen Tierparks und bei Filmarbeiten zum Einsatz. Daher sind auch nicht immer die gleichen Tiere vor Ort.

In früheren Zeiten wurden sie immer in einem geschlossenen Kastenwagen an die Bühne oberhalb des Sees im Freigelände gefahren. Zum Ausruhen dienten kleine Podeste unter Bäumen. Heutzutage residieren sie - inklusive zugehörigem Shop - in einem eigenen Haus mit großzügigen Volieren.

Einen schönen Eindruck könnt ihr euch hier verschaffen. Der Film zeigt auch etwas von den Shows und der lockeren Art Thomas Wamsers im Umgang mit den Besuchern. Lediglich bei einer Sache kennt er keinen Scherz: Seine Vögel. Er hat ein Gespür für die Tagesform und was er ihnen zutrauen kann. So vermittelt er neben dem Wissen über die Lebensweise auch viel über die einzelnen Individuen.

Die Shows finden zweimal (am Wochenende dreimal) täglich statt und es lohnt sich frühzeitig vor Ort zu sein, denn die Sitzplätze sind immer schnell weg. Und bei einem Anlass wie dem Mittelalterspektakel achten alle natürlich auch auf das passende Outfit.
Bei unserem Besuch waren die Vögel eher am Treiben im Tal als an den Futterködern interessiert. Was natürlich den Ablauf reichlich durcheinander brachte und Wamsers Improvisationstalent forderte.


So wollten ein Falke partout nicht auf die Hand seiner Falknerin zurückkehren. Auch mit der (scherzhaften) Androhung der Entlassung kam er den nachdrücklichen Aufforderungen mit dem Federspiel nicht nach. Schlussendlich konnte ich nach der Vorführung dann doch noch die "Rückkehr des verlorenen Falken" beobachten.



Für die Zuschauer ist die Vorführung auch nicht ohne Risiko. Wer seine Kamera zu hoch hebt, dem kann es passieren, dass im nächsten Moment ein Weißkopfseeadler oder ähnliches knapp über seinem Kopf vorbeisaust. Und wehe, wenn der Auslöser nicht rechtzeitig betätigt wurde. Dann rauscht es gleich noch einmal über ihm.

Fazit: Als Besucher sollte man das Ganze mindestens einmal mitgemacht haben.

Damit verlassen wir endgültig das Freigelände. An seinem Rand entlang geht es zur Köhlerhütte und dem Elbblickturm. Der Weg bietet neben weiteren Füttergelegenheiten für das Dammwild auch einige Volieren mit Eulen, Hauskaninchen und anderem.



Unser erstes Anlaufziel ist eine unscheinbare Voliere am Wegesrand. Auf den ersten Blick ist sie leer. Doch hier wohnt der Autofahrer-Schreck schlechthin: Der Steinmarder. Diese kleinen Raubtiere sind legendär für angebissene Schläuche in Motorräumen. Mich hat es vor Jahren auch mal erwischt. Trotzdem kann ich dem Charme nicht widerstehen. Seine Nachbarn sind Hermelin (noch nicht gesichtet) und Iltis.

Früher hatten sie ihre Volieren noch bei den Eseln und Hängebauchschweinen am Ende des Rundgangs. Damals hatten sie aber kaum Bewegungsfreiraum. Daher finde ich die liebevoll gestalteten Käfige mit Traktoren, Holzstapeln und Versteckmöglichkeiten viel schöner - auch, wenn es viel schwieriger geworden ist, sie zu entdecken.

Auf der anderen Seite geht es hinunter in den "Rattentunnel". Gute Fotos sind uns dank der Lichtverhältnisse dort allerdings noch nicht gelungen. Die Gestaltung erinnert sehr an den "unterirdischen Zoo" in Osnabrück. Einige Vitrinen informieren außerdem über Müllprobleme.

Dahinter wird es auf dem Hügel der Meerschweinchen wuselig. Geschützt unter einem Netz (auch damit sie nicht Zuwachs von Privat bekommen) haben die kleinen Nager viel Platz und Grünzeug.


Mit der Mäuseküche sind wir am zweiten Ein/Ausgang des Freigeländes angekommen. Hier ist eine echte "Fress-Ecke" für die Besucher. Einerseits gibt es die Köhlerhütte, in der man seine mitgebrachten Würstchen, Steaks usw. auf dem offenen Feuer grillen kann. Andererseits steht auch ein gutsortiertes Kiosk in direkter Nachbarschaft bereit.

Ein weiteres Highlight in dieser Ecke ist der Elb-Blick-Turm. Wer den Aufstieg nicht scheut, der wird an klaren Tagen mit einem grandiosen Ausblick bis zum Hamburger Hafen belohnt.



Frisch gestärkt gehen wir die zweite Hälfte des Parks an. Aber nicht ohne den Waschbären einen Besuch abgestattet zu haben. Ein Teil der Truppe schläft gemütlich in einem hohlen Stamm, ein anderer versucht sich bei den Besuchern einzuschmeicheln - Ziel ist natürlich das eine oder andere Leckerchen. Diesmal zumindest haben sie Pech, denn alle halten sich an das Fütterungsverbot. Es liegt ja auch noch genügend im Gehege.



Ich möchte nicht vergessen, die Konik-Wildpferde zu erwähnen. Diese Art gibt es in Deutschland nur noch in zwei weiteren Wildparks (Gristow und Schönebeck). Hier in Rosengarten ist es dank des weitläufigen Areals manchmal etwas schwer einen Fotomoment zu erhaschen. Den Eselhengst, der ihnen Gesellschaft leistet, sieht man dafür umso häufiger.



Als Besucher haben wir jetzt die Wahl zwischen Pirschwegen um das Wisent- und Rothirsch-Gehege und der Fortsetzung des normalen Rundgangs. Wir hatten im letzten Jahr das Glück bei einem solchen Pirschgang die Geburt eines Hirschkalbs mitzubekommen. Ein unvergesslicher Moment für uns als es endlich auf seinen wackeligen Beinchen stand und um seine erschöpfte Mutter stakste.




Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen