Dienstag, 10. September 2013

Jaderpark: Rundgang Teil 1

Langsam wird es wirklich Zeit, dass ich euch auf einen Rundgang durch unseren Lieblingspark nehme. Hier haben wir im Laufe der Jahre Verbindungen knüpfen können und viel über die Arbeit der Tierpfleger gelernt. So sind die Besuche inzwischen fast so wie bei alten Freunden.

Die Anfahrt über die Autobahn ist gut ausgeschildert und auch bei großem Andrang hat sich bisher immer noch ein Parkplatz gefunden.
Je nach Jahreszeit gibt es zwei verschiedene Eingänge. Im Winter befindet sich die Kasse in der warmen Spielscheune. Im Sommer nutzt man den Haupteingang durch das von zwei wasserspeienden Löwen flankierte Tor.

Erst einmal am Kassenhäuschen vorbei steht der Besucher schon mitten im Park. Links ist die Insel der Kattas. Die kleinen Lemuren bleiben in letzter Zeit leider meistens im Haus und können nur durch ein großes Fenster beobachtet werden. Die kleine Familie um Speedy und Emma wächst jedoch stetig und irgendwann wird es schon mal wieder echte Sonnenanbeter unter ihnen geben.



Gleich anschließend stehen die Rosa Flamingos auf ihren Nestern. Sie bilden eine schöne Kulisse für das Restaurant und die Sitzgelegenheiten unter einer jahrhundertealte Linde.




Auf der anderen Seite des Weges leben seit einigen Jahren weitere Lemuren: Rotstirnmakis. Die kleine Gruppe besteht aus älteren Tieren, die augenscheinlich aus schlechter Haltung übernommen wurden. Anders als bei Menschen bildet sich die Haut nicht zurück, wenn sie abnehmen. Daher wabbelt es besonders bei einem von ihnen. Er trägt deshalb den uncharmanten Namen "Specky". Und das nur, weil die vorherigen Besitzer nicht darauf geachtet haben, dass die Affen ihre schlanke Linie behalten.



 Nach einem Spielplatz folgen zwei Volieren, von denen die vorderen scheinbar unbewohnt ist. Sein Bewohner hat uns bisher auch nur eine "Audience" gewährt: Ein Eichhörnchen. Seine Nachbarn sind ein Pärchen Gelbhaubenkakadus. Einer von beiden ist relativ verschmust und liebt es gekrault zu werden. Der Andere ist dagegen sehr aggressiv und beißt schon einmal zu. Daher lieber Finger weg.

   

Der nächste interessante Anlaufpunkt sind die Nandus. Der Hahn Alex und seine zwei Frauen waren in den letzten Jahren sehr fleißig und brachte viele Küken durch. Die kleinen Federknäuel sind sehr possierlich, stellen aber auch ein Problem dar, da sie ja auch irgendwann erwachsen sind. Dann ist das Gehege zu klein. Deshalb gab es dieses Jahr sehr viel weniger Küken, weil die Eier regelmäßig reduziert wurden. Eine Methode, die ja auch aus anderen Zoos bekannt ist.

 Nach einer Stippvisite bei den Zwergkaninchen, die seit kurzem ein Karussell neben sich haben, geht es schnurstracks zum König des Jaderparks - Tarson und seine Damen. Das neue Löwenhaus hat sich inzwischen eingespielt und bewährt. Sind die Katzen im Haus gelingen schon einmal besondere Einsichten in ihr Leben. Und wenn es ein schlecht gelaunter Tarson ist, der sich gegen die Schieber schmeißt, weil es nach seiner Vorstellung mit dem Futter nicht schnell genug geht.

Der Weg macht eine leichte Biegung und führt an einer weiteren Voliere vorbei. Diese ist im letzten Jahr Ort einer Tragödie geworden. Erst war die Freude über den Nachwuchs bei den Schnee-Eulen groß. Doch dann wurde das Weibchen vom Fuchs gerissen. Inzwischen hat der Witwer wieder eine Frau bekommen und verträgt sich gut mit ihr. Bis zum Nachwuchs hat es bisher aber noch nicht gereicht. Daran könnte aber auch das Wetter vom Frühjahr mitschuldig sein.

 Nebenan bei den Tapiren hieß es dieses Jahr mal wieder Abschied vom Nachwuchs nehmen. Nando hat sich im Wingham Wildlife Park, Kent UK, gut eingelebt. Das hat auch die neue Partnerin von Calimero, dem Capybara-Untermieter. Sie trabt inzwischen sehr selbstbewusst über die Anlage und stiehlt sogar Peggy und Ferdinand zeitweise die Schau. Leider ist immer noch nichts bekannt, ob die Anlage irgendwann eine Generalüberholung oder Ersatz geben wird. Ein größeres Becken wie in Thüle oder Osnabrück wäre auf jeden Fall eine notwendige Investition.




Und damit kommen wir zu Mucaja und Kaduna, den beiden Gepardendamen. In wenigen Monaten werden sie fünf Jahre alt und sind längst geschlechtsreif. Ungewöhnlich daher, dass die beiden Schwestern so harmonisch miteinander leben. In der freien Natur sind die Katzen Einzelgänger, während die Kater in kleineren Junggesellengruppen leben. Hier ist es umgekehrt, denn Bubi und Natscho haben jeweils ihre eigenen Anlagen. Und auch der Neuzugang, der kleine Jaris, lebt derzeit allein hinter den Kulissen. er soll irgendwann einmal mit Kaduna verpaart werden. Das könnte aber schwierig werden, denn - so die Info von einem erfahrenen Tierpfleger aus Münster - "die Katze muss erst einmal vom Kater ausgiebig gejagt werden, damit es zum Eisprung kommt." Ob dazu genügend Platz ist? Die Münsteraner Anlage ist im Vergleich zum Jaderpark riesig - aber halt auch sehr erfolgreich bei der Geparden-Zucht. Wir sind gespannt, wie sich das alles entwickelt, denn erst in ca. 2 Jahren ist Jaris geschlechtsreif. Und bis dahin kann sich noch viel tun

Üblicherweise folgt an dieser Stelle immer ein kurzer Blick ins Tapirhaus und in die Volieren der Watt- und Hühnervögel.




An weiteren Volieren mit wechselnder Besetzung vorbei (u. a. "wohnten" hier mal kleine Erdmänner"), geht es ein paar Stufen nach oben zu einem kleinen Häuschen. Es war jahrelang das Otterhaus, nun lassen es sich die Grünen Leguane und Schildkröten gut gehen.



Mehr im nächsten Abschnitt...

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