Freitag, 13. September 2013

Tierpark Sababurg, 7. September 2013 - Kinderzoo

"Ich liebe es, wenn ein Plan funktioniert...", um mal mit Hannibal vom A-Team zu sprechen. Dank eines sehr netten Kollegen war es uns möglich das Wochenende für einen ausgiebigen Besuch im Tierpark Sababurg zu nutzen. Anlass war ein Mittelalterfest, aber im Grunde wollten wir den Park mal ohne Schnee sehen (Besuch im März).

Die Fahrt selbst war relativ ereignislos, wenn man von den üblichen Baustellen auf der A7 absieht.

 Ein dickes Lob dagegen an die Feuerwehr Hofgeismar: Durch deren Superorganisation brauchten wir - trotz Rekordbesuchs, wie wir später erfuhren - gerade mal 5 Minuten von der Straße bis zu unserem Parkplatz und weitere 10 Minuten vom Auto zum Eingang. Das ist echt Weltklasse!

Sämtliche Kassen waren besetzt und auch hier ging alles fix.

Unser erster Anlaufpunkt war das begehbare Känguru-Gehege. Die Wallabys hatten schon vor unserer Ankunft augenscheinlich genug von Futter und Streicheleinheiten abbekommen. Sie hielten sich diesmal mehr im Hintergrund.

Noch schnell hinüber zur Info, denn es fehlte an Futter und Hirsekolben (3 Beutel, 1 Kolben für insgesamt 4 EURonen). Die Zielgruppe für den Kolben war aber ebenfalls am Samstag schon bedient. Die Wellensittiche ließen sich nur sehr vereinzelt noch damit anlocken. Sie beschäftigten sich lieber miteinander.

Deshalb steckte ich die Hirse vorerst wieder ein - wir wollten ja immerhin am Sonntag noch einmal kommen.

Damit standen wir vor der Entscheidung, ob wir uns zunächst weiter auf den Kinderzoo konzentrieren sollten oder Richtung Bauernhof den Massen zum Mittelalter-Spektakel folgen. Die Ausmaße dieses Parks sind wirklich gigantisch.

In den letzten Jahren ist viel neugebaut worden, u. a. gehört das Kaninchengehege dazu. Bereits im März waren wir begeistert von der Verbindung zwischen Kontakt- und Rückzugsbereich. Gerade an diesen Tagen zeigte sich, wie toll die Planer gearbeitet haben. Die Kinder hatten ihren Spaß ohne die Tiere zu stressen.

Und ein paar ganz Mutige finden Abends immer wieder ihren Weg nach Hause.

Anschließend führte uns der Weg zu den Humboldt-Pinguinen. Auch ohne Schnee macht die begehbare Anlage einen Supereindruck. So nah an die Vögel heran zu kommen ohne Barriere (und alle halten sich an die Regeln!) ist schon gigantisch.
Ein kleiner Junge fragte seinen Vater, ob er den Pinguin anfassen dürfe. "Mach das nicht, die können hacken. Und die Schnäbel sind sehr scharf." So vernünftige Gesprächsfetzen bin ich schon fast nicht mehr gewohnt. Dafür kam mir etwas anderes schon bekannter vor: "Mama, die sehen aber merkwürdig aus. Die sind wohl in der Mauser." "Muss was Anderes sein. Dann müssten das Vögel sein..." Ohne Worte! Die Frackträger verstehen ja Gott sei Dank nicht alles, was die Menschen so quasseln...
Die Hängebauchschweine lagen elegant drapiert auf der Wiese und ließen sich mal mehr mal weniger von den Passanten streicheln oder füttern. Insgesamt machten sie so gegen Mittag schon einen sehr satten Eindruck.

Die Waschbären waren da schon wesentlich munterer. Die Anlage ist an die Tatsache angepasst, dass Kassel die "Waschbären-Hauptstadt Deutschlands" ist. Nirgendwo sonst ist die Dichte der kleinen Einwanderer höher. Deshalb ist ein Bereich wie ein Hinterhof mit Mülltonne und Fahrrad gestaltet. Mein Anderer konnte es sich nicht verkneifen, tiefer "einzutauchen" und spielte mit einem Bären "Hasch-mich".



 Beim Abstecher ins Ziegengehege erscholl ein vertrauter Gesang über den Park. "Die alte Dame singt.", schoss es  mir durch den Kopf. Chita ist mit ihren inzwischen über 30 Jahren die älteste Bewohnerin des Tierparks. Sie lebt auf dieser bezaubernden Insel zusammen mit einer Gruppe Kattas. Meistens hält sie sich aber im warmen Haus auf. Kein Wunder bei dem Alter! Lare (a.k.a. Weißhandgibbon) werden in der freien Natur gerade mal 25 Jahre alt.



Damit kamen wir zum Traum jeden Zoo-Erdmännchens: Das neue Gehege ist so groß wie einstmals die Wohnung meiner Eltern, nämlich insgesamt 120 m². Das Gebäude dient gleichzeitig als Unterstand für die Ziegen. Die Innenanlage hat ca. 20 m². Für die Besucher gibt eine Panoramascheibe die Sicht darauf frei. Die inzwischen sieben Erdmänner genossen aber lieber draußen die Sonne.



Und diese Traumwohnung hat bei Nicole und ihren drei Wormser Jungs, Pepe, Fritz und Timon, bereits Positives bewirkt: drei kleine Erdmanns krabbelten vor wenigen Wochen erstmals aus dem Bau und begeistern seitdem die Besucher. Wir konnten uns auch kaum von diesem entzückenden Anblick wegreißen.



Wir sind gespannt, wie der Kinderzoo sich weiter entwickelt. Bisher kann ich nur sagen: Nicht nur für die kleinen Gäste ein Vergnügen!

Mit Blick auf die Massen, die sich die Allee zum Bauernhof hinauf bewegten, beschlossen wir an diesem Tag zunächst die restlichen Gehege zu besuchen. Das Mittelalter-Spectaculum hatte am Sonntag noch Zeit.


Wir widerstanden den vielen Leckereien (Gulaschkanone, Bratwurststand, Bäckerei), die rund um die Information und das Tierpark-Museum (wieder mal zu schönes Wetter und daher ausgelassen) aufgebaut waren. Mein Anderer schlug zielsicher den Weg zur Greifvogelstation ein...

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