Donnerstag, 3. Oktober 2013

Saisonausklang im Tierpark Ströhen

Eigentlich hatte ich ja das Burgmannenfest in Vechta eingeplant. Dank des schönen Wetters beschloss mein Anderer jedoch, dass wir uns mal wieder im Tierpark Ismer in Ströhen umschauen sollten. Dem konnte ich einfach nicht widersprechen.

Auf der angenehmen Fahrt am Neustädter Moor vorbei, sahen wir in der Ferne eine ganze Schar von grauen Kranichen. Die Diepholzer Moorniederung gehört seit seiner Renaturierung zu den festen Rastplätzen auf ihren Flügen ins Sommer- bzw. Winterquartier. Bei unserem letzten Besuch in Ströhen hatten wir ebenfalls eine Gruppe von ihnen gesehen. Kinder, wie die Zeit vergeht...

In Ströhen hat sich auch schon wieder einiges getan. Selbstverständlich hat es Nachwuchs gegeben, was wir bereits auf der Anlage der Nandus und Lamas feststellen durften. Die Katta-Kinder passen inzwischen auch schon längst nicht mehr durch die Maschen des Absperrnetzes.


Bei den Totenkopfäffchen sind neue Untermieter eingezogen. Im Gegensatz zu den sonst üblichen Vergesellschaftungen sind es mal keine Agutis. Hier hat sich die Familie Ismer für Felsenmeerschweinchen entschieden. Sie bevölkern nicht nur den Fußboden und können daher von den Besuchern auch beim Sonnen auf halbhohen Brettern beobachtet werden. Sie sind übrigens näher mit den Capybaras (aka Wasserschweinen) verwandt als mit den einfachen Wildmeerschweinchen. Wirklich eine interessante Ergänzung. Ich bin gespannt, was sich hier in Zukunft so tuen wird.



Natürlich haben wir auch bei den Zwergottern vorbeigeschaut. Die Eröffnung ihrer Anlage hatte uns ja im März hierher geführt. Das Paar ist inzwischen zum Trio geworden. Aus dem Zoo Wuppertal ist Zora hinzugekommen und wurde anscheinend gut in die Gruppe aufgenommen. Jeder Besucher wird sofort genau ins Visier genommen und zum Mitspielen aufgefordert.

Auf der anderen Seite des Wegs gibt es im ehemaligen Gehege der Meerkatzen ebenfalls neue Bewohner. Die Großen Maras hielten sich im Hintergrund. Wenn wir es richtig gesehen haben, hat sich allerdings auch schon Nachwuchs eingestellt.

Überhaupt hat diese Ecke so einiges zu bieten.



Zu den Publikumslieblingen zählen natürlich auch die Erdmännchen und ihre Mitbewohner die Fuchsmangusten. Das Jungtier aus dem Frühjahr sonnt sich schon sehr selbstbewusst und ist kaum mehr von seinen Eltern zu unterscheiden. Am Ende des Tages hatte die Anlage noch eine putzige Überraschung parat. Erst eins, dann zwei und schlussendlich sogar drei kleine Fuchsmangusten krabbelten aus ihrem Bau und erkundeten neugierig die Umgebung.




Wieder einmal vergeblich hielt ich Ausschau nach den Madagaskar-Enten. Oder ich habe sie schlicht nicht erkannt. Kein Wunder bei der reichen Auswahl an Wasservögeln im Park!




Im Gepardengehege war nur eines der schönen Tiere zu sehen. Beim Fotografieren fiel meinem Anderen auf, dass eines der Augen eine andere Reflexion hat. Sollte hier das Alter langsam zum Erblinden führen? Ansonsten machte er/sie aber einen guten Eindruck.

Die Servale hatten sich in eine dunkle Ecke verzogen und putzten sich ausgiebig gegenseitig. Alles sehr entspannt.

Im Juli erst eingezogen ist nebenan ein afrikanischer Wildhund. Ich vermute, dass bald weitere Picasso-Hunde folgen werden. Immerhin ist es ein Rudeltier und so alleine fühlte er sich sichtlich verloren und unsicher.

Bei Pumas und Tigern gab es in diesem Jahr wieder Nachwuchs. Die kleinen Berglöwen sind fast ausgewachsen und die hübsche Fleckenzeichnung ist nur noch schemenhaft erkennbar. Von den insgesamt vier Kindern haben wir am Sonntag zwei gesehen. Zunächst lagen alle auf und unter einer Bank in der Sonne - das Grundthema dieses Tages. Alles sehr chillig. Am Abend wurde dann ausgiebig getobt.



Ähnlich nebenan bei den sibirischen Tigern. Die beiden Jungs, die am 16. Juni auf die Welt kamen, wurden Willi und Luis getauft. Unbestätigten Quellen zufolge, leben ihre Geschwister Shiva, Boateng und Cheyenne inzwischen in einem niederländischen Raubtier-Asyl und sollen ausgewildert werden. Was sich also im ersten Moment schlimm anhört, entpuppt sich als Traum für jeden Tierfreund.

Akbar und Amidaja sind bestimmt mit diesem Schicksal ihrer Kinder einverstanden. Es ist immer wieder schön, die Beiden im Umgang mit ihrem Nachwuchs zu beobachten. Immer wieder wurde einer von den Jungs kurz beiseite genommen, gesäugt und anschließend ausgiebig abgeschleckt. Neckisch, wenn eine Pfote im Wasser landete und sie anschließend empört trocken geschüttelt wurde.




Im März hatte es sich schon angedeutet. Der Tierpark setzt jetzt verstärkt auf Vergesellschaftung. So finden sich jetzt in einem wesentlich erweiterten Gehege (früher Nyalas, die jetzt nicht mehr da sind) Sitatungas, Wasserböcke, Geierperlhühner und Kronenkraniche.



Auch die Banteng-Rinder sind nicht mehr alleine. Zusätzlich zu den Pater-David-Hirschen, lassen es sich auch Hirschziegen-Antilopen und Mandschuren-Kraniche gut gehen. Der Zaun zur alten Sitatunga-Anlage ist gefallen und so ist reichlich Platz für kleine Wettrennen und Freudensprünge. Und bei den Axis-Hirschen sind Weißnacken-Kraniche eingezogen. Diese Vogelart war vor Jahren bereits hier gehalten worden. Schön, dass sie jetzt wieder zurückgefunden hat.




Im Anschluss an den Rundgang nahmen wir uns diesmal auch Zeit für die Show "Africa, Africa". In der Show-Scheune finden diese täglich am Nachmittag statt. Die Veranstaltung ist nicht besonders aufwändig. Meistens besteht sie darin, dass Zebra & Co. einmal in die Arena laufen und sich umschauen. Ein bisschen Schlangentanz und Akrobatik peppen das Ganze auf. Auch von den beiden Elefantendamen Sambesi und Makombe wird nicht übermäßig viel abverlangt. Der Umgang mit ihnen ist respekt- und liebevoll.

Die Vorstellung dient also mehr zur Beschäftigung für die Kinder und die Tiere als dass es sich um eine echte Zirkusvorstellung handelt.
Im Anschluss an die Vorstellung beginnt draußen das Pony- und Elefantenreiten. Da nicht gar so viel los war, stupste mich mein Anderer in die Warteschlange vor der Aufstiegsplattform und drückte mir die 5 EUR für den Ritt in die Hand. Er selbst blieb unten und filmte das Ganze - nicht ohne seine Witzchen zu reißen. Das schreit nach Revanche...

Sambesi und Makombe haben auch hier die Ruhe weg. Makombe legte auf der ersten Runde sogar eine Pause ein, um sich mit frischem Gras zu versorgen und sich hintenrum etwas zu entlasten (sprich: sie pinkelte und kotete ausgiebig). Möchte nicht wissen, wie sich das für ihre Reiter angefühlt hat.

Ich war in der zweiten Gruppe. Wieder einmal stellte ich fest, wie kurz doch meine Beine sind. Aber auf Makombes Rücken angekommen, hörte ich mit Erstaunen "Und sie reiten heute mal alleine" - so schwer bin ich nun auch wieder nicht... Aber umso schöner für mich.

So ein Elefantenrücken ist schon ein Unterschied zum Sitz im Pferdesattel. Der Sattel bewegt sich lange nicht so sehr und ist aber bei weitem nicht so breit. Anfangs hatte ich das Gefühl nicht ganz mittig zu sitzen. Da fehlen die Steigbügel und die Wirbelsäule des Elefanten sticht auch mehr heraus als beim Pferd. Deshalb machte ich wohl auch in der ersten Runde so einen verkrampften Eindruck. In der zweiten ging es schon merklich besser. Von da oben sieht man übrigens wenig vom Elefant, nur gerade seine Schädeldecke. Das nächste Mal sollte ich vielleicht die kleine Helm-Kamera mitnehmen.
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Beim Absteigen wackelten meine Beinchen schon etwas. Manchem Tierfreund ist das Ganze ja ein Dorn im Auge. Dennoch finde ich, dass auch Zootiere sich ihr Futter verdienen dürfen. Unsereins träumt zwar von einem Leben ohne Arbeit und ständigem Müßiggang. Aber mal ernsthaft: Irgendwann würde uns sterbenslangweilig werden. So ist diese Routine einfach eine Abwechslung und Beschäftigung für die Tiere, die ihnen nicht schadet.



Beim Essen im Tiergarten-Restaurant (lecker Wildschweingulasch mit Rotkohl und Klößen) habe ich übrigens aus dem Augenwinkel eine Aktion zur Finanzierung einer neuen Elefanten-Anlage gesehen. Bin gespannt, was daraus wird.

Die Bilder dieses Besuchs sind diesmal in mehrere Alben aufgeteilt. Die Links habt ihr hoffentlich zum Teil schon entdeckt. Was sonst noch sehenswert war, findet ihr hier.

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