Dienstag, 1. Oktober 2013

Schmetterlings-Ausstellung in der Botanika

Nach dem Ende der Karibik-Ausstellung sind ja schon ein paar Wochen vergangen. Im Mende-Haus gab es ein paar Umbauten und seit ein paar Tagen ist es wieder für die Besucher geöffnet. Jetzt heißt es jedoch sehr leichte Kleidung anzuziehen und die Türen nur sehr vorsichtig zu öffnen.

Obwohl hier nur Temperaturen um die 25° C herrschen, erschlägt uns fast die Luftfeuchtigkeit von 80%.

"Im Reich der tropischen Schmetterlinge" ist für das Winterhalbjahr eingezogen. Zum wiederholten Male flattern diese zarten Juwelen durch das Glashaus, diesmal allerdings in Begleitung von Wachteln und Bergloris.


Für uns ist es die erste Begegnung mit Schmetterlingen, die nicht bei uns heimisch sind und auf irgendeinem Busch oder Wiese herumflattern. Diese hier sind teilweise doppelt bis vierfach so groß und im Flug wirken sie fast wie Papierflugzeuge, die eine unsichtbare Hand geworfen hat.

Nach Asien, Amerika und Afrika geordnet, hängen die Puppen im Raum verteilt an kleinen Tafeln mit Rindenstruktur. Der eine oder andere Schmetterling sitzt gerade erschöpft nach dem Schlüpfen an seiner leeren Puppe und wartet, dass seine Flügel getrocknet sind. Bei unserem ersten Besuch kurz nach Eröffnung waren das vor allem weiße Baumnymphen aus Südost-Asien.



Beim zweiten Besuch waren die Bretter schon etwas leer. Wir erfuhren von einer jungen Angestellten der Botanika, dass am nächsten Tag schon Nachschub kommen soll. Einige Arten finden die Futterauswahl jedoch so reichhaltig, dass sie selbst für den Nachwuchs gesorgt haben. Nach bereits einer Woche finden sich auf einigen Blättern Eier und sogar die ersten winzigen Raupen.
Bei den "gewöhnlichen Bananenfaltern" ist das nur bedingt willkommen. "Ein Bananenblatt frisst so eine Raupe bis zur Verpuppung.", wird uns erklärt. "Wenn alle Pflanzen davon betroffen wären, gäbe es einen schlimmen Kahlschlag hier im Haus."
Gewöhnlicher Bananenfalter


Die erwachsenen Falter halten sich da lieber an die angebotenen Bananenscheiben. Besonders beliebt, wenn sie schon fast vergoren sind. Nette Info am Rande: Wenn ein Falter durch torkelnden Flug auffällt, dann ist er besoffen.

Für andere Arten sind auf kleinen Tischchen mit roten Blumen (Rot sehen die Insekten besonders gut) Näpfe mit einem Gemisch aus allen möglichen Zuckerarten, wie Honig, Glukose und Fruktose, eingelassen.

Weitere beliebte Pflanzen für die Eiablage sind Zitrus- und Pfefferpflanzen. Die Raupen fressen sich so einen Schutz gegen Frassfeinde an. Welcher Vogel mag schon Pfeffer?

Die wunderschönen Orchideen und Bougainvillea sind daher sicher. Ihre Farbenpracht wird besonders im Winter einen tollen Kontrast zum Schmuddelwetter draußen bilden.



Wobei sie natürlich nicht nur die Kulisse für das Spiel der Schmetterlinge sind, sondern auch zum Teil eine Nahrungsquelle.

Bortenfalter
Grauer Mosaikfalter
Wer lange genug ausgehalten hat, der könnte das Glück haben, dass sich ein Schmetterling auf ihn setzt. Der menschliche Schweiß riecht für sie unwiderstehlich. Und schwitzen tut man hier genug. Mein Anderer konnte zum Abschluss der zweiten Visite sein Stofftaschentuch locker ausdrücken und hinterließ eine große Pfütze auf der Umfassungsmauer.

Auch deshalb schaut regelmäßig jemand von der Botanika vorbei. Es soll kein Besucher mit Kreislaufproblemen umfallen.

Wer wissen will, wer ihn da umschwirrt, der kann in die ausliegenden (laminierten) Infoheften schauen. Hier sind die meisten der 700 Falter aufgeführt.

Wir sind selber keine Insekten-Experten und würden uns zusätzlich auch über einen Führer entweder im Internet als App oder im Shop als Buch freuen. Einen Kalender - übrigens vom Fotografen Armin Maywald, der auch mit der ZG Weseloh Events zusammenarbeitet - durch die Ausstellung zu schleppen, finde ich jetzt nicht so prickelnd.
Kleiner Postbote

Überall stehen neben den Zuckerlösungen auch andere Töpfchen mit Fruchtcocktails oder Körnern. Diese sind für die Untermieter gedacht.

Eine kleine Horde von Wachteln ist inzwischen schon sehr selbstbewusst und lässt sich durch die Besucher in keinster Weise stören. Immer wieder verlassen sie die Deckung der Bepflanzung und halten sich an die Schalen.

In einer versteckten Ecke haben sie sogar schon ein Nest gebaut, auf das uns die nette Aufpasserin hinwies.

Ihre Sorge gilt auch einem schüchternen Pärchen Allfarbloris. "Ab und zu kommen sie auch raus, wenn ich hier auf der Bank sitze." Dann ist ihr Lieblingsplatz ein Ast über den Köpfen der Besucher. Doch häufiger sind sie im Blättergewirr nur zu erahnen. Und wir werden für unsere Geduld belohnt: Für ein paar Minuten setzen sie sich auf den erwähnten Ast und lassen sich fotografieren. Mal sehen, ob sie so frech wie z. B. im Elefantenhaus im Allwetterzoo Münster werden.



Wer neugierig ist, der kann sich ja für seinen Besuch von unseren Fotos inspirieren lassen.

Kommentare:

  1. Wir waren auch vor ein paar Tage dort.
    Für mich jedes Jahr ein Highlight, denn ich liebe Schmetterlinge.

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    1. Wir sind uns sogar fast über den Weg gelaufen, wenn ich die Daten überprüfe :)

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