Sonntag, 20. Oktober 2013

Zoo Osnabrück: Der unterirdische Zoo

Gleich hinter dem Eingang, gegenüber den Flamingos, führt ein Gang die Besucher unter die Erde (Hunde müssen draußen warten). In den Anfangszeiten war dies auch jederzeit die Möglichkeit bei Interesse und/oder schlechtem Wetter das benachbarte Naturkunde-Museum kennen zu lernen. Doch der Übergang wurde in diesem Jahr an Wochentagen geschlossen.

Stolz kann ich berichten, dass wir zu den Ersten gehörten, die in das Tunnelsystem durften. Im Zuge einer Dschungelnacht wurden einige Gruppen auf die fast fertige Baustelle gelassen. So können wir uns noch daran erinnern, wie es hinter den Kulissen aussieht.

Ich hoffe, man erkennt
die Nacktmullen
Die Dunkelheit verbirgt 10 verschiedene Tierarten, die teilweise sehr selten in Deutschland gezeigt werden. Hinter Glaswänden laufen verschiedene Tunnel entlang, die entweder überhaupt nicht oder nur sehr spärlich beleuchtet sind. Das kommt den Tierchen zwar sehr entgegen, macht aber das Fotografieren so ziemlich unmöglich (Tierfreunde haben kein Blitzlicht).

Osnabrück ist zu Recht sehr stolz auf seine erfolgreiche Haltung von Nackt- und Graumullen. Es gab bereits mehrfach Nachwuchs. Jeweils eine Königin sorgt für die Vermehrung, während sich der Rest des Familienverbands um die Versorgung kümmert. Die Evolution hat ihnen ein sehr markantes Merkmal gegeben: Große Nagezähne, die vor den Lippen liegen. Somit können sie sich den Weg freinagen ohne ständig Erde im Maul zu haben. Der Anblick ist jedenfalls gewöhnungsbedürftig.

Im Drei-Seiten-Kino kann man im
direkt in die Kinderstube schauen
Ein wesentlich vertrauterer Anblick sind die Feldhamster. Leider sterben sie in unseren Landschaften immer mehr aus. Und in diesem Jahr konnten sie hier auch nicht gezeigt werden. Ihr naher Verwandter, der Goldhamster, vertrat ihre Art dann auch.. Zusätzlich gab es Igeltareks und mongolische Rennmäuse zu sehen - soweit man sie denn zu Gesicht bekam.

Eine der wenigen hellen Ecken
Die vielen Tunnel sind so verteilt, dass die Tiere häufig versteckt bleiben. So ist es jedes Mal ein Abenteuer, welche Art man diesmal zu sehen bekommt und welche nicht.

Wenn nichts mehr hilft, dann helfen Hologramme wenigstens einen kleinen Eindruck vom Leben hier unten zu bekommen. Oder das Drei-Seiten-Kino in der Mitte der Anlage.

Sehr ansprechend ist die Anlage für die Ratten gestaltet. Hier hat man sich Ausgrabungen aus Osnabrück zum Vorbild genommen. Ob es im Mittelalter wirklich um Brunnen und Abwasserkanal so vor Nagern gewimmelt hat? Hinter Glas wirken sie ja ganz possierlich und ich hatte auch schon einmal die zahme Ratte eines Freundes auf dem Arm. Trotzdem...




Das Schlafzimmer der Präriehunde
Während wir es immer noch nicht geschafft haben den Maulwurf in seinem Tunnel zu entdecken, machen es uns die Erdhummeln (eine kleine Leiter führt zu ihrem Bau) und die Präriehunde leichter. Die haben nämlich auch Ausgänge an die Oberfläche und genießen das Tageslicht genauso, wie ihr unterirdisches Zuhause.

Daher beenden wir den Rundgang und steigen wieder dem Tageslicht entgegen. Überirdisch sind die Präriehunde nun mal wesentlich munterer.



Tipp: Aufgrund der beengten Verhältnisse lohnt sich ein Besuch nur an besucherarmen Tagen. Ansonsten bekommt man einfach zu wenig mit. Ebenso sollten es sich Menschen mit Platzangst überlegen, ob sie sich hineinwagen. Lohnen tut es sich auf jeden Fall. Auch Tiere, die man zu kennen glaubt, präsentieren unterirdisch noch einmal eine völlig andere Variante von sich.

Wer hat eventuell noch weitere Bilder vom Zoo? Schön, wenn ihr sie als Kommentar hier teilt.

1 Kommentar:

  1. Interessant. Von diesem unterirdischen Zoo hatte ich noch gar nix gehört. Ok, wir sind eher in Süddeutschland daheim. Vielleicht ergibt sich mal die Gelegenheit, das würde ich wirklich mal gerne sehen! Kann mir gut vorstellen, dass man die Tiere da mal von einer völlig anderen Seite sieht!

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