Dienstag, 29. Oktober 2013

Zoo Osnabrück: Wolfswald bis Streichelland

Der nun folgende Bereich ist im Grunde keine eigene Themenwelt, besteht er doch aus älteren Gehegen. Es ist anzunehmen, dass er irgendwann ein "Face-Lifting" erhalten wird.

Nach der "Takamanda" kann der Besucher noch auf der Verbindungsbrücke mit etwas Glück die Wölfe am Waldrand entdecken. Wir konnten dieses Jahr sogar den ersten Nachwuchs seit 7 Jahren in einer der Höhlen sehen. Diese Höhlen haben sich die Wölfe selbst in den Hang gegraben. Das macht die Beobachtung natürlich nicht gerade einfach. Da die Tiere dämmerungsaktiv sind, ist auch das Fotografieren etwas tricky. (Video)

Der Anstieg führt an einem Weinstand und dem "Giraffen-Spielplatz" (mit Imbiss) vorbei.

Über eine weitere Verbindungsbrücke kann das Gehege dann von einer Plattform überblickt werden. Und hier merkt man erst, wie gut die Tarnfarbe des europäischen Grauwolfs funktioniert. Es braucht schon eine Weile, bis man sie im Schatten der Bäume entdeckt. Wer sich zusätzlich noch über die Verhaltensweisen (Schwanzhaltung, Familienleben usw.) informieren will, findet entsprechende Schautafeln in einer Schutzhütte an der Seite des Geheges. Leider werden derzeit keine regelmäßigen kommentierten Schaufütterungen angeboten.

Seit 2004 lebte zunächst eine Junggesellen-Truppe unter der Führung des Rüden Roy in diesem Areal. 2008 brach er in Folge von Rangkämpfen zweimal aus und hielt die Zoomitarbeiter in Atem. Als Konsequenz konnte er nicht wieder in die Gruppe zurückkehren. Lange Zeit blieb er alleine und bewohnte das eigentlich für Luchse vorgesehene Gehege. Seit 2010 wohnt er jetzt in der "Alten Fasanerie" in Hanau Klein-Auheim. Dort hat er mit der Timberwölfin "Bonnie" eine Gefährtin gefunden.

Odina
In diesem Jahr kamen zunächst zwei neue Fähen in die aus drei Rüden bestehende Gruppe. Odina und Paulina wurden schnell angenommen und während der Ranzzeit im Februar fiel dann die Entscheidung für Paulina als neuer Alpha-Wölfin. Und wie erhofft, krochen im Frühjahr drei kleine Wölfe aus dem Bau. Für Odina hieß dies aber wieder umzuziehen, da ihre Schwester keine Konkurrenz duldete. Wir konnten sie im August noch in einem der Teilgehege der Rothunde sehen. Inzwischen hat sie in Worms ein neues Rudel gefunden. Kein Wunder, dass die dortigen fünf Rüden dieser hübschen Fähe nicht widerstehen konnten.

Wieder auf dem Weg wohnten in den vergangenen Jahren verschiedene Tierarten in den gegenüberliegenden Gehegen. Schweine, Muntjaks und Sika-Hirsche (aktuell) haben hier bisher ein beschauliches Leben geführt.



Mehr Leben herrscht dagegen im Abschnitt der Kamele. Sowohl Neuwelt- (Alpaccas und Lamas) als auch Altwelt-Arten (Dromedar, Trampeltier) sind hier vertreten. Regelmäßiger Nachwuchs sorgt für hohen Niedlichkeitsfaktor und Spielfreude.

Im Gegensatz zu anderen Zoos wird hier das Füttern und Streicheln nicht gerne gesehen. Die Tiere sollen Abstand behalten. Nur die Runden der Tierpfleger sorgen daher für eine Abwechslung.



Eine Vergesellschaftung mit ihren Nachbarn kommt aber nicht in Frage. Die Polarfüchse fänden bestimmt Gefallen an dem einen oder anderen Happen Trampeltier. Wie es ihre Art ist, verschlafen sie aktuell aber den größten Teil des Tages.

Der hängt hier auch schon eine Weile rum
Ein kleines Stück weiter kommt dann das Rothunde-Gehege mit der zeitweisen Untermieterin Odina.

In Osnabrück lebt die chinesische Unterart "Kiangsi-Alpenwolf". Insgesamt sollen weltweit nur noch rund 2500 Individuen in freier Wildbahn leben. Dabei sind es wirklich schöne Tiere, die man aber leider auch nur selten zu Gesicht bekommt. Wie ihre Nachbarn verschlafen sie den Tag, allerdings in Höhlen, und kommen nur in der Dämmerung raus. Dann ist aber auch Leben in der Bude. Kaum glaublich, wie schnell sie sein können ohne wirklich zu rennen.




Vorbei an Kranichen führt der Weg zu einem sehr merkwürdigen kreisrunden, kuppelförmigen Gebilde. Das Quartier der Luchse, die zur Auswilderung vorbereitet werden sollen, markiert gleichzeitig die nord-östliche Ecke des Zoos. Hier verirrt sich selten jemand hin. Daher ist es auch ideal für seinen Zweck. Hier hatte auch Roy zeitweise Unterkunft gefunden.

Noch ein Stück in Richtung Kamele ist noch so ein selten beachtetes Refugium: Die Freifluganlage der Eulen. Ich selbst habe sie anlässlich eines Mittelalter-Fests mal Abends besucht. Unsere heimischen Eulen sind leider auch sehr gut getarnt. Deshalb ist auch hier ein scharfes Auge nötig, um sie zu entdecken. Doch ein Besuch lohnt sich.

Wieder zurück auf den Hauptweg und wir kommen zu weiteren kleineren Volieren. Hier sind die verschiedensten Arten versammelt. Weitere Eulen, Lachende Hänse, Sittiche und vieles mehr.



Weiter vorne wird es wieder lauter. Wir haben das neue Streichelland erreicht. Neben den üblichen Ziegen gibt es auch süße kleine Mini-Schweine, die es ihren Artgenossen in Thüle nachmachen: Sobald mein Anderer auftaucht, schmeißen sie sich rücklings vor ihm auf den Boden und lassen sich genüsslich den Bauch kraulen.



 Damit ist das Ende dieser Etappe erreicht und nähern uns dem Zentrum des Zoos, der sich gerade mal wieder in eine Baustelle verwandelt...

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