Sonntag, 24. November 2013

Jaderpark: Rundgang, Teil 2



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Kennt ihr das? Ihr wollt über etwas schreiben oder erzählen, aber irgendetwas hält euch davon ab? Und später stellt sich heraus, dass es gut so ist, weil sich etwas verändert hat? So ging es mir mit der Fortsetzung des Rundgangs. Eben noch fand ich die Ecke, mit der ich jetzt weitermache, vorsichtig gesagt etwas überholungsbedürftig. Die Enten, die sich an dem mit Beton eingefassten Badebecken tummelten, waren halt Enten. Dass es das alte Elefantenbad ist, war mir nicht bewusst. Abgesehen davon, dass ich mir auch nicht bekannt war, dass es jemals Elefanten im Jaderpark gegeben hat. Bis Mitte der 90er Jahre haben hier tatsächlich 2 asiatische Dickhäuter gebadet. Gewohnt haben sie im heutigen Tropenhaus und waren - wie damals üblich - fast ständig angebunden. Gut, dass diese Zeiten vorbei sind.

Ich erinnere mich an einen der ersten Besuche, als hier zwischen den Vögeln noch ein dreibeiniger Mara hockte, der seinen Lebensabend hier in Ruhe verbringen durfte.

Seit unserem letzten Besuch hat sich hier aber einiges getan. Es ist eine neue Tierart hier eingezogen: Nutrias. Diese Nager kenne ich schon aus dem Wildpark Schwarze Berge, doch nur in ihrer Wildfarbe. Hier sind drei braune und ein weißes Tier eingezogen. Diese fühlten sich aber sofort so wohl, dass sich die Gruppe schlagartig auf 14 Exemplare vergrößert hat. Grund genug, am Samstag mal wieder vorbei zu schauen. Und ich kann nur sagen: Die Kleinen sind weiß und dunkelbraun und sowas von putzig! Wir hätten ihnen stundenlang zuschauen können.





Es geht weiter auf dem Rundgang und die Treppen wieder herunter.

Rechts ist ein gemauertes Becken, in dem sich immer wieder andere Bewohner tummeln. So wurde hier schon der Pinguinnachwuchs an Fisch gewöhnt. Die Kleinen waren wirklich drollig und immer zu einem Foto gut.

Derzeit sind es jeweils ein Paar Rostgänse und Trauerschwäne, die sich ab und zu um die Nistgelegenheiten streiten. Es sieht so aus, als ob die Schwäne den Kürzeren gezogen haben.




Dahinter breiten sich zwei Wiesen aus, auf denen sich Alpaccas, Lamas, Marabus, Kronenkraniche, Weißstörche und Schafe je nach Jahreszeit tummeln. Es ist eine Art Winterquartier und Kinderstation, wie es gerade gebraucht wird. Die Geparden haben jedenfalls immer was zu schauen.





Links kommen wir am Nachtquartier der Geparden vorbei. Ein großes Fenster mit seitlichen Gittern ermöglicht es, die Katzen auch bei schlechterem Wetter zu sehen. Mir kommen dann immer die Erinnerungen an die Zeit in den Sinn, als hier die sechs Jungtiere herumtollten, unter ihnen Mucaja und Kaduna.

Der Weg biegt ab und wir kommen an eine große Voliere. Verschiedene Aras und Blaustirn-Amazonen haben viel Platz zum Fliegen. Doch auch im Erdgeschoss ist einiges los. Hier tummelt sich eine Familie Maras, aka Präriehasen. Es ist immer wieder eine Riesenfreude, wenn sich im Frühjahr neuer Nachwuchs zeigt.


Der eine oder andere Vogel ist aus schlechten Haltungen hierher gekommen. Aus Einsamkeit hatten sie angefangen sich zu rupfen. Leider wachsen die Federn entweder nur sehr langsam oder überhaupt nicht nach. Ihre Artgenossen scheint es aber nicht zu stören.






Dem schließt sich eine Voliere mit großem Warmhaus für die "Unzertrennlichen" an. Diese Papageienart hat ihren Namen von der normalerweise lebenslangen Treue füreinander. Im Englischen werden sie auch "Lovebirds" genannt. Im Jaderpark sind es vor allem Pfirsichköpfchen.


Mit der Zweisamkeit kann der Nachbar nicht soviel anfangen. Er hat ein Harem, um das er sich gewissenhaft sorgt. Der Macho ist allerdings auch immer auf seinen Rang als Patriarch bedacht und beim Fressen der Erste. Die Rede ist von Oviris, dem Hulman-Languren.

Lange hatte es gedauert, bis es mit seinen drei Frauen auch mit dem Nachwuchs geklappt hat. Doch seit 2009 können sich die Besucher regelmäßig an Babys bei den heiligen Affen erfreuen. Immer, wenn ich die schwarzen Gesichter sehe, denke ich an die Legende um den Gott Hanuman, dessen Namen sie ja auch tragen. "Im Ramayana, einem indischen Nationalepos, spielen diese Tiere eine wichtige Rolle: Sita, die Gattin des Prinzen Rama, wird von Ravana, dem Fürsten der Dämonen, entführt. Rama zieht ihnen nach, begleitet vom Affenkönig Sugriva und seinem Minister Hanuman. Sie besiegen Ravana nach langen Kämpfen und können Sita befreien. Dabei kann Hanuman eine Mangofrucht aus dem Garten entwenden und hat so erstmals dieses Obst nach Indien gebracht. Als Strafe sollte Hanuman auf dem Scheiterhaufen verbrannt werden, er konnte aber noch rechtzeitig fliehen und hat seitdem ein schwarzes, gerußtes Gesicht." (Wikipedia) Die Tempelaffen sind trotz der Verehrung, die ihnen die Inder erweisen, ernsthaft bedroht. Umso erfreulicher ist es, dass inzwischen die ersten Nachzuchten aus dem Jaderpark eigene Familien gründen konnten. 

Auch bei schlechtem Wetter kann man sie gut in ihrem Warmhaus beobachten.

Damit kommt unser Rundgang an eine Kreuzung und ich überlege noch, wo ich fortfahre. Dann bis zum nächsten Abschnitt.

Kommentare:

  1. Im Jaderpark war ich noch nie...geplant war es schon öfter, aber geklappt hat es noch nie...
    Nutrias habe ich bis 2013 auch nur wildfarben gesehen, aber in diesem Jahr habe ich ziemlich unterschiedliche Färbungen gesehen, auch schwarze.
    Aber wenn sie klein sind, sind Nutrias grundsätzlich niedlich.

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    1. Jaderberg ist von Rostock aus ja auch nicht gerade um die Ecke ;-) Aber ich bin mir sicher, dass es für dich irgendwann klappt.

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