Samstag, 9. November 2013

Zoo Osnabrück: Angkor Wat I - Vom Affenfelsen zum Affentempel

Vom Streichelland kommend, hat sich die vertraute Tigeranlage inzwischen in eine riesige Baustelle verwandelt. Hier entsteht nach dem Tod des letzten Amurtigers 2012 der zweite Teil der neuesten Themenwelt Angkor Wat. Die Mutter von Tips und Taps, die Braunbärin Susi, die vorher noch hier lebte, ist bei den Blaufüchsen untergekommen. Im Frühjahr 2014 sollen hier Sumatra-Tiger, Binturongs und Siamangs einziehen. Zeitgleich beginnen dann die Arbeiten am alten Menschenaffen-Haus. Buschmann und Astrid, die beiden Orang-Utans, und die Schopfgibbons sollen 2015 ihr neues Domizil beziehen. Einen ersten Eindruck, wie dieser Bereich in Zukunft aussehen wird, bekommt man am ehemaligen Affenfelsen, der heute ein Affentempel ist.

Als wir Osnabrück das erste Mal besuchten, beherrschte den Platz noch eine Betonpyramide aus den 70er Jahren mit einem Graben, auf dem sich einige Schweinsaffen langweilten. Die sehr funktionale Anlage passte zwar zum anschließenden Tieraffenhaus, doch insgesamt war (und ist das Haus leider noch) nicht besonders einladend. Da der Affenfelsen nicht so einfach abzutragen war, entstand die Idee einer Tempelruine (Pressemitteilung). Als Vorbild wurde das kambodschanische Angkor Wat gewählt. Der Betonberg wurde miteinbezogen und überbaut. So haben die Affen heute noch den besten Überblick über den Zoo, da ihre "Ruine" insgesamt 16 Meter hoch ist.

Vieles übernahmen heimische Betriebe, doch der Figurenschmuck wurde direkt in Indonesien gefertigt. So blieb die Authentizität erhalten ohne das Ganze zu einem asiatischen "Disney-Land" werden zu lassen. Baubeginn war im Winter 2010 und schon beim Mittelalterfest 2011 konnten wir erste Figuren aus der Nähe bewundern.

Die Umgestaltung war mit einigen Umzügen verbunden. Nach der Fertigstellung der Takamanda zogen zunächst die Schimpansen in ihr neues Domizil, bevor die Schweinsaffen in deren altes wechselten. 


Das Affenhaus blieb von der Baumaßnahme unberührt. Hier leben Kapuzineraffen, Rothandtamarine, Weißkopfmakis, Weißnasen-Meerkatzen, Goldagutis, Zwergseidenäffchen und Zwerghamster.

Die Käfige sind mit roten Bodenfliesen, grauen Wandfliesen und einigen Wandborden pflegeleicht ausgestattet, haben aber mit dem Lebensraum der Tiere nichts zu tun. Es gibt bereits Ansätze diese Situation zu ändern. Die Degus, die sozusagen in einer Trennwand lebten, sind inzwischen verschwunden und bei unserem letzten Besuch wurden einige Gehege gerade umgestaltet.



Am 21. Mai 2012 feierte Angkor Wat seine Eröffnung. Es gelang tatsächlich das Original zu zitieren ohne in touristischen Kitsch abzurutschen. Die Affen hatten wenige Tage zuvor erstmals ihr neues altes Revier erkunden können und es wie selbstverständlich angenommen. Was allerdings noch fehlt, ist für uns, was auch zu einer Dschungelruine gehört: Pflanzenranken oder wenigstens ein bisschen Moos. Affen erobern sich solche Tempelanlagen auch deshalb, weil sie dort entsprechend Nahrung finden.


Gekrönt von einem Buddha-Kopf führt ein 40 Meter langer Tunnel durch die Anlage und ermöglicht die Beobachtung der Affen, die sich in den verschiedenen Nischen und Vorsprüngen bewegen. Hier und da sitzt oder schläft auch einer direkt an einem Fenster.



Mit den Jahren wird sich die Sache mit dem Grün wohl von selbst erledigen. Dann bleibt nur noch die Frage, wer die ganzen Fenster putzen soll.

Ich bin schon gespannt, wie sich die neuen Teile hier anfügen werden.

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