Freitag, 21. März 2014

Erlebnis-Zoo Hannover: Urwaldhaus und Kibongo


Besonders neugierig war ich bei unserem ersten Besuch in diesem Jahr in Hannover auf die Umgestaltung des Urwaldhauses und des Kibongo-Landes. Nach dem Ausbruch der Schimpansen-Bande um den alten Max war dieses Haus bei unserem letzten Besuch noch geschlossen gewesen.

Außerdem sind neue Bewohner hinzugekommen: 2012 kam ein kleines Gorilla-Mädchen namens Mayumi zur Welt. 2013 dann der Paukenschlag: Nach 31 Jahren wurde erstmals wieder ein kleiner Orang Utan geboren. Yenko ist seitdem der ungekrönte Star des Affenhauses und der Augapfel seiner Mutter Miri. Das bekamen wir auch sofort mit, drängte sich neben den Besuchern doch sogar ein Reporter vom NDR mit einem Pfleger vor der großen Gehegescheibe.




Miri guckt böse
Und was macht der kleine Kasper? Er hängt mit Papa Jambi in der höchsten Ecke des Geheges herum. Mutter Miri schaut inzwischen von unten zu, bis es ihr zu bunt wird und sie ihren Nachwuchs energisch in einem großen Trog vor den vielen Zuschauern versteckt. Wir werden dann streng angeschaut: Audienz beendet.

Jambi
Yenko ist auch deshalb so wertvoll, weil es sich bei ihm um einen Sumatra Orang-Utan handelt. Diese Unterart ist in der Wildnis nur noch mit ca. 7000 Exemplaren vertreten. In den letzten 75 Jahren ist der Bestand um ca. 80% geschrumpft. Also mal daran denken, wenn bei einer Ware Palmöl (auch als natürliches Öl bezeichnet) aufgeführt wird. Die Plantagen dazu gehören zu den Hauptbedrohungen für die Verwandten des kleinen Yenko.

Nebenan schaut die zweite Orang-Dame Zora neugierig herüber und hat ihre eigene Art mit Jambi zu kommunizieren. Leckere Halme wechseln durch die Gitterstäbe.

Bis auf die Einrichtung hat sich nichts in diesem Bereich verändert, was mir ins Auge gefallen wäre. Auch der Außenbereich für die "Waldmenschen" ist dringend reif für eine Überholung. Ich kann mir aber vorstellen, dass solche Umbauten mit einem kleinen Baby ein zu hohes Risiko wären.

Vermisst hatte ich durch die Schließung des Hauses auch die Faultiere und Goldrückenagutis. In Osnabrück entziehen sie sich ja meist geschickt dem Besucher. Hier gucken sie eher neugierig, wer da bei ihnen vorbeischaut.

Auf einem "Waldweg" vorbei an weiteren Pflanzbeeten mit Bambus und Ähnlichem kamen wir dann zu den Flachland-Gorillas. Die waren augenscheinlich bei dem schönen Wetter lieber draußen. Wie bei den benachbarten Schimpansen hat es hier ein "Make-over" gegeben. Seitdem ist der Innenbereich mit einer Glasscheibe abgetrennt. Verständlich, weil es ja hier auch um den Schutz der Tiere vor den Besuchern geht, aber für die Fotografen echt eine Herausforderung, weil die Spiegelungen nur sehr schlecht auszugleichen sind. Immerhin gab sich der Silberrücken Buzani die Ehre einer Fotosession.


Und bei einer späteren Stippvisite gab es dann eine Begegnung mit dieser hungrigen Dame..


Richtig klasse finde ich die Schautafeln, auf denen jeder Affe kurz mit Foto vorgestellt wird. Übrigens samt Stammbaum.



Das Gleiche gilt für die Nachbarn, die Schimpansen. Zur Erinnerung habe ich mir noch einmal alte Bilder von der Außenanlage herausgesucht. Bei deren Anblick kann ich wirklich verstehen, warum die Affen damals den Ausbruch wagten. Zwei "Restwiesen" mit Hanglage, eingegrenzt von Beton und Glas. Alles nicht gerade angelegt zur Beschäftigung von so intelligenten Tieren.

Jetzt hat sich das Bild sehr gewandelt - sowohl außen als auch innen. Im Haus laden Stangen, Seile, Tonnen und vieles mehr zum Beschäftigen und Toben ein. Ein paar Schritte außerhalb ist eine ganz neue "Themen-Welt" entstanden - Kibongo. (Die Pfleger verschoben dafür sogar die dringende Erneuerung ihrer Personalräume!)

Es hat sich gelohnt. Die Affenbande nahm ihr neues Reich sofort mit Begeisterung in Beschlag und machte auch bei unserem Besuch einen völlig anderen Eindruck als vor dem Umbau.

Verlässt man das Haus, sind es nur wenige Schritte in die neugebaute Schlucht. Hohe Wände und Stahlnetze verhindern weitere Ausbruchversuche. Die Anlage wurde sogar zuvor mit wahren Spezialisten im Schwachstellen aufspüren getestet: Den Orang Utans.



In den künstlichen Affenbrotbäumen und Felsen verstecken sich Futterautomaten, die unregelmäßig Beschäftigungsfutter freigeben. Es lohnt sich also jederzeit die Anlage zu erkunden. Auch, wenn der typische Schimpansentag etwas anders aussieht.
Für die Besucher bieten die großen Panoramafenster auch die Möglichkeit einer Kontaktaufnahme. Ist ein tolles Erlebnis, wenn da ein Affenmann sich vor deine Füße legt und einen auf dicken Max macht. Wer das dann jeweils ist, kann in einem Fotoalbum nachgeschlagen werden.


  Ich freue mich schon auf die weiteren Besuche dieses Jahr, um die Bande besser kennen zu lernen. Dann finde ich hoffentlich auch den Weg zum Freigehege der Gorillas wieder...

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