Freitag, 4. April 2014

Serengeti-Park: Mally-Bu

Mally-Bu
Erinnert ihr euch noch an diesen Jungspund aus USA, der mit einem Weißschulterkapuziner durch die Lande tourte und an den falschen Zöllner geriet? Der Jungspund hieß Justin Bieber und hatte das wenige Wochen alte Äffchen angeblich ohne die notwendigen CITES-Nachweise zum Geburtstag geschenkt bekommen. Er sei ja sooo in den kleinen Mally verliebt, dass er sich nie von ihm trennen wolle. Komisch nur, dass er sich nach der Beschlagnahmung durch den Münchner Zoll kein Stück mehr um seinen "Liebling" kümmerte...
Vanessa mit Mama
noch im Affentunnel
Nach einigem Hin und Her fand sich für den Waisen ein neues Heim in der Lüneburger Heide. In Hodenhagen existiert seit Jahren eine funktionierende Gruppe dieser seltenen Kapuziner, die gerade sogar ein gleichaltriges Jungtier, die kleine Vanessa, umsorgten. Außerdem haben die Tierpfleger des Parks viel Erfahrung mit der Integration von Handaufzuchten. 

Mally-Bu 2013
Bis dato lebte die neue Familie von Mally im Affentunnel. Dies sollte sich aber ändern und schon im letzten Jahr konnten die Besucher die Entstehung einer neuen Insel zwischen Affentunnel und dem Amboseli-Menschenaffen-Reservat beobachten.

Ich war also gespannt, was sich seit dem letzten Jahr getan hat. Über Berichte von Anderen und aus der Presse wusste ich, dass Mally zunächst alleine nach und nach an "Mally-Bu", wie man die Insel taufte, und die Abwesenheit von Menschen gewöhnt wurde. Kurz vor dem Ende der Saison soll auch die Gruppe umgezogen sein. 

Ich hatte zuvor einen kleinen "Betriebsunfall" bei den Totenkopfäffchen zu beseitigen. Deren Stuhlgang stinkt gewaltig! Auf der Suche nach der nächsten Wasserleitung war ich erstmal nicht auf "Mally-Bu" eingestellt. Verblüfft bin ich, dass wir uns tatsächlich nur wenige Schritte vom Toilettenhaus an der Einfahrt zur Tierwelt befanden. Wirklich gute Planung, finde ich, denn hier beginnen jetzt auch die neue "Safari zu Fuß" und die Massai Mara Lodges.
Vanessa?
Endlich konnte ich also die Eindrücke in mir aufnehmen. Eine großzügige Anlage mit viel Platz zum Toben, Entdecken und Klettern - oder auch sich aus dem Weg gehen. Welch ein Unterschied zu den beengten Verhältnissen vorher. Der Graben ist weit genug, damit weder Affe noch Mensch ohne Weiteres hinüberkommt. Sie sind also ungestört dort.

Die Äffchen selbst genossen entspannt das Wetter, indem sie sich entweder unter einem Baumstamm gegenseitig "lausten" oder die Wiese nach Essbarem absuchten.

Mally (?)

 Alles wunderbar entspannt und friedlich! Für mich sah es nach einer gelungenen Integration aus und ich freue mich auf weitere Besuche.

Und ich würde mich über weitere Inseln für die restlichen Bewohner des Affentunnels freuen.

Alle Bilder, wie immer auf Flickr und Facebook.

Kommentare:

  1. Tolle Bilder ...und ein interessanter Bericht. Irgendwie ist die Entstehung der neuen Insel an mir vorbeigegangen...aber ich weiß nicht, wann ich wieder nach Hodenhagen komme..nächstes Jahr vielleicht.
    Nebenbei bemerkt: Mein Mitleid, den Affenschiss betreffend hast du. Mich hat zwar noch nie ein Affe angeschissen, aber ich meide inzwischen begehbare Affenanlagen (Ausnahmen sind bisher noch die Lemuren), da kann ja einiges passieren.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hallo Martin, ist ja auch eine tolle Anlage. Und danke für dein Mitgefühl, das Malheur war Gott sei Dank schnell beseitigt. Und wie heißt es so schön: No risk, no fun! Die kleinen Stinker finde ich einfach unwiderstehlich :)

      Löschen