Mittwoch, 11. Juni 2014

Zootour 15.-17. Mai 2014: 1. Station Zoo Krefeld (2)

Und weiter geht es mit Krefeld: Die Fütterung im Gorilla-Garten wollten wir nicht verpassen. Über Freunde hatte ich einige Bilder vom "Seiltänzer" Kidogo gesehen. Der junge Silberrücken hat sich mit seinem Kunststück schon internationalen Ruhm erworben. Leider war das an diesem Tag nicht zu erwarten, weil es schlicht zu kalt war. Es überraschte uns daher nicht, dass die Affen in ihrem Haus waren.

Der Gorilla-Garten wurde erst 2010 errichtet.Am 21.09.2010 erfolgte der Spatenstich für das neue Haus, In einer kleinen Hütte in der Nähe kann man sich über diese Baumaßnahme informieren.

Für mich als Laien sieht die Planung und die Gestaltung sehr gelungen aus. Dank großer Fenster von 2 Seiten lassen sich die Affen in ihrem Haus sehr gut beobachten. Gleichzeitig haben sie genug Möglichkeiten sich hinter Trennwänden und Inventar zu verstecken.

Kidogo, Muna, Oya und der kleine Tambo haben erst kürzlich aus Frankreich Verstärkung erhalten. Miliki war allerdings noch hinter den Kulissen, so dass wir glücklicher Weise noch Zugang zum Haus hatten. Es standen aber bereits die Absperrgitter für die bevorstehende Zusammenführung bereit.

Die Fütterung erfolgte im Haus und bestand darin, dass das Futter von oben gestreut wurde. Im Garten wäre es bestimmt ausführlicher gewesen. Aber auch so hatten wir gute Möglichkeiten, die verschiedenen Charaktere kennen zu lernen. Ein besonderes Highlight ist natürlich Tambo, der im Juni ein Jahr alt wurde.



Seine Mutter ist Muna, die ihre Rolle sehr gut meistert und eine Engelsgeduld mit ihrem Sohn hat. Für wenige Minuten gingen sie dann sogar raus in den Garten.



Oya, die Älteste in der Gruppe, scheint gehörigen Respekt vor Kidogo zu haben. Sie wich ihm ständig aus und holte sich ihren Anteil am Futter ein Stockwerk höher direkt beim Pfleger.



Wie überall betont wird, ist der Gorilla-Garten nur ein Teil der Neugestaltung für die Menschenaffen in Krefeld. Das alte Affenhaus von 1974 ist gleich nebenan und soll in den nächsten Jahren ebenfalls Außengehege erhalten. Eine durchaus sinnvolle Ergänzung, wie ich auch finde.


Obwohl die Entwicklung in der Haltung nicht stehen geblieben ist, überzeugte uns die Innengestaltung. Beim Eintreten hat man sofort den Eindruck eines Dschungels. So ging es auch unseren Kameras, die erstmal komplett beschlugen.

So entgingen uns fast die Zwergseidenäffchen, die hinter kaum wahrnehmbarem feinen Stahlnetz herumtobten.

Schnell wanderte der Blick dann rüber zur ersten Anlage, auf der sich nur ein Orang Utan mit den Vorgängen im Nachbargehege beschäftigte. Aber schon so genossen wir diesen barrierefreien Blick ohne Fenster oder Gitter.

Über die Beobachtungen nebenan - nun ja, da haben wir so einen leisen Verdacht, worum es da ging...



Der kleine Changi tat sich später noch besonders durch seine Meisterschaft im Purzelbaumschlagen hervor. Seine Mutter Lea brauchte nach der Aufregung erstmal eine Stärkung.





Etwas weiter findet sich die Senioren-WG der Gorillas. Der Clan-Chef Massa, zu seinen Nachkommen gehören die Silberrücken Jambo (Apenheul), Gorgo (Rostock) und der kürzlich verstorbene Kisoro (Basel), hat mit Tumba und Boma nette weibliche Gesellschaft. Wir konnten sie bei einem sehr gemütlichen Picknick beobachten und staunten über das Charisma der großen Menschenaffen. Diese Blicke können schon sehr einschüchternd wirken, wenn ich auch weiß, dass es sich um sanfte Riesen handelt. Wir sind jedenfalls auf unserer Runde später gerne noch einmal vorbeigekommen.




Wie ich bereits erwähnte, ist das Haus wie ein Dschungel angelegt. Deshalb dürfen auch die etwas unauffälligeren Bewohner nicht unerwähnt gelassen werden. Wer erwartet in einem Affenhaus schon Glanzstare und Fische?


 Selten werden in den Zoos, die wir bisher besucht haben, alle drei großen Menschenaffen-Arten gepflegt. Hier in Krefeld gibt es tatsächlich auch westafrikanische Schimpansen, teilweise sogar noch Wildfänge. Charlie, der älteste, erhielt gerade Besuch von Christine Peter, die mit den Affen malt und auch sonst für die Beschäftigung der intelligenten Primaten sorgt.





Im letzten Teil des Hauses dreht sich dann alles um den Erhalt des brasilianischen Küstenurwalds. Dieser ist unter anderem die Heimat vieler Krallenaffen, wie die Silber- und goldenen Löwenäffchen. Im Zeichen der Fussball-WM 2014 ein sehr aktuelles Thema, wie ich finde.



Und damit ging es wieder ans Tageslicht...

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