Sonntag, 5. Oktober 2014

Zootour 15.-17. Mai 2014: 2. Station Zoo Duisburg (1)

Kennt ihr das? Ihr fahrt an einen Ort, der euch so vertraut erschien, und hinterher ist alles irgendwie anders? So ging es mir mit dem Zoo Duisburg.

Aus der Zeit der "Ruhrpottschnauzen" im ZDF, kannte ich so einige Ecken dieses Zoos - dachte ich jedenfalls. Und ein 80. Geburtstag ist immerhin ein guter Grund sich das Ganze mal live anzusehen.

Der Zoo liegt "idyllisch" zwischen mehreren Hauptstraßen, Autobahnen und einer Bahnstrecke. Teilweise gehen diese auch mitten durch den Park, was nicht gerade zur Senkung des Geräuschpegels beiträgt. Man gewöhnt sich allerdings auch schnell daran. Es gibt nur einen Übergang von einem Zooteil in den anderen. Deshalb ist die Nutzung des Zooplans unabdingbar, um die Orientierung zu erleichtern.



Schon vor dem Eingang erfreuten wir uns am Anblick der Giraffen, die uns ebenso neugierig beäugten, wie wir sie. In Duisburg werden Netzgiraffen gehalten, die bekannteste Unterart.

Erst im April war Lindani (2) aus dem Kölner Zoo eingetroffen. Bei unserem Besuch war sie schon gemeinsam mit dem Zuchtbullen Kiringo (14), dem Weibchen Malindi (14) und dem Nachwuchsbullen Bikila (1) auf der Freianlage.

Wir hatten an diesem Tag noch öfters Gelegenheit mit Kiringo zu flirten. Der Bulle ist den Besuchern gegenüber sehr aufgeschlossen. Daher ist es schön, dass man ihm sehr einfach auf Augenhöhe begegnen kann.

Nächster Anlaufpunkt: Die Lemuren-Insel. Leider waren die Kattas und schwarz-weißen Varis wegen des Nachwuchses im Haus. Die Aufnahmen durch die Scheiben sind nicht so gelungen. Dafür ist der Dschungel im Außenbereich gut zu erkennen. Muss Spaß machen, wenn hier die Kattas wuseln. Die roten Varis sind laut Auskunft eines Zookenners leider nicht draußen anzutreffen. Dabei liebe ich diese Lemuren seit Durrell ganz besonders.

Der Anlage selbst tut das keinen Abbruch. Wünsche ich mir in ähnlicher Form für viele Zoos und Tiergärten.



Es schließt sich ein großer Teich mit allerlei Getier mit Federn oder Panzern an.



Womit wir schon bei den Elefanten sind. Hier sind es Afrikaner. Daisy sollte den Zoo-Doku-Guckern unter uns noch ein Begriff sein. Sie ist ein ehemaliger Zirkuselefant und wird gerne für die eine oder andere Räumaktion eingesetzt. Was ja durchaus auch als Tierbeschäftigung durchgeht. Seit den "Ruhrpottschnauzen" wurde ein neues Haus errichtet und eine Bullenanlage geschaffen. Damit ist zwar nun eine gewisse Distanz zu den Besuchern, für die Bewohner ist aber eine schöne Landschaft entstanden.



Noch nicht so ganz fertig war im Mai das Aquarium, eigentlich der älteste Teil des Zoos. Da wir jedoch noch nie dort waren, kann ich auch nicht sagen, ob wir etwas verpasst haben. Gleich rechts vom Eingang waren die spektakulärsten Bewohner schon eingezogen: Chinesische Riesensalamander. Und die tragen den Namen wirklich zu recht. Sie sind riesig und nehmen in ihrem Aquarium auch ziemlich viel Platz ein. Laut einem Mitglied des Zoo-Vereins, der eine tolle Führung zum Thema "Oldies im Zoo" machte, werden sie deshalb sehr alt, weil sie sich auch nicht viel bewegen. Sie sind Lauerjäger.

Schon bei Hagenbeck und in Wilhelmshaven habe ich meine Liebe zu den grazilen Quallen entdeckt. Auch hier sind sie mit einem spektakulären Becken in Kreisform vertreten.










Begleitet von dem vertrauten Gequietsche der Riesenotter-Familie, deren Innenbereich hier über eine große Glasfront einsehbar ist, führt der Weg hinein in die Tropenhalle "Rio Negro". Hier toben normalerweise Rothandtamarine, verschiedene Echsen und Vögel umher. Durch die Bauarbeiten waren selbst die Faultiere auf Tauchstation.


Einer, der sich ebenfalls zunächst sehr zurückhielt, war "Baby". Dies ist das weltweit seltenste Zootier überhaupt: Ein Amazonas-Flussdelphin, der entgegen seines Namens bereits ein Senior ist (gefangen 1974). Außerhalb von Südamerika ist er nach dem Tod des anderen Delfins "Vater" 2006 der einzige seiner Art in einem Zoo. Er ist sehr neugierig und spielt gerne mit den Besuchern an der großen Scheibe des Beckens, kann sich aber auch in den Hintergrund verdrücken, wenn es ihm zuviel wird.



 Damit ging es wieder zurück nach draußen. Am sogenannten Bärenkiosk (Gebäude gut merken!) war noch nichts weiter zu sehen. Deshalb wanderten wir weiter und gelangten rechter Hand auf die Brücke zwischen den beiden Parkteilen hoch über der Autobahn. Ich muss aber auch erwähnen, dass diese Schnittstelle sehr grün angelegt ist. Deshalb ist es halt auch manchmal etwas schwer, diese Stelle im Zoo zu finden.



Es begrüßten uns auf der anderen Seite Flamingos, Nandus und Große Maras.



Obwohl es sich hier um eine Erweiterungsfläche handelt, genießt der Besucher an heißen Tagen den Schatten alter Bäume. Die besonderen Highlights sind das Äquatorium/Affenhaus und das Delfinarium. Auf dem Weg dorthin kamen wir an einem relativ unscheinbaren Gehege vorbei, das sich bei näherem Hinsehen aber als weiteres Highlight herausstellte: Muntjaks und kleine rote Pandas, die sogar wach waren.



Damit kamen wir beim Äquatorium an...

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