Sonntag, 9. August 2015

Tier- und Freizeitpark Thüle: 50 wilde Jahre und noch viele mehr

Wir teilen nicht nur das gleiche Alter, sondern auch die Vorliebe für die kleinen Arten: Der Tier- und Freizeitpark Thüle.

Im Jubiläumsjahr hatten wir uns um die Feierlichkeiten im Juni gedrückt. So viel Rummel ist nichts für mich. Umso mehr wartete ich auf den richtigen Moment zu sehen, was sich dort alles getan hat. Denn hier gibt es nur eine Konstante: Das sich etwas verändert.

Ein erster Blick auf den neuen Zooplan verriet, dass die Erweiterungsfläche neue Bewohner bekommen hat. 
Gleich an der Kasse gab es eine Überraschung. Frau Grothaus, die Chefin, freute sich einen Ast uns kennen zu lernen. Ein paar unserer Fotos hatte es nämlich nicht nur auf ihre Facebook-Seite sondern auch in den Zooführer, der zum 50jährigen aufgelegt wurde, geschafft. Bisher war das alles nur über das Internet gelaufen. Jetzt bekamen wir doch einige Infos aus erster Hand. Vielen Dank für dieses spontane, offene Gespräch!
Schöne Nachricht: Hanni, Nanni und Anni, Rotbauchtamarin-Drillinge, die von ihren überforderten Eltern verlassen wurden, sind so gut wie über den Berg. Ihr Tierpfleger konnte inzwischen auch bewegte Bilder von ihnen veröffentlichen. Und wir freuen uns schon, wenn sie in ein Gehege neben ihren Eltern einziehen können


So ging es auf den Rundweg. Wir merkten schnell, dass wir später im Jahr als sonst da waren, denn die Küken der Rosa Flamingos sind schon fast so groß wie ihre Eltern. Was für andere Tierparks eine echte Herausforderung zu sein scheint, klappt hier mit schönster Regelmäßigkeit. Vielleicht liegt es am relativ abgeschlossenen Areal mit den alte Bäumen, das von zwei Seiten durch Gebäude und auf den anderen von den Volieren für die Horn- und Hühnervögeln, Balistar, Turakos und Co. umbaut ist. Bei mir stellt sich hier immer sofort eine paradiesische Ruhe ein. 














Ein paar Schritte weiter hat sich bei den Krallenäffchen nicht viel getan. Spannend immer wieder, welche Art sich heute gut beobachten und fotografieren lässt. Goldkopflöwenäffchen, Rotbauch-, Rothand- und Springtamarine, Lisztäffchen, Kaiserschnurrbart-Tamarine, Weiß- und Schwarzbüschel- und Silberäffchen - aus der Ecke kommen wir jedes Mal nur schwer wieder weg.





Die Ecke der Schildkröten hat ein Make-over erfahren und die Reptilien genießen den kleinen Wasserfall und die Sonne an Tagen wie diesen sichtlich. Auch der Bestand ist augenscheinlich reduziert worden, was den verbliebenen Exemplaren nur gut tuen wird. 





Am Raubtierhaus wurden die Eulenvolieren im Winter ebenfalls überarbeitet. Binturongs und Servale hielten sich an die Devise: Nur nicht zuviel bewegen! Amir, der Karakal-Kater, vertrieb sich alleine die Zeit. Seine Partnerin Azana blieb
Amir
hinter den Kulissen. Nur soviel: Ein bisschen Daumendrücken kann nicht schaden - zwinkerzwinker.

Und damit zur ersten Neuerung: Das Meerschweinchen-Gehege, dass uns im letzten Jahr noch Rätsel aufgab. Jetzt klärt sich natürlich, warum die Ummauerung so niedrig ist. Die Nager haben sich schon sehr gut eingelebt, was der zahlreiche Nachwuchs beweist.
Das neue Meerschweinchen-Gehege












Sehr gespannt war ich natürlich auch, was sich an der aktuellen Erweiterungsfläche so getan hat. Da war ja im letzten Jahr ein begehbares Gehege entstanden, dass da noch nicht besetzt war.


Jetzt ist hier der Streichelzoo eingezogen, der zuvor im Freizeitbereich unterhalb von Fahrgeschäften sehr unglücklich platziert war. Die Anzahl der Ziegen ist reduziert und alles macht einen sehr entspannten Eindruck. Ich konnte es mir auch nicht verkneifen auf dem kleinen Hügel eine Panorama-Aufnahme zu machen. Hier ist noch gewaltig Platz für neue spannende Anlagen. Lt. Lageplan werden die Muntjaks auf der Wiese hinter dem Zaun einziehen.

Bei unserem Gespräch mit Frau Grothaus hatte sie uns auch begeistert von der neuen Erdmännchen- und Fuchsmangusten-Anlage erzählt, die gerade im Entstehen ist. So ganz hatte ich sie im Kopf nicht lokalisieren können. Doch Überraschung: Die "Bauruine" am Katta-Gehege ist verschwunden und in wenigen Wochen werden die Schleichkatzen in einem wunderschönen und weitläufigen Gehege um die Wette buddeln können. Das große Holz-Erdmännchen macht sich schon richtig gut dort.
Die Baustelle ist seit dem 17.7.15 schon sehr viel weiter gediehen.
Damit können sich nicht nur die Erdmännchen freuen. Für die Kurzkrallenotter bedeutet dies auch, dass sie in Zukunft mehr Platz bekommen, da sie das alte Gehege dazu bekommen. Damit werden sie auch in das Warmhaus einziehen, in dem man sie (vielleicht auch irgendwann mit Nachwuchs) bei kälteren Temperaturen wird auch beobachten können. Das Paar ist übrigens erst kürzlich neu zusammengestellt worden und harmoniert schon sehr gut miteinander.

Eine andere Neuerung im Bereich um die Präriehundanlage stimmt weniger fröhlich: Die Löffelhunde mussten nach Asien abgegeben werden. Sie hätten in beiden Anlagen (erst altes Raubtierhaus, dann ehemalige Serval-Anlage) den Boden dermaßen umgegraben und alles zerstört, dass die Gefahr bestand, dass sie demnächst den Park unsicher gemacht hätten. Doch ihre neue
Heimat habe sogar eine Beregnungsanlage und alles, was man sich für diese Tiere wünschen könne.

Nutznießer sind wiederum die Binturongs, die sich hier zukünftig breitmachen dürfen. (Und für uns Fotografen, weil die grünen Gitter wegfallen.)

Bei der Gelegenheit haben wir natürlich auch nach den Salzkatzen gefragt, die ja vor den Binturongs im Raubtierhaus wohnten. Diese wurden wieder abgegeben, weil sie sich eindeutig nicht wohlgefühlt haben. "Für sie hätten wir ein Nachthaus gebraucht, weil sie vorwiegend nachtaktiv sind.", so erzählte Frau Grothaus. "So haben sie sich immer nur in die letzten Winkel verzogen. Wir haben für sie auch einen schönen Platz gefunden." Solche Entscheidungen habe es schon verschiedentlich gegeben, was den ständigen Wandel im Park erklärt.

Hatte ich schon erwähnt, dass sich hier ständig etwas verändert?
Dieses Jahr kamen wir mit dem Staunen gar nicht nach. Denn auch in der Nachbarschaft des Raubtierhauses hat sich etwas getan. Spike, der wunderschöne Transvaal-Kater, und seine "Lebensgefährtin" Suma haben jetzt mehr Platz. Die Pelikane mussten etwas "zusammenrücken" (keine Bange - die haben noch reichlich Platz) und so ist jetzt die Anlage verdoppelt mit "Wasseranschluss" am Bachlauf und neuer Aussichtsplattform. Jetzt fehlen da irgendwie nur noch kleine Löwen, die fröhlich herumtoben, dann ist das Idyll komplett.

Knuffiger Nachwuchs ist bei den Grünen Meerkatzen zu vermelden. Das Kleine zeigte sich uns von seiner fotogensten Seite und wurde prompt zu meinem Profilbild bei Facebook.




Noch etwas möchte ich nicht "unterschlagen", wenn es mich persönlich auch weniger interessiert: Nicht nur der Jaderpark hat aufgerüstet in Sachen Fahrgeschäft. In Thüle wurde eine Brücke über die Autozufahrt geschlagen und ein neues Gelände damit erschlossen. Die neue Riesenrutsche sieht sehr einladend (nicht nur an heißen Tagen) aus. Auf jeden Fall ist sie schön weit weg von den Tieren.

Die wissen sich bei Hitze schließlich auf ihre Art zu helfen.


Mal sehen, was sich beim nächsten Besuch getan hat.

Und wie üblich haben wir eine reiche Ausbeute von Bildern. Ihr findet sie auf Facebook und Flickr.

Kommentare:

  1. Hallo Frau Loertzer, ich habe gerade durch zufall ihren Blog entdeckt und war erfreut zu sehen das wir was gemeinsam haben. Ich stehe ebenfalls mit einigen Bilder von mir in dem Zooführer vom Tier & Freizeitpark Thüle. Ebenso auch auf deren Homepage. Wie gesehen habe, sind sie auch gerne in Zoos unterwegs. Ich bin es ebenfalls. Mein nächster Zoo wird Frankfurt sein in 2 Wochen. Ich wünsche ihnen weiterhin viel Spaß bei ihren Zoo Besuchen und viele schöne Motive. Liebe Grüße Claudia Krogul

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    1. Hallo Claudia, klasse, dass sich hier die Zoofreunde treffen :) Ich kenne den "alten" Zoo Frankfurt noch und freue mich derzeit immer sonntags auf "Giraffe, Erdmännchen & Co. XXL". Daher schönes Wetter für ihren Besuch und vielleicht trifft man sich ja mal ;-)
      Liebe Grüße aus dem Norden, Barbara

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