Dienstag, 27. September 2016

Wildlands Adventure Zoo Emmen: Teil 1 - Wiedersehen mit Lale

Es dauerte jetzt doch etwas länger, bis wir die Gelegenheit beim Schopfe packen und Lale in ihrer neuen Heimat besuchen konnten. Ende Juni war es dann endlich soweit und voller Neugier machten wir uns auf den Weg in die Niederlande.

Seit seiner feierlichen Eröffnung durch König Willem-Alexander lockte der komplett neugebaute Park schon mehr Besucher an, als der alte in einem ganzen Jahr. In diesem Sinne kann man schon von einem Erfolg sprechen. 

An den Preisen kann es aber nicht liegen, denn die sind selbst für die Niederlande gepfeffert mit €30,00 pro Erwachsenem und 10 EUR Parkgebühr. Im Vergleich war der wesentlich artenreichere Zoo in Rotterdam mit 22,50 EUR pro Erwachsenem und 6 EUR Parkgebühr schon fast ein Schnäppchen. Immerhin bekamen wir für unsere Online-Bestellung der Tickets jeweils noch einen Kinderrucksack mit Ausweishülle und Kompass dazu.

Der Eingang ist jedoch bombastisch über mehrere Stockwerke mit einer großen gepflasterten Fläche mit Blumenbeeten und Springbrunnen davor. Das erklärt sich damit, dass sich hier nicht nur die Eingangskasse, ein Souvenirshop (einer von (zu?) vielen im Park) und ein Restaurant befindet, sondern auch ein Theater, das jedoch erst später eröffnet wurde.

Ist man erst einmal im Park befindet man sich einem riesigen Kompass (Infostand) gegenüber und den drei sehr dekorativ gestalteten Zugängen zu den Welten Nortica (Nord- und Südpol), Serenga (Afrika) und Jungola (Asien).

Die Gestalter des Zoos haben sich hier wohl an der Aufteilung der ZOOM Erlebniswelt Gelsenkirchen orientiert. Hatten wir uns bei unserem Besuch im Mai dort schon überlegt, für welche Menschenmenge der "Vorplatz" ausgelegt wurde, so ist hier gleich Platz für ganze Massenaufläufe - Platz der auch locker für die Tiere hätte genutzt werden können. Aber hier bin ich wohl zu konservativ.

Eingang zur Nortica-Welt
Natürlich führte uns der Weg schnurstracks Richtung Nortica und Lale.

Nortica
Noch vom Vorplatz zu sehen, rechts vom Durchgang in Form einer Scheune, lassen es sich drei Seebären auf einem Felsen gutgehen.


 Sie haben auch die Möglichkeit unter dem Besucherweg durchzutauchen oder sich weiter hinten auf einen Strand zu legen. Der Felsen scheint aber sehr beliebt zu sein.

Sehr viel Dekoration zur Einstimmung auf die Polregionen
Chillen Seebär-Style
Wie man auf der Karte erkennt, zieht sich diese "Welt" als langer Schlauch bis zu den Eisbären hin.
Der erste Seelöwennachwuchs
Robbenhâfen
Zuvor trifft der Besucher jedoch erst einmal auf eine der "Attraktionen" in Form des Films "4-D-Testfahrt Arctic1". Wer keine Lust auf Wartezeit hat, geht weiter zum "Robbenhâfen", einer Arena für die Seelöwen, die an den Erlebniszoo Hannover angelehnt sein soll. Zum Zeitpunkt unseres Besuches fielen die Vorstellungen mit Rücksicht auf den ersten Nachwuchs der Robben aus. Hinter der Arena geht das Becken für die Seelöwen übrigens weiter, aber nach natürlichem Lebensraum sieht das nicht aus. Da ist mir Bremerhaven doch lieber, weil auch die Unterwassereinsicht komplett fehlt.

Etwas anders sieht dies bei den Humboldt-Pinguinen aus. Man erinnere sich: An der Stelle des heutigen Zoos lebten die kleinen Frackträger schon einmal hier auf der Erweiterungsfläche. Ihr aktuelles Zuhause bietet sogar die Möglichkeit einer direkten Begegnung auf dem Besucherweg, allerdings können sie auch darunter durchtauchen. Die fehlenden Unterwasserscheiben ersetzen orangefarbene Trichter, durch die die Besucher - wie einstmals bei "Flipper" - unter die Wasseroberfläche schauen können.

Der Landteil ist eine gelungene Mischung aus Sandstrand und Felsenhöhlen. Der eine oder andere Strauch bietet zusätzlich Deckung, was aber die frechen Graureiher nicht vom Schmarotzen abhält.



Die letzte Absperrung durchquert, eine "Polstation" mit Souveniers und Snacks links liegengelassen und wir stehen endlich vor dem großzügigen Eisbären-Bereich. Theoretisch sind es drei verschiedene Abschnitte für die drei Damen, aber praktisch tummelt sich das Trio aus Lale (bekanntlich aus Bremerhaven), Nela (aus München) und Nortje (aus Eindhoven) immer nur auf einer zusammen.

Nela und Lale
Nela und Lale
Bei unserem Besuch hatten sie gerade Kanister zum Spielen bekommen, von denen Nela besonders ausgiebig Gebrauch machte. Die Kleinste der Drei kletterte auf einen Felsen, warf den Kanister in die Höhe und sprang gleich hinterher ins Wasser. Nun ging jedoch das Rätseln los, wer da unten auf sie wartete. Wenn man den Schilderungen anderer Zoofreunde glaubt, muss das wohl Lale gewesen sein, denn Nortje gilt als eher gemächlich und wenig verspielt. Im direkten Vergleich ist sie etwas schwerer wie "unser" Mädchen. (Beim reinen Betrachten der Bilder bin ich mir bei der Zuordnung aber nicht mehr ganz so sicher wie vor Ort)
Lale

Lale verteidigt einen Schlauch gegen Nela
Alles machte einen herrlich entspannten Eindruck. Man merkt, dass sich die Pfleger bei den Heimatzoos nach den Vorlieben ihrer neuen Schützlinge genau erkundigt haben. 

Schön auch die Möglichkeit die Damen beim Tauchen beobachten zu können. Gleich zwei Treppen führen nach unten zu großen Panoramascheiben, die auch entsprechend umlagert waren. Dabei entdeckte ich, dass Lale & Co. auch im Wasser eine besondere Form des "behavioural enrichments" haben, denn einige der eingesetzten Fische dürften über kurz oder lang als Beute der Eisbären enden. Es wurde schon von Freunden beobachtet, dass die Unterwasserjagd erfolgreich ausging.
Lale auf Fischfang
Wir hätten hier den ganzen Tag verbringen können. Aber wir wollten ja auch den Rest des Zoos noch sehen. Deshalb ging es jetzt erstmal wieder zurück auf Anfang und zur Erlebniswelt "Jungola".

Davon mehr im nächsten Blog.

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