Samstag, 29. Juli 2017

Aktion Fischotterschutz e.V. / Otterzentrum Hankensbüttel



Nach dem Wildpark Müden blieb uns noch reichlich Zeit übrig. Wohin jetzt? Mein Handy sagte Otterzentrum Hankensbüttel. Auf Facebook hatte ich schon so einiges darüber gelesen und so machten wir uns auf. Die Strecke war zwar etwas länger als gedacht, aber es lohnte sich auf jeden Fall.


Trotz des relativ ungemütlichen Wetters war der (kostenlose) Parkplatz fast komplett belegt.


Die zahlreichen Wegweiser machen schnell klar, dass hier geballtes Fachwissen am Start ist.


Das große Eingangsgebäude beherbergt neben der Kasse (Preise/Hunde müssen draußen bleiben) auch ein Selbstbedienungs-Restaurant, einen Zoo-Shop und eine Ausstellung zur Geschichte des 1988 eröffneten Naturerlebnis-Zentrums und seiner Zielsetzung

Parkplan
Alles ist sehr anschaulich und leicht verständlich aufgearbeitet. Hier kann man locker die eine oder andere Regenstunde verbringen, ohne dass es langweilig wird. Apropos Regen: Auf dem Weg zum ersten Gehege, dem Dachshügel, kann man auch noch einiges über den richtigen Umgang mit dem nassen Element lernen.

Auf gerade mal 6 Hektar rund um den Isenhagener See lebten zunächst nur Fischotter. In der Zwischenzeit sind weitere verwandte Marderarten, Otterhunde und Lachshühner hinzugekommen. Jede Anlage ist der Lebenswelt der Art nachempfunden.
Kommentierte Führung
bei den Fischottern
Nun sind Marder und Otter tagsüber nicht besonders aktiv. Wie bekommt der Besucher diese lichtscheuen Gesellen also zu Gesicht? Natürlich mit Futter. Im Viertelstunden-Takt wandern Pfleger von Anlage zu Anlage und locken mit ihren sehr interessanten kommentierten Fütterungen die Tiere aus ihren Unterschlupfen und damit auch die Besucher an.

Hermelin im Sommerkleid
In anderen Zoos gehen die kleinen Kerlchen eher unter. Hier sind sie die Stars und das wirklich zu Recht. Bis dato hatte ich noch nie einen Hermelin aus der Nähe gesehen, geschweige denn einen Mink. Und wir konnten uns von diesem Anblick kaum losreißen.
Hermelin noch im Winterkleid
Spannend wird es beim Abstieg in die Unterwelt, wo man die Tierchen auch in ihren Gängen beobachten kann.

Lt. Wikipedia das einzige Hermelin-
Freigehege der Welt
Amerikanischer Mink
Steinmarder in Marderhausen
Hier kann man auch zu Kaffee
und Kuchen einkehren
Und wie sieht der besonders von Autofahrern gefürchtete Steinmarder aus? Warum nistet er sich so gerne in Motorräumen ein? Genau zu diesem brisanten Thema forscht das Otterzentrum im Auftrag der Autoindustrie, aber auch um die Wildbestände von dieser Todesfalle fernzuhalten.


Für die großen und kleinen Kinder gibt es überall die Möglichkeit spielerisch das Gehörte zu vertiefen. Wenn die Anregungen zur Renaturierung dann auch im heimischen Umkreis umgesetzt werden, gibt es Hoffnung für ein Überleben dieser wichtigen Arten.
Otterhunde wurden früher
für die Jagd auf Fischotter eingesetzt

Kein Gast, sondern bedrohte Art:
Otterhund
Ob das auch auf den Otterhund zutrifft? Aber auf keinen Fall mit seiner ursprünglichen Aufgabe. Sie wurden nämlich vor allem in Großbritannien zur Jagd auf den Fischotter gezüchtet. Seitdem diese in der EU unter strengem Schutz stehen, hat der Bestand rapide abgenommen. In Deutschland leben schätzungsweise nur noch 40-50 Exemplare dieser Hunderasse.

Was man so nebenbei alles lernt? Viel zu schnell wurde es für uns an diesem Tag dunkel. 
Iltisfrett: Wo bleibt mein Küken?
Fazit: Klein, aber fein! Hier wird mit viel Sachverstand und Liebe zum Detail eine Tiergruppe vorgestellt, die sonst schnell einmal übersehen wird. Mit diesem stimmigen Konzept entdecken Groß und Klein ihre Liebe zu diesen kleinen Wuseln. 2006 wählte die Initiative Deutschland – Land der Ideen das Otter-Zentrum als einen der „365 Orte im Land der Ideen“ - dem können wir nur zustimmen.

Alben findet ihr auf Facebook und Flickr

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