Sonntag, 2. Juli 2017

Apenheul - ein ganzer Zoo (fast) nur für Primaten

2015 war unser "niederländisches" Jahr und führte uns auch nach Apenheul.

Kurz nach unserem Besuch verließ Jeff den Zoo
Mit ca. 2,5 - 3 h liegt Apeldoorn hart am Rande unseres Radius für Tagesausflüge. Doch die Ankündigung, dass der letzte Nasenaffe in Europa, Jeff, bald in seine angestammte Heimat zurückkehren und damit die Haltung aufgegeben würde, ließ uns keine Wahl. Wann haben wir sonst noch einmal eine solche Chance?

Mit dem Auto ist Apenheul, das etwas außerhalb von Apeldoorn in einem Park liegt, sehr gut erreichbar und es gibt reichlich (kostenpflichtige) Parkplätze. Es gibt jedoch auch eine sehr gute Anbindung mit öffentlichen Verkehrsmitteln.

Die Hinweise auf die Hausordnung
sind auf dem Weg zur Kasse
nicht zu übersehen
Da es sich bei den Affen fast durchgehend um Exoten handelt, ist der Park nur von April bis November (je nach Witterung) jeweils von 10 - 17 Uhr (15.07.-15.08.17 sogar von 9 - 18 Uhr) geöffnet. Der Eintritt ist mit aktuell 21,50 EUR/Erwachsener normal für die Niederlande. Schon ab einem zweiten Besuch in der Saison lohnt sich eine Jahreskarte. Hierzu im Herbst aufpassen, da es in der Winterpause auch Sonderaktionen gibt. Gleichzeitig profitiert man von Rabatten bis zu 50% in anderen niederländischen Zoos.

Hunde sind, da die Affen sich zum Teil frei im Gelände bewegen, nicht erlaubt, ebenso wie das Füttern und das aktive Anfassen.
Auf 12 Hektar tummeln sich ca. 71 Arten, darunter auch Weißrüsselnasenbär und Waldrapp. Insgesamt ist hier ein schöner Querschnitt der rund 450 bekannten Affenarten vertreten, wobei einige sogar in Europa nur hier zu sehen sind.

Blauaugenmaki
Obwohl es sich größtenteils um unbefestigte Waldwege handelt, ist der Park auch rollstuhlgeeignet. Festes Schuhwerk ist trotzdem zu empfehlen.

Apenheul sorgt mit einem kostenfreien Service selbst dafür, dass die Besucher ihre Sachen sicher durch den Park bekommen - und die Affen gesund bleiben: Gleich am Eingang kann man sich eine Umhängetasche mit affensicherem Verschluss ausleihen, damit die mitgebrachten Sachen nicht von neugierigen Fingern geplündert werden können. Sowas sollte Schule machen. In Hodenhagen z. B. sollen die Taschen im Zwischengang zurückgelassen werden, was zum Diebstahl einlädt. Ich hätte mir gerne eine im Shop gekauft, leider gab es (zu diesem Zeitpunkt) keine.

Kleine Maßnahme, große Wirkung: Affensichere Taschen zum Ausleihen am Eingang
Schon seit seiner Gründung gilt der "Affenhügel" als Vorbild. Die Idee seines Gründers, Wim Mager, einer möglichst barrierefreien Begegnung zwischen dem Mensch und unseren nächsten Verwandten, war revolutionär und fand seitdem viele Nachahmer.

Kronensifakas können durch Glasflächen
beobachtet werden
Totenkopf- und Kapuzineraffen, Weißgesichtsmakis und andere Lemuren (rund 20 Arten) teilen sich ihre Reviere im Waldgebiet scheinbar frei auf. Daher braucht man teilweise etwas Geduld um alle zu finden.

Die Gorillas leben auf einer Insel
Besonders empfindliche oder gefährliche Arten leben auf Inseln oder in großzügigen Gehegen mit Glasflächen.

Bis auf wenige Ausnahmen sind die Tierhäuser für die Besucher unsichtbar.

In regelmäßigen Abständen finden Führungen statt (Fragen in Englisch oder Deutsch möglich). Wir haben besonders die Arena für die Fütterung der Gorillas und der Rotscheitelmangaben genossen.


Überall gibt es fantasievolle Infostände
Wollaffen gibt es meines Wissens
nach nur noch in Monkey World/UK
Zur Vertiefung des Gehörten oder wenn man die Präsentation verpasst hat, kann man sich in jedem Revier an gut aufgemachten Ständen auch auf Englisch und Deutsch informieren. Überall trifft man zusätzlich auf Mitarbeiter, die einerseits gerne Fragen beantworten, andererseits aber für die Sicherheit der Tiere sorgen. Gerne erinnere ich mich an die junge Frau, die mich leise und strahlend auf den Nachwuchs bei den Makis aufmerksam machte, der erst in der Nacht zuvor auf die Welt
gekommen war.


In regelmäßigen Abständen können sich Kinder auf fantasievoll gestalteten Spielplätzen austoben.


Und für das leibliche Wohl stehen in abgesicherten Bereichen regelmäßig Restaurants mit den in den Niederlanden üblichen Snacks bereit. So sehr auf die Gesundheit der Affen geachtet wird, hier stehen Pommes frites, Burger und Frikandel auf dem Plan. Wer mehr auf Obst, Gemüse und Salat steht, sollte sich sein Essen gut verschlossen mitbringen. An heißen Tagen empfehle ich auch für ausreichend Getränke zu sorgen.

Im Nachhinein finde ich, dass der Park durchaus zwei Tage am Stück wert ist. Günstige Übernachtungsmöglichkeiten sind bestimmt in Apeldoorn zu finden. Und ein erneuter Besuch ist sowieso immer eine gute Idee.

Selbstverständlich gibt es auch schon Alben für euch: auf Facebook und Flickr

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